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Bitkom-Umfrage: Seiteneffekte durch Cloud-Computing

Drei von vier Unternehmen nutzten 2018 bereits Rechenleistungen aus der Cloud – 2017 waren es noch zwei Drittel. Ein Nebeneffekt: Durch Cloud-Computing wird die Digitalisierung in den Unternehmen generell vorangetrieben. Das sind einige der Ergebnisse einer Bitkom-Umfrage zur Cloud-Nutzung.

cloud Bildquelle: © fotolia / bagotaj

Nur für acht Prozent der 553 befragten Unternehmen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland sei die Cloud nach wie vor kein Thema, 19 Prozent planen oder diskutieren den Cloud-Einsatz, die überwiegende Mehrheit von 73 Prozent nutze jedoch bereits Rechenleistungen aus der Cloud: Diese Ergebnisse brachte eine repräsentativen Umfrage von Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG zu Tage. Im vergangenen Jahr nutzte dabei mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 Prozent) Private-Cloud-Anwendungen, gut ein Drittel (35 Prozent) setzte auf Public-Cloud-Lösungen. „Die meisten Unternehmen können und wollen auf Cloud Computing nicht mehr verzichten. Cloud-Anwendungen sind nicht nur kosteneffizienter, sondern auch die Basis für zukunftsfähige Geschäftsmodelle“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer von Bitkom Research.

Cloud-Computing als Motor für die Unternehmensdigitalisieriung
57 Prozent der Cloud-Nutzer gab laut den Umfrageautoren an, dass der Cloud-Einsatz einen großen Beitrag zur Digitalisierung des Unternehmens insgesamt leiste. Für die Digitalisierung interner Prozesse sagten dies 52 Prozent und 24 Prozent gestehen dem Cloud Computing einen großen Beitrag für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle zu. „Die digitale Transformation eines Unternehmens startet häufig mit Cloud-Lösungen. In der Praxis sind sie der Motor der Digitalisierung“, sagt Peter Heidkamp, Head of Technology bei KPMG.

Die Konfromität mit der Datenschautz-Grundverordnung bei Cloud-Lösungen sei für 90 Prozent der befragten Unternehmen unverzichtbar. Auch die Standortfrage beschäftigt die Cloud-Nutzer und -Planer. Für jeweils zwei Drittel müssen sich der Hauptsitz des Cloud-Anbieters (67 Prozent) sowie das Rechenzentrum im Rechtsgebiet der EU befinden (66 Prozent). „Wer den Datenschutz vernachlässigt, ist für Cloud-Anwender sofort aus dem Rennen. Anbieter müssen den Spagat zwischen hohen Sicherheitsanforderungen und einfacher Systemintegration meistern“, so Pols.

Public Cloud und die Sicherheit
Mit der Public-Cloud machten Anwender, die sie bereits nutzen, jedoch laut den Umfrageautoren größtenteils positive Erfahrungen. 80 Prozent sehen dadurch eine schnellere Skalierbarkeit ihrer IT-Leistungen. Für 54 Prozent habe die Public Cloud die eigene Datensicherheit verbessert. Jeder fünfte Anwender (18 Prozent) gab an, dass durch die Public Cloud die IT-Kosten abgenommen hätten. Beim IT-Verwaltungsaufwand ist das Bild zweigeteilt: Dieser sei für 37 Prozent geringer geworden, für 36 Prozent habe der Aufwand durch die Public Cloud aber auch zugenommen.

Wer noch keine Public-Cloud-Lösungen einsetzt, der sorge sich vor allem um die Sicherheit seiner Daten.73 Prozent der Nichtnutzer fürchten einen unberechtigten Zugriff auf sensible Unternehmensdaten; 2017 nannten dies nur 63 Prozent als Grund.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft durchgeführt hat. Dabei wurden 553 Unternehmen aller Branchen ab 20 Mitarbeitern in Deutschland telefonisch befragt. Die Interviews wurden mit Geschäftsführern, IT-Leitern, CTOs und CIOs geführt. Die Umfrage ist repräsentativ für die Gesamtwirtschaft.