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Made in Germany: Zeit für einen neuen Anlauf

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Agfeo-Kommentar: Mehr als nur ein Marketingtool

Michael Born von Agfeo Bildquelle: © Agfeo

Michael Born, Geschäftsführer von Agfeo. Das Bielefelder Traditionsunternehmen stellt Produkte aus dem Bereich der Telekommunikation her.

„Made in Germany“ – dieser Begriff gilt nach wie vor als echtes Gütesiegel für hohe Qualität und Innovationsreichtum, doch in den letzten Jahren wurde er oftmals auch verwendet, wenn lediglich ein kleiner Teil des Produktionsprozesses tatsächlich in Deutschland stattfand, während Entwicklung und Produktion im Ausland – und zumeist in Fernost – realisiert wurden. Für Agfeo ist „Made in Germany“ aber nicht nur ein Marketingtool, sondern eine Säule der Firmenphilosophie.

Unsere Produkte werden bis auf wenige OEM-Waren komplett in Bielefeld entwickelt und produziert, und das bereits seit über 70 Jahren. Natürlich ist der Preisdruck im Markt hoch, denn selbsterklärend liegen hier die Produktionskosten deutlich höher was sich im Verkaufspreis widerspiegelt. Zumeist haben aber Auslagerungen von Produktionsstätten ins Ausland auch ihren „Preis“ – nämlich die Aufgabe der über Jahre erarbeiteten Entwicklungs- und Produktionskompetenzen, die zumeist geringe Qualitäten und auftretende Produktionsfehler zur Folge haben, die durch Kommunikationsprobleme zwischen dem deutschen Headquarter und der ausländischen Produktionsstätte entstehen können. Qualitätsbewusste Endkunden setzen daher nach wie vor stark auf „echte“ Produkte „Made in Germany“. 

Jüngst standen übrigens auch wir vor der Entscheidung, ob wir in unserem Stammwerk in Bielefeld in eine neue Produktionslinie investieren oder zukünftig unsere Platinen extern bestücken lassen. Schließlich ging es dabei um eine Investition im Millionenbereich. Durch die immer kleiner werdenden Bauteile stießen die zwei vorhandenen Bestückungslinien (SMT) an ihre Grenzen. Auch die Bestückungsprozesse werden durch die höhere Anzahl der verbauten Elektronikkomponenten immer komplexer und somit zeitintensiver. Während eine Platine früher mit circa 300 Bauteilen bestückt wurde, sind es heute schon über 600.

Letztlich war die Entscheidung, in den Standort Bielefeld zu investieren, dann aber doch leicht, denn dies bedeutete nicht nur eine Arbeitsplatzgarantie für die Mitarbeiter, sondern vor allen Dingen auch, dass wir unsere erworbenen Kompetenzen in Bezug auf Fertigungsprozesse, Komponenteneinkäufe, Qualitätskontrolle und -management im eigenen Hause behalten können.