Interview mit Gigaset

„Wir setzen stark auf den E-Commerce“

Ivan Kruk / 123rf
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In den letzten Monaten haben viele Branchen einen tiefgreifenden Wandel vollzogen. Das hat auch die Telekommunikationsbranche nicht unberührt belassen. funkschau spricht im Doppelinterview mit Ralf Lueb und Michael Grodd über den Change Prozess bei Gigaset.

funkschau: Aktuell vollziehen Sie eine lang geplante Stabübergabe im internationalen Vertrieb. Was wird sich verändern?
Michael Grodd: Wir erleben in den letzten Jahren einen unglaublichen Wandel durch die Digitalisierung, am Ende noch getrieben durch die Pandemie. Vor dem Hintergrund dieser weitgreifenden Veränderungen und auch mit Blick auf die Altersstruktur bei uns im Vertrieb ist jetzt die beste Zeit für einen Generationswechsel in der Vertriebsleitung.

funkschau: Das letzte Jahr verlief auch in Ihrem Bereich sehr turbulent. Was sind jetzt die nächsten strategischen Eckpunkte?
Ralf Lueb: Seit vier Jahren bauen wir unser Geschäft im B2B-Bereich gezielt aus, denn hier liegt auch künftig ein großes Kerngeschäft für Gigaset. Gleichzeitig entwickeln wir uns im E-Commerce. Die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren stationären Händlern ist und bleibt uns nach wie vor sehr wichtig – wir sehen aber, dass die Pandemie den Wandel gerade im Endkundengeschäft enorm beschleunigt hat. Dem wollen wir Rechnung tragen und uns innerhalb neuer Wachstumsfelder strategisch positionieren. Unter anderem haben wir einen PAN-EU-Vertrag mit Amazon abgeschlossen und stärken damit unseren digitalen Wandel.

funkschau: Dennoch sind im stationären Händlermarkt starke Einbußen zu verzeichnen. Wie kompensieren Sie diese Entwicklung?
Grodd: In Europa haben wir weiterhin 39.000 Handels-Vertriebspunkte. Davon wurden während des Lockdowns 33.000 geschlossen. Unser Vertrieb blieb zu Hause und die Logistik haben wir komplett umgestellt. Dabei war die Handelsstruktur des Consumer-Electronics- und Consumer-Geschäfts dank der sehr starken Fachhandelskooperationen von den Schließungen nicht so stark betroffen wie andere Strukturen. B2B-Händler und -Handwerker sind in der Beratung und Umsetzung beim Kunden weiterhin persönlich gefordert. Sicher wird die Digitalisierung auch hier nicht haltmachen.
Lueb: Es handelt sich um eine Verschiebung des Geschäfts. Im Voice- und Telefonie-Geschäft wird mehr telefoniert denn je. Wir hatten in den letzten Jahren ein rückläufiges Geschäft, weil viele auf das Handy oder andere Kommunikationsmittel umgestiegen sind. Durch die Umstellung des Vertriebsprozesses haben wir im Sales Speed aufnehmen können und erhalten über die Sell-out-Metriken auch sehr viel mehr Informationen über das Kundenverhalten. Wir arbeiten gerade daran, ein neues Desktop-Portfolio auf die Beine zu stellen, welches dann auch aus der Cloud heraus bedienbar ist. Sprich, wir begleiten gerade einen Wandel von der stationären Telefonanlage hin ins Cloud-Geschäft, der vor allem auch in Deutschland stattfinden wird.

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