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Datenschutz: Wie das Web 3.0 unsere Online-Identität schützt

Tom Lyons, Executive Director bei Consensys Solutions Schweiz, diskutiert grundsätzliche Fragen rund um Privatsphäre im Internet und Online-Identität und zeigt Möglichkeiten auf, wie Blockchain beim Thema Datenschutz Abhilfe schaffen kann.

Identität Bildquelle: © alphaspirit - 123RF

Christopher Wylie, der Whistleblower von Cambridge Analytica, erklärte, dass sein ehemaliges Unternehmen ein "Waffenarsenal" besaß, das von Facebook-Nutzerdaten befüllt wurde. Die Facebook-Datenbank enthält Unmengen von persönlichen Informationen, was Gesetzgeber weltweit dazu brachte, die Nutzung eben dieser genauer zu betrachten. Dies ist nicht der einzige Fall, in dem persönliche Daten missbraucht wurden.

Wie die jüngsten Wahlen weltweit gezeigt haben, ist auch die Informationskriegsführung sehr effektiv. Daten und persönliche Informationen sind seit langem ein Produkt, das von großen Tech-Firmen verkauft wird, um Wahlen zu beeinflussen. Doch Privatsphäre ist ein wesentlicher Bestandteil freier und demokratischer Gesellschaften. Hierbei geht es um die Kontrolle, Nutzung und Offenlegung der personenbezogenen Daten. Daraus leitet sich Datenschutz ab, der besagt, dass alle Informationen über eine Person ihre eigenen sind. Jede Person kann die eigenen Daten nach eigenem Ermessen kommunizieren oder aufbewahren.

Die Entwicklung des Web 2.0
Das Problem im Online-Bereich? Unsere digitale Identität ist nicht unsere eigene. Infolgedessen hat der Einzelne keinen Einfluss darauf, was diejenigen, die die Daten gekauft haben, mit eben diesen tut. Um die gegenwärtige Situation rund um digitale Identität zu erfassen, muss ein Blick auf die Anfänge des Internets geworfen werden.

Das World Wide Web der 90er-Jahre war ein Ort, an dem Bücher, Forschung und das eigene Leben einen einfachen Abruf entfernt online gestellt wurden: Enzyklopädien, Krankenakten und ganze Bibliotheken konnten eingesehen werden. Langsam doch stetig verbesserten sich Internetbrowser und das Netz entwickelte sich vom „Read Web“ zum „Read-Write Web“. Zuerst erlebte das Bloggen einen Hype, dann die sozialen Netzwerke. Facebook wurde zu einem Markenzeichen des Web 2.0, bei dem die Nutzer zu Urhebern von Billionen von Datenzeilen wurden, indem sie dem Unternehmen buchstäblich sagten, was ihnen „gefiel". Fast unmerklich verloren die Nutzer mit zunehmender Größe des Netzes die Kontrolle über ihre digitale Identität. Der Ethereum-Erfinder Vitalik Buterin fasst dies treffend zusammen: „Du bist nicht der Kunde....also bist du das Produkt."