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Veeam-Studie: Schlechtes Datenmanagement kommt Unternehmen teuer zu stehen

73 Prozent der Unternehmen werden den Erwartungen der Anwender auf unterbrechungsfreien Zugang zu Daten und Anwendungen nicht gerecht. Darüber hinaus zeigt der Veeam Cloud Data Management Report 2019, dass Computerausfälle deutschen Firmen im Schnitt rund 41 Millionen Euro jährlich kosten.

Geldverlust Bildquelle: © Сергей Тряпицын - 123RF

Das Datenvolumen hat sich im letzten Jahrzehnt massiv vervielfacht: Bis zum Jahr 2025 wird jährlich mit der Generierung von 175 Zettabytes gerechnet. Der Wert übersteigt jenen aus 2018 um zwei Drittel. Unabhängig von ihrem Speicherort ist es an den Unternehmen, diese Daten zu verwalten und zu schützen. 73 Prozent der Unternehmen weltweit sind laut eigener Aussage nicht in der Lage, die Anforderungen ihrer Anwender nach einem unterbrechungsfreien Zugriff auf Daten und Dienste Folge zu leisten. In Deutschland trifft dies auf 61 Prozent der Firmen zu. Das geht aus einer Umfrage unter IT-Entscheidern hervor, die Veeam Software in Auftrag gegeben hat.

Computerausfälle verursachen durch Einbußen bei Umsatz, Produktivität und Kundenvertrauen jährlich Kosten in Höhe von knapp 18 Millionen Euro (20 Millionen US-Dollar). Deutsche IT-Entscheider veranschlagen hierfür knapp 41 Millionen Euro Verlust (45,8 Millionen US-Dollar). 

Darüber hinaus legt die aktuelle Studie dar, dass sich Unternehmen diesem Problem aktiv stellen: weltweit setzen 72 Prozent auf intelligentes Datenmanagement, häufig auch Hybrid Cloud-Technologie, um eine optimalere und wirtschaftliche Nutzung ihrer Daten zu sichern. In Deutschland beträgt der Prozentsatz hier 77.

„Daten sind heute wichtiges Firmenkapital. Unternehmen müssen aufwachen und jetzt Maßnahmen ergreifen, um ihre Daten zu schützen“, bemerkt Ratmir Timashev, Mitbegründer und Executive Vice President (EVP) für Vertrieb und Marketing bei Veeam. „Firmen müssen sich fragen, ob ihre Geschäftsdaten immer verfügbar sind und ihre Daten effizient managen, damit sie jederzeit gewinnbringend nutzbar sind. Das ist kein Luxus, sondern wirtschaftliche Notwendigkeit. Denn dann erschließen Daten neue Geschäftspotenziale und Wettbewerbsvorteile.“

Investitionsschutz setzt Datenschutz voraus
Unternehmen weltweit verfolgen das Ziel, die Leistungsfähigkeit moderner Technologien wie Cloud, Hybrid Cloud, Big Data, künstliche Intelligenz (KI) und Internet of Things (IoT) gewinnbringend für sich einzusetzen. Für 2019 sind für diesen Zweck Investitionen von durchschnittlich 41 Millionen US-Dollar geplant, in Deutschland sogar 43 Millionen US-Dollar (etwa 38 Millionen Euro).

Obwohl nahezu die Hälfte der Befragten darüber im Klaren ist, dass Datenschutz eine zentrale Voraussetzung für Investitionsschutz darstellt, vertrauen diesbezüglich nur 37 Prozent auf ihre aktuellen Backup-Lösungen. In Deutschland hegen dieses Vertrauen gerade mal 34 Prozent. Allerdings sichern und replizieren dort auch nur 20 Prozent laufend geschäftskritische Anwendungen. Demzufolge sehen Führungskräfte den Handlungsbedarf: Mehr als die Hälfte intendieren intelligentes Datenmanagement und Multi-Cloud-Lösungen unternehmensweit einzusetzen, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Dies gilt auch für Deutschland.

Die Vorteile durch den Einsatz digitaler Technologien lassen sich quantifizieren. Befragte beziffern sie durchschnittlich mit 124 Millionen Dollar Mehrumsatz pro Unternehmen – in Deutschland mit gut 112 Mio. Euro (126 Millionen US-Dollar). Allerdings lassen sich globale Unterschiede hinsichtlich der Digitalisierung feststellen: 41 Prozent der japanischen und 48 Prozent der brasilianischen Unternehmen betrachten ihr Datenmanagement als ausgereift, verglichen mit gut 25 Prozent in Frankreich und Deutschland sowie nur 11 Prozent in Großbritannien. Auch die geplanten Investitionen in intelligentes Datenmanagement liegen bei japanischen und brasilianischen Unternehmen in den nächsten 12 Monaten mit durchschnittlich 105 Millionen Dollar beziehungsweise 73 Millionen Dollar deutlich über entsprechenden Investitionsplänen etwa in Großbritannien (14 Millionen Dollar), China (17 Millionen Dollar) oder den USA (38 Millionen Dollar). Das bedeutet für einige große Volkswirtschaften den Verlust des digitalen Anschlusses.

Timashev kommentiert dies wie folgt: „Es ist wichtig, dass Unternehmen die digitalen Grundlagen schaffen, um ihre Daten intelligent zu verwalten und ihre Zukunft zu sichern. Das erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen IT und Fachbereichen, um digitale Kompetenzen auszubilden und die kulturellen Veränderungen anzugehen.“

Der Weg zu einem intelligenteren Unternehmen
Die Veeam-Studie zeigt, dass einige Unternehmen den ersten Schritt zu einer intelligenteren Organisation bereits gemacht haben. Sie gebrauchen Technologien wie Cloud-Datenmanagement und künstliche Intelligenz, um in Echtzeit einen Überblick über geschäftliche Leistungsdaten zu bekommen und können damit entsprechend auf die daraus gewonnenen Erkenntnisse reagieren. Insgesamt vier Faktoren sind für den Erfolg einer intelligenten Organisation verantwortlich: Cloud, Kompetenz, Kultur und Vertrauen.

1. Cloud: Cloud-Datenmanagement ist eine Schlüsselkomponente für intelligentes Datenmanagement. Drei Viertel der Unternehmen nutzen Software-as-a-Service (SaaS); viele nutzen die Cloud für Backup und Wiederherstellung, 51 Prozent nutzen Backup-as-a-Service (BaaS), 44 Prozent Disaster Recovery-as-a-Service (DRaaS). Ähnlich in Deutschland: 73 Prozent der befragten Organisationen nutzen SaaS-Plattformen, 56% nutzen Cloud Backup und 50 Prozent DRaaS. Führungskräfte sind sich bewusst über die Vorteile eines Multi-Cloud- beziehungsweise hybridbasierten Ansatzes: Sie nennen insbesondere Kosten, Zuverlässigkeit, Flexibilität und Datensicherheit in der Cloud als schlagende Argumente für den Einsatz.

2. Kompetenz: Gezielte Aus- und Weiterbildung der digitalen Fähigkeiten von Mitarbeitern ist von großer Bedeutung. Nur so lassen sich diese neue Technologien und Analyseergebnisse gewinnbringend einsetzen. Neun von zehn Unternehmen bewerten die digitale Kompetenz ihrer Mitarbeiter als erfolgsentscheidend für die Zukunft.

3. Kultur: Ebenso wichtig ist eine Unternehmenskultur, die neuen Technologien gegenüber offen und aufgeschlossen ist, damit sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen weiterentwickeln können. Rund zwei Drittel der Befragten sind der Auffassung, dass ihre Unternehmenskultur und die Akzeptanz für digitale Technologien offener werden muss.

4. Vertrauen: Unternehmen müssen Vertrauen in die digitalen Fähigkeiten ihrer Organisation und die Zuverlässigkeit ihrer Datenbasis schaffen. Derzeit hat nur ein Viertel der Befragten weltweit vollstes Vertrauen in die Fähigkeiten ihrer Organisation, die digitalen Herausforderungen zu meistern; in Deutschland liegt dieses Vertrauen bei gerade einmal 14 Prozent.

Der Veeam Cloud Data Management Report 2019 macht eines klar: Es ist Zeit zu handeln. Den ersten Schritt stellt eine leistungsfähige digitale Basis dar, die eine zuverlässige Sicherung und laufende Verfügbarkeit der Daten ermöglicht. Auf dieser Grundlage sind Unternehmen dann in der Lage, digitale Initiativen zu realisieren, die das Potenzial von Cloud-Datenmanagement nutzen, um betriebliche Wertschöpfung und Wettbewerbsvorteile zu erhöhen.