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Public Cloud: Eine Frage des Managements

Die Nutzung von Public-Cloud-Services in Multi-Cloud-Umgebungen setzt sich immer mehr durch. Doch neben allen Vorteilen birgt das auch eine Reihe von Risiken hinsichtlich der Technik und vor allem der Kosten. Deshalb ist es wichtig, eine passende Managementsoftware an der Hand zu haben.

Public Cloud Bildquelle: © kantver / 123rf

Die Nutzung verschiedenster Public-Cloud-Services ist mittlerweile gang und gäbe. Die meisten Unternehmen entscheiden sich hinsichtlich ihrer Infrastruktur häufig für eine hybride Cloud: Sie kombinieren IT-Services, die innerhalb des Unternehmens erbracht werden, mit solchen, die aus verschiedenen Public Clouds, der so genannten Multi-Cloud, kommen. Hybride Umgebungen zielen vor allem darauf ab, spezielle Applikationen auf Basis der eigenen Infrastruktur zu realisieren. Hingegen werden eher unspezifische Services aus einer Public Cloud bezogen.

Versteckte Kosten der Public Cloud
Innerhalb von Cloud-Umgebungen bleiben Anwendungen in der Regel nicht am selben Ort und wechseln von der Public Cloud in eine Private Cloud. Das kann mehrere Gründe haben: Zum einen spielen sowohl die Sicherheit als auch die Vertraulichkeit der Daten eine    Rolle. Insgesamt sind es aber auch die Kosten, die in diesem Zusammenhang ausschlaggebend sind. Denn bei permanent benötigten Applikationen mit vielen Server-, Storage- oder sonstigen Ressourceninstanzen können die Infrastrukturkosten der Public Cloud am Ende recht teuer werden. Hinzu kommen nicht mehr benötigte Public-Cloud-Ressourcen wie etwa Serverinstanzen, die nur deshalb nicht gelöscht werden, weil kein ausreichend ausgefeiltes Ressourcenmanagement vorliegt.

Multi-Clouds sind zweifelsohne sinnvoll. Allerdings unterscheiden sich Protokollumgebungen, Managementumgebungen und funktionale Details von einer Public Cloud zur anderen. Zudem erfordern
Anwendungen einen höheren Modifizierungsaufwand, wenn sie von Public Clouds in interne Umgebungen transferiert werden, es sei denn, sie wurden von Anfang an für den Betrieb sowohl in On-premise- als auch Off-premise-Umgebungen entwickelt.

Darüber hinaus erfordert das Abziehen von Daten aus der einen Cloud-Umgebung in eine andere gerade bei größeren und großen Unternehmen unter Umständen manuelle Prozeduren wie das physische Versenden von Speichereinheiten. Grund dafür ist, dass die verfügbaren Bandbreiten für die vorhandenen Datenmassen nicht ausreichen und den Migrationsvorgang zu sehr in die Länge ziehen oder zu kostspielig gestalten würden. Die Folgen dieses Szenarios sind häufig absurd: Anwender investieren teilweise in spezielle Hard- und Software auf der privaten Seite ihrer hybriden Infrastruktur. Damit wollen sie die interne Umgebung an das Angebot des gewählten Public-Cloud-Anbieters anpassen, um möglichst einfach Applikationen von der privaten auf die öffentliche Seite und umgekehrt migrieren zu können.

Die Probleme umschiffen
Einen großen Teil der genannten Probleme können Unternehmen mithilfe neuer Technologien bewältigen. Sinnvoll ist in diesem Punkt insbesondere eine anbieterneutrale Softwareschicht, die offen ist und als Puffer zwischen den unterschiedlichen in einer Infrastruktur vereinigten Clouds sowie den darauf aufsetzenden Apps oder Services fungiert. Über diese Schicht sollten Applikationen schnell, weitgehend automatisiert sowie günstig installiert und zwischen diversen Serviceanbietern verschoben werden können.

Eine solche Managementsoftware sollte alle verfügbaren Clouds, alle genutzten Apps und Dienste sowie sämtliche verwendeten Ressourcen und ihre Kosten kennen und auflisten. Idealerweise ermöglicht sie, mit nur wenigen Klicks Applikationen oder Ressourcen am gewünschten Ort hoch- und wieder herunterzufahren, zu verschieben, Sicherheit, Compliance oder andere wichtige Funktionen zu überwachen und die Kosten zu kontrollieren. Eine derartige Managementsoftware muss komplett unabhängig von den Infrastrukturen der verschiedenen Public-Cloud-Anbieter sein. Außerdem ist es der Sache dienlich, wenn sie sich gleichzeitig mit jeder Infrastruktur über Schnittstellen verbinden lässt.

Markus Pleier ist Senior Director, Central Europe bei Nutanix Germany