Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Internet of Things: Smart Mittelstand

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Neue Dynamik durch den Einsatz von KI-Technologien

Prädiktive Methoden erlauben es Unternehmen, frühzeitig Abweichungen zwischen dem Ist- und dem Soll-Zustand zu erkennen und entsprechende Maßnahmen zu treffen. Künstliche Intelligenz (KI) beruht im Wesentlichen auf der Berechnung von Wahrscheinlichkeiten und auf dem Erkennen von Mustern. Der aktuelle Boom lässt sich auf die Entwicklung tiefer neuronaler Netze in den vergangenen Jahren zurückführen. In der Produktion bieten sich zahlreiche Anwendungsfelder. Doch welche Prozesse lassen sich sinnvoll automatisieren? Um die Anlagensicherheit zu erhöhen, sollten manuelle Eingriffe in der Fabrik auf das Nötigste reduziert werden. Robotik und Prozessautomatisierung werden zu diesem Zweck branchenübergreifend erfolgreich eingesetzt. In Zukunft soll die Beseitigung des Risikofaktors Mensch auch zu Effizienzsteigerungen in Bezug auf Durchsatz und Materialverbrauch führen.

Der von IIoT generierte Datenstrom stellt eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, genau das zu tun. Fertigungssysteme, die in der Lage sind, von maschinellem Lernen und prädiktiver Datenanalyse zu profitieren, können Produktionskapazitäten signifikant verbessern und gleichzeitig die Ressourcenauslastung verringern. Skeptiker argumentieren gern, dass die menschliche Fähigkeit zur Vernunft und Logik für die Fertigung immer noch unerlässlich ist. Doch mittels Robotics Process Automation (RPA) trainierte Maschinen agieren bereits heute genauso, wie ein geschulter Mitarbeiter es tun würde. Insbesondere bei repetitiven Tätigkeiten lassen sich direkte Kostensenkungspotentiale erschließen, ohne dass überhaupt eine denkende Komponente benötigt wird. Doch was passiert, wenn Maschinen anfangen, wie Menschen zu denken? Das ist auf absehbare Zeit noch Zukunftsmusik. Studien zufolge hat sich trotz zahlreicher Vorteile selbst die Brücken-Technologie RPA in deutschen Unternehmen noch nicht durchgesetzt.

Langer Weg zur industriellen Intelligenz
Der digitale Fortschritt für die Produktionsindustrie befindet sich noch in der Anfangsphase. Einige Unternehmen experimentieren noch mit Piloten oder Einzelprojekten. Doch der Fortschritt kommt diesmal nicht mit der Geschwindigkeit einer Dampfmaschine, sondern mit der des Hyperloops.

Die Nachzügler der Branche müssen das Potential von Industrie 4.0 jetzt rasch erkennen, auch wenn hohe Kosten und fehlendes internes Knowhow dem bisher entgegenstanden. Dennoch sollte das Thema nicht mit der Brechstange angegangen werden – gerade wenn man an den Mittelstand denkt. Investitionen ohne Business Use Case sind oft verlorene Investitionen. Fehlendes internes Knowhow lässt sich durch die Inanspruchnahme von Beratungsleistungen auffangen. Die Stärke externer Analysen liegt insbesondere im ganzheitlichen Verständnis mehrerer Technologien und Geschäftsprozesse. So lässt sich die individuell passende Technologieplattform auswählen und dann mit klarem Fahrplan Schritt für Schritt implementieren.
Da immer mehr Unternehmen die Vorteile der digitalen Transformation für sich erkennen, wird die Fertigung insgesamt eine deutliche Wende zum Besseren nehmen. Dieser Tag ist nicht allzu weit entfernt! Denn am Ende gibt es zu Digitalisierung, Robotik und KI keine Alternative. Dessen sollte sich auch der deutsche Mittelstand bewusst sein.

Gaurav Gupta, Chief Business Officer bei L&T Technology Services