Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Autonomes Fliegen: Autopilot, Reservepilot, gar kein Pilot?

Pilotenstreik – und trotzdem die Flugreise antreten? Das könnten autonom fliegende Maschinen ermöglichen. Doch würden Passagiere wirklich in einen Flieger mit "unbemanntem" Cockpit einsteigen? Eine repräsentative Bitkom-Umfrage gibt Antworten.

Bildquelle: © Bild: Sergey Nivens - Fotolia.com

Schon heute können Piloten “das Ruder” des Flugzeugs übergeben und über weite Strecken den Autopiloten einschalten. Doch dann ist das Cockpit trotzdem vollbesetzt, die Piloten überwachen die Abläufe und können gegebenenfalls eingreifen. Beim Thema autonomes Fliegen kommt es somit wohl auf Abstufungen an.

Flugkapitäne beim Bodenpersonal?

Von 1004 befragten Bundesbürgern ab 16 Jahren würden der Bitkom-Umfrage zufolge 26 Prozent in ein Flugzeug einsteigen, das ein Pilot vom Boden aus fernsteuert – vorausgesetzt ein Reservepilot ist an Bord der Maschine. Immerhin zehn Prozent würden das auch ohne Reservepiloten tun.

Mit Reservepilot würden außerdem 17 Prozent einchecken und mitfliegen, das eigenständig per Computer fliegt. Acht Prozent würden dies auch ohne Reservepiloten tun. Allerdings sagen auch 70 Prozent der Befragten quer durch alle Altersklassen, dass sie sich in keines solcher Flugzeuge setzen würden.

Vor- und Nachteile autonomer Flugzeuge

Diejenigen, für die eine Nutzung vorstellbar ist, sehen den größten Vorteil autonomer Flugzeuge darin, dass Probleme durch körperliche Beeinträchtigungen des Piloten ausgeschlossen sind (48 Prozent). Jeder Dritte (33 Prozent) sagt außerdem, dass er generell großes Vertrauen in Technik hat. Der Ausschluss von menschlichem Versagen, wie Flugfehlern, ist für 30 Prozent ein schlagendes Argument. 18 Prozent trauen eher der Technik als einem Piloten zu, mit unvorhergesehenen Ereignissen wie einem Triebwerksausfall fertig zu werden. Für 17 Prozent ist relevant, dass Streiks der Piloten ausgeschlossen sind. Auch, dass die Einflussnahme durch Menschen während des Fluges, also beispielsweise eine Flugzeugentführung nicht möglich ist, finden 14 Prozent ein Argument für die autonome Fliegerei.

Die Erfahrung eines langjährigen Piloten könne Software jedoch nicht ersetzen – davon sind 93 Prozent unter den Gegnern des autonomen Fliegens überzeugt. Auch die Angst vor Hackern und Cyberterrorismus würde bei 87 Prozent  in einem autonom fliegenden Flugzeug mitfliegen. 86 Prozent trauen der Technik weniger als einem Piloten zu, mit unvorhergesehenen Ereignissen fertig zu werden.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.004 Bundesbürger ab 16 Jahren in Deutschland telefonisch befragt. Die Fragen lauteten: „Wenn Sie nun an die Zukunft des Fliegens denken: In welchem Flugzeug würden Sie als Passagier mitfliegen?“, „Was spricht aus Ihrer Sicht für autonome Flugzeuge, also Flugzeuge, die nicht von einem Piloten gesteuert werden, sondern eigenständig per Computer fliegen?“ und „Aus welchen Gründen lehnen Sie es ab, in einem autonomen Flugzeug mitzufliegen, also in einem Flugzeug, das nicht von einem Piloten gesteuert wird, sondern eigenständig per Computer fliegt?“