Mit neuem Namen weg vom alten Image?

Facebook wird zu Meta

29. Oktober 2021, 6:24 Uhr | Quelle: dpa / Redaktion: Diana Künstler | Kommentar(e)
Rebranding Facebook Meta
Facebook ist zum dominierenden Online-Netzwerk mit Milliarden Nutzern geworden. Doch Gründer Mark Zuckerberg strebt nach mehr. Seine Firma soll auch die Zukunft des digitalen Zusammenlebens prägen. Ein neuer Name für den Konzern untermauert die Ambitionen.
© Andre M. Chang / ZUMA Press Wire / dpa

Die Investitionen in die virtuelle Welt „Metaverse“ ließen es bereits erahnen. Nun ist es offiziell: Der Facebook-Konzern gibt sich mit „Meta“ einen neuen Namen und will die Kommunikationsplattform der Zukunft entwickeln. Die Dachmarke soll über Diensten wie Facebook und Instagram stehen.

Der neue Konzernname soll den Fokus auf die geplante digitale Welt „Metaverse“ lenken, die physische und virtuelle Elemente vereint. „Wir glauben, dass das ,Metaverse' der Nachfolger des mobilen Internets sein wird“, betonte Zuckerberg. Mit den neuen Namen will der Konzern auch stärker aus dem Schatten seiner ursprünglichen und bisher wichtigsten Plattform Facebook treten. Zur Firmengruppe gehören neben Instagram auch die Chat-Apps WhatsApp und Messenger. Diese einzelnen Dienste werden ihre Namen behalten.

„Wir werden heute als Social-Media-Unternehmen gesehen, aber im Kern sind wir ein Unternehmen, das Menschen verbindet“, sagte Zuckerberg. Der Name Facebook habe nicht mehr die ganze Angebotspalette des Konzerns widerspiegeln können.

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Befreiungsschlag von Appe und Google?

Das „Metaverse“ basiert nach der Vision des Facebook-Gründers zum einen auf der virtuellen Realität (VR), bei der Nutzer mit Spezial-Brillen auf dem Kopf in digitale Welten eintauchen. Der Facebook-Konzern kaufte bereits 2014 die Firma Oculus, einen Pionier bei Brillen zur Darstellung virtueller Realität. Der Name Oculus auf den Brillen wird nun ausgemustert und durch Meta ersetzt. Als „Metaverse“-Baustein sieht der Facebook-Gründer aber auch die sogenannte erweiterte Realität (AR, Augmented Reality), bei der digitale Inhalte auf Displays oder mit Hilfe von Projektor-Brillen für den Betrachter in die reale Umgebung eingeblendet werden. Unter anderem auch Apple will laut Medienberichten in den kommenden Jahren eine AR-Brille auf den Markt bringen.

Apple bedachte der Facebook-Gründer dann auch mit ein paar kaum verhohlenen Seitenhieben. Den Namenswechsel leitete er mit „One more thing“ ein – dem legendären Satz von Apple-Gründer Steve Jobs. Seine Kritik an gebremster Innovation durch wenig Auswahl und hohe Gebühren liegt auf einer Linie mit Beschwerden über Apples App Store. Von einem eigenen „Metaverse“ verspricht sich Zuckerberg einen Befreiungsschlag: Er kann hoffen, nicht mehr auf Apple und Google als Betreiber der beiden großen Smartphone-Plattformen angewiesen zu sein.

Zuckerberg gab am Donnerstag die bisher ausführlichste Beschreibung seines neuen Konzepts. Das „Metaverse“ werde eine virtuelle Welt sein, in die man noch tiefer als bisher eintauchen könne, bis hin zum Gesichtsausdruck der Menschen. „Statt auf einen Bildschirm zu schauen, werden sie mittendrin in diesen Erlebnissen sein.“ Das Gefühl, vor Ort zu sein, sei das entscheidende Merkmal des „Metaverse“, betonte er. „Wenn ich meinen Eltern ein Video meiner Kinder schicke, werden sie das Gefühl haben, dass sie mit uns zusammen sind.“ Unklar blieb zunächst, mit welcher Technik über die VR-Headsets hinaus dieser Präsenzeffekt erreicht werden könnte.


  1. Facebook wird zu Meta
  2. Ausbau der Marke im Rahmen der „Horizon“-Kampagne

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