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Made in Germany: Zeit für einen neuen Anlauf

Fortsetzung des Artikels von Teil 3.

Leitz-Kommentar: Diskrepanz zwischen Erwartungen und Kaufbereitschaft

Ard-Jen Spijkervet Leitz von Acco Brands Bildquelle: © Acco Brands

Geschäftsführer und Vice President Central Europe Leitz Acco Brands

Es freut mich, als Holländer um so mehr, eine Einschätzung zum Thema „(Made) in Germany“ abzugeben. Das Thema ist insbesondere aus zwei Gründen relevant – international, da der Umfang des internationalen Warenverkehrs so hoch wie noch nie ist und lokal, da ein starker Trend hin zu Regionalität zu beobachten ist. Davon kann das Thema „Made in Germany“ mit seiner herausragenden Markenstärke natürlich besonders profitieren. Laut des aktuellen Made-In-Country-Index ranken die Befragten in 13 von 52 untersuchten Ländern „Made in Germany“ auf Platz eins. Deutsche Produkte gelten als besonders hochwertig und sicher. „Made in Germany“ ist das weltweit stärkste und führende Qualitätslabel. Für qualitativ hochwertige Produkte und aus Konsumentensicht spielt dabei letztlich der Produktionsort weniger eine Rolle als dass Forschung, Design und Qualitätssicherung in Deutschland angesiedelt sind. 

Womit wird „Made in Germany“ international assoziiert? Ganz eindeutig mit Qualität und Leistung. Bei einer global stark wachsenden, kaufkräftigen Mittelschicht, die auf Statussymbole, Marken und Qualität setzt, liegt in der Verwendung des Claims „Made, Engineered oder Designed in Germany“ ein großes Potenzial. Und das nicht nur für Konsumgüter, sondern auch für Investitionsgüter. Bei Einführung der Kennzeichnung „Made in Germany“ im 19. Jahrhundert sollte ursprünglich vor Billigimporten gewarnt werden. Es ist aber ganz anders gekommen. Anders als intendiert war, ist es zu einem starken Wachstumstreiber geworden. Für die Zukunft kann die Fortführung und konsequente Erweiterung des Begriffes zu „... in Germany“ für Unternehmen und für Deutschland einen strategischen Vorteil beinhalten.

Womit wird „(Made) in Germany“ bei uns assoziiert? Mit Produkten von hier. Es erfolgt eine hohe Identifikation mit diesen Produkten, weil diese mit unseren Wertvorstellungen wie Qualität und Leistung im Einklang stehen. Ich sehe jedoch gerade in Deutschland auch eine hohe Diskrepanz zwischen Erwartungen und Kaufbereitschaft. In keinem Land gibt es eine so hohe Discounterdichte und dementsprechende generelle „Billigpreis-Erwartung“ wie in Deutschland. Sehr oft passt das mit „Made in Germany“ überhaupt nicht zusammen. Wir leben in Deutschland und in Europa in einer Wissensökonomie. Wir sind längst kein Land mehr, in dem einfache Produkte zu wettbewerbsfähigen Preisen massenweise produziert werden können. Unsere Stärke liegt in unserem Qualitätsstandard, dem Innovationsgeist und der Technikaffinität. All dies wird ausgedrückt durch das Qualitätslabel „Engineered oder Designed in Germany“.

Was bedeutet das für die Marke Leitz? Einer der vier Markenpfeiler der Marke ist „Deutsch“. Es wird genau auf das Thema Qualität, Sicherheit und Vertrauen abgezielt. Wir kommunizieren dies über „Made, Designed or Engineered in Germany“. Für alle Produkte von Leitz sind Forschung, Design und Qualitätssicherung in Deutschland angesiedelt. Dazu haben wir in Norddeutschland eine Herstellung für klassische Registratur-Produkte sowie Sonderanfertigungen.