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Cloud-Computing: Schlüsselfaktoren für eine erfolgreiche Migration

Die Cloud bietet im wachsenden Wettbewerbs- und Digitalisierungsdruck mehr Möglichkeiten und Flexibilität für Unternehmen. Was diese beachten sollten, um erfolgreich in die Cloud zu migrieren, erläutert Carlo Pacifico von New Relic.

Mauer Bildquelle: © Sergey Nivens - fotolia

Derzeit werden zunehmend Massenmigrationen von Unternehmensanwendungen in die Cloud beobachtet. Viele Unternehmen versuchen, möglichst schnell, möglichst viele Anwendungen in die Cloud zu verlagern. Dabei vernachlässigen sie wichtige Schritte einer strategischen Herangehensweise, die für den erfolgreichen Umzug in die Cloud essentiell sind. Diese im Nachhinein durchzuführen, kostet oft mehr Zeit und Geld, als ursprünglich eingeplant war. Dadurch wird die Migration unprofitabel. Um das zu verhindern, ist es sinnvoll eine gut durchdachte Cloud-Strategie vorzubereiten.

Neben der Frage des richtigen Zeitpunkts sollte als Erstes das Ziel der Migration in die Cloud geklärt werden. Oft stellt schon die Zielsetzung eine Hürde dar, denn es kommt vor, dass unterschiedliche Abteilungen über verschiedene Vorstellungen verfügen.

So möchten die einen einfach nur die Unternehmenskosten senken. Andere wiederum sehen durch die Migration in die Cloud die Möglichkeit, neue Produkte und Services entwickeln zu können, die sie dank Cloud-Lösungen flexibel skalieren und ausschöpfen können. Die Beispiele zeigen, dass es besonders wichtig ist, alle Abteilungen und deren Mitarbeiter mit ihren unterschiedlichen Zielvorstellungen frühzeitig miteinzubeziehen.

Auf der Suche nach der besten Methode – Lift and shift oder die Anwendung vorher verändern?
Um eine reibungslose Cloud-Migration zu bewerkstelligen, sollte außerdem vorab geprüft werden, welche Anwendungen und Komponenten der Altsysteme sich überhaupt für eine Verlagerung in die Cloud eignen. Viele Unternehmen, die gerade Teil der massenhaften Migrationen von Anwendungen in die Cloud sind, bevorzugen die „Lift and shift“- Methode. Dabei bleibt die Anwendung mehr oder weniger unverändert. Der Vorteil eines solchen Projekts ist, dass sich die Migration schnell rechnet.

Es sollte jedoch bei einer Migration nicht nur auf die Kostenvorteile geachtet werden. Entscheidet sich ein Unternehmen dazu, seine Anwendung unverändert in die Cloud zu migrieren, muss sichergestellt sein, dass alle Applikationen aktuell sind und den Anforderungen für den Betrieb in der Cloud entsprechen. Ist das nicht der Fall, sollten alte Legacy-Applikationen durch moderne Anwendungen abgelöst werden.

Technik allein ist nicht alles – abteilungsübergreifende Zusammenarbeit ist unerlässlich.
Bei vielen Massenmigrationen geht es vor allem darum, seine Anwendung um jeden Preis in die Cloud zu verlagern. Hauptakteure in dem Szenario waren bisher IT-Verantwortliche. Doch das ändert sich zusehends. Eine erfolgreiche und reibungslose Cloud-Migration erfordert eine unternehmensweite Zusammenarbeit, bei der sowohl kulturelle als auch prozessuale Veränderungen angestoßen werden müssen.

Nur dann kann gewährleistet werden, dass eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit stattfindet und das Cloud-Projekt nicht allein von wenigen Entscheidungsträgern vorangetrieben wird. Und dann eventuell durch Wechselwirkungen mit anderen beteiligten Abteilungen ins Stocken gerät.
Dass das ein Schlüsselfaktor für das digitale Wachstum ist, hat sich inzwischen auch bei vielen Führungskräften herumgesprochen. Deshalb wird bei einem erfolgreichen Umzug in die Cloud auch vermehrt darauf geachtet, alle Unternehmensbereiche mit einzubeziehen. Flexible Unternehmenskulturen und ein gutes Change-Management sind die Grundvoraussetzung, um das umsetzen zu können.

Erst wenn all diese Fragen geklärt sind, sollten Unternehmen den Schritt in die Cloud wagen. Ist die Migration geglückt, kann sich das Unternehmen damit beschäftigen, welche neuen Geschäftsmodelle vielleicht noch durch die Cloud entwickelt werden können, um den Vorteil anderen Unternehmen gegenüber weiter auszubauen.

Carlo Pacifico ist Vice President DACH bei New Relic