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Next und Caruso: Eine Allianz für die digitale Werkstatt

Ersatzteile werden längst online bestellt und die Investitionsbereitschaft in digitale Diagnosesysteme steigt rasant. Trotzdem lassen deutsche Kfz-Werkstätten jede Menge Optimierungspotenzial liegen. Um gegenzusteuern, hat Topmotive eine intelligente Fahrzeugakte entwickelt.

Das »Next«-Portal bündelt Fahrzeuginformationen, In-Vehicle-Daten und Prozessdaten und ermöglicht so auf Basis des Datenmarktplatzes Caruso neuartige Mobilitäts-Services. Bildquelle: © Topmotive

Die Next-Plattform bündelt Fahrzeug- und Echtzeit-Betriebsdaten – und ebnet so den Weg zu effizienten Reparaturprozessen sowie innovativen Services. Der Caruso Datenmarktplatz liefert dafür ein wichtiges Fundament.

„Das Aftersales-Geschäft war lange Zeit ein verlässlicher Umsatz- und Gewinngarant für Hersteller, Zulieferer und Werkstätten. Diese Zeiten gehen zu Ende“, warnte McKinsey-Berater Bernd Heid vor kurzem in einer aktuellen Studie. Klar ist: Das automobile Aftersales-Geschäft wird in den kommenden Jahren stark in Bewegung geraten. Schon jetzt ist es hart umkämpft, der Wettbewerbsdruck steigt weiter. Die zunehmende Zahl an Elektroautos – mit ihrem geringeren Verschleiß – und die rückläufige Zahl von Schadensfällen könnte das Wachstum im deutschen Aftersales-Geschäft künftig spürbar dämpfen. Zugleich reißt die Digitalisierung die traditionelle Wertschöpfungskette zwischen Originalteileherstellern und Zulieferern, Teilehändlern und Werkstätten auf. Die Folge: Neue Spieler aus dem E-Commerce drängen in den Markt.

Umso wichtiger sei es für Teilehändler und KfZ-Werkstätten, bestehende Abläufe auf den Prüfstand zu stellen und Chancen der Digitalisierung bereits heute aktiv zu nutzen. Konkrete Ansatzpunkte für Prozessverbesserungen in den Werkstätten gibt es zuhauf. Zum Beispiel bei der Optimierung interner Workflows, dem Supply Chain Management oder der Kundenbindung. So lassen sich beispielsweise mithilfe vernetzter IT-Lösungen schon heute etliche Reparatur- und Warenwirtschaftsprozesse automatisieren – und dadurch Effizienzreserven heben. Künftig bietet zudem das vernetzte Auto in Verbindung mit intelligenten Plattformen vielfältige Möglichkeiten für neue Geschäftsmodelle. Beispielsweise könnten Werkstätten dank Echtzeit-Daten aus dem Auto potenzielle Störungen erkennen, noch bevor sie für den Fahrer zum Problem werden. „Dazu braucht es vor allem eins: integrierte Prozesse“, erklärt Stefan Schneider, Vorstandsmitglied der Topmotive Gruppe. Doch genau daran hapere es vielerorts. Aktuell werde der Großteil der Werkstätten durch eine Vielzahl heterogener IT-Systeme ausgebremst: Warenwirtschafts-, Katalog-, Diagnose- und Begutachtungssysteme seien in der Regel nicht oder nur unzureichend miteinander verzahnt. Die Folge: zeitraubende Medienbrüche, hohe Fehlerrisiken durch manuelle Datenerfassung sowie redundante Datenhaltung. „All das hält die Werkstatt von ihrer eigentlichen Arbeit ab“, sagt Schneider.

Intelligente Plattform optimiert Werkstattabläufe
Um das zu ändern, hat Topmotive – Marktführer im Bereich Katalog- und Informationssysteme sowie IAM-Services – im vergangenen Jahr das Portal „Next“ an den Start gebracht. „Die digitale Plattform bündelt sämtliche Informationen rund um Reparaturen und Services und ermöglicht Werkstätten so, sich ganz auf ihre Kernaufgabe zu konzentrieren: Autos zu reparieren“, erklärt der Topmotive-Vorstand. Die Lösung bringe OE- und IAM-Daten unterschiedlicher Anbieter auf einer einheitlichen Oberfläche zusammen. Im Gegensatz zu klassischen Kataloglösungen beinhalte Next auch eine intelligente Fahrzeugakte. Diese bündelt Informationen zu den unterschiedlichen Reparaturaufträgen und Fahrzeugen und ebne so den Weg zu effizienten und fehlerfreien Werkstattservices. Denn Next verknüpfe relevante Daten über ein unabhängiges und hochintegratives Datenmodell miteinander und stelle sie in der intelligenten Fahrzeugakte auf Knopfdruck bereit. „Dabei speichert das System erlerntes Wissen und macht es dem Nutzer nachhaltig wieder zugänglich“, verdeutlicht Schneider.  

So beschleunige Next Workflows, baue manuelle Schnittstellen ab und minimiere Fehlbestellungen. Denn die intelligente Plattform merke sich, welche Teile in welchen Fahrzeugen verbaut wurden und stellt automatisch entsprechende Querverbindungen zu ergänzenden Produkten her. Sollen beispielsweise die Bremsen eines VW Multivans erneuert werden, schlägt Next automatisch die passenden IAM-Teile vor – inklusive Preisangabe und technischer Daten. Auf Basis aktueller Daten lassen sich belastbare Kostenvoranschläge erzeugen, benötigte Teile und Betriebsstoffe direkt aus dem Warenkorb bestellen. Integrative Schnittstellen ermöglichen zudem das Zusammenspiel mit dem Warenwirtschaftssystem der Werkstatt.

Das spare nicht nur viel Zeit, sondern beuge auch Fehlern vor: „Next reduziert das Risiko fehlerhafter Bestellungen und damit die Retourenquote. Das rechnet sich. Und zwar nicht nur für die Umwelt, sondern auch für Händler und Werkstätten“, weiß Topmotive-Vorstand Stefan Schneider aus Erfahrung. Reparaturzeiten beschleunigen sich, Kunden können ihr Auto schneller wieder abholen, Werkstätten mehr Aufträge annehmen. Anders gesagt: Effizienz und Kundenzufriedenheit steigen. Und damit auch die Wettbewerbsfähigkeit der Werkstätten. Mehr als 700.000 Nutzer würden regelmäßig auf der Topmotive Plattform arbeiten. „Aktuell verzeichnen wir weltweit rund 50 Millionen Logins im Monat, Tendenz steigend“, so Schneider.