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Gastkommentar von Tata Communications: Der Ausblick auf das Internet in einer 5G-Welt in 2019

Mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G von Smart Cities zu intelligenteren Unternehmen – ein Kommentar von Tim Sherwood, Tata Communications.

Internet Geschwindigkeit Bildquelle: © fotolia / siiixth

5G wird ohne Zweifel früher oder später auch bei uns ankommen. Das World Economic Forum prophezeit, dass es bis 2023 unglaubliche 9,1 Milliarden Mobilfunk-Abonnements geben wird. Außerdem werden laut Cisco die vernetzten Mobilgeräte schon 2020 jeden Monat 30,6 Exabyte an Daten erzeugen. Insgesamt würde das eine weltweite jährliche Netzwerkbelastung von 366,8 Exabyte ergeben.

Die Einführung des 5G-Mobilfunkstandards in Deutschland läuft auf Volldampf. Die Bundesnetzagentur will dabei sicherstellen, dass Datenübertragungsgeschwindigkeiten von mindestens 100 MBit/s in 98 Prozent der Haushalte im Bundesgebiet bis zum Ende des Jahres 2022 genutzt werden können. Um die bestehenden Lücken in der Netzversorgung ländlicher Gebiete zu schließen und eine schnellere Ausweitung der 5G-Netze zu fördern, sollen die Mobilfunkanbieter deutlich mehr Sendestationen als ursprünglich geplant einrichten. Neben den Autobahnen und ICE-Trassen sollen die Netzbetreiber bis zum Jahr 2024 auch Bundesstraßen und alle weiteren Bahnstrecken mit Hochgeschwindigkeitsverbindungen abdecken. Die Bandbreiten-Anforderungen, die Innovationen wie Virtual und Augmented Reality (VR/AR), Künstliche Intelligenz (KI) oder Robotik an ihre Verbindungen stellen, sind immens. Es sind aber auch diese Anforderungen, die den Aufbau von 5G vorantreiben werden. Gleichzeitig gibt es Zweifel an der Wirtschaftlichkeit des flächendeckenden Rollouts von 5G und der dafür notwendigen Infrastruktur. Gerade vor dem Hintergrund, dass der Wechsel von LTE (4G) auf 5G der bisher größte Technologiesprung im Mobilfunk ist (mit deutlich größeren Herausforderungen als der Wechsel von 3G auf 4G), sind diese Zweifel durchaus berechtigt.

Aktuell hat LTE eine maximale Übertragungsgeschwindigkeit von etwa einem Gigabit pro Sekunde (oder einfach gesagt: Es dauert etwa eine Stunde, um einen HD-Film herunterzuladen). Mit dem Wechsel auf 5G wird diese Geschwindigkeit auf 10 GBit/s verzehnfacht – ein kompletter HD-Film ist damit in wenigen Sekunden auf dem Gerät des Anwenders. Mit derartigen Geschwindigkeiten könnte 5G sogar die herkömmlichen heimischen Breitbandleitungen ersetzen. Doch die neue Technologie steht nicht nur für hohe Geschwindigkeiten: Sie senkt auch die Latenzzeiten unserer Verbindungen deutlich und ermöglicht die Anbindung von deutlich mehr Geräten gleichzeitig.

Gerade dieser letzte Punkt legt die Grundlagen für ein weit verbreitetes Internet der Dinge (IoT). Nur so können die Visionen, beispielsweise von Smart Cities, die in den letzten Jahren unsere Fantasie beflügelt haben, Realität werden. Die 5G-Technologie verwaltet die Netzwerkleistung deutlich effizienter und intelligenter als bisher. Unternehmen können so erstmalig die komplette Anforderungsbandbreite mit nur einer Technologie abdecken – egal ob sie IoT-Anwendungen mit geringer Leistung und Bandbreite oder Bandbreitenfresser wie VR nutzen. Damit verbessern sie ihre Nutzererfahrung und optimieren gleichzeitig ihre Netzwerknutzung und Kosten.

Smart Cities, Smartes Land
Es wird erwartet, dass mehr als 20 Milliarden Geräte bis zum Jahr 2020 vernetzt sein werden. 5G wird die IoT-Industrie für Unternehmen, Regierungen sowie Bürger fundamental verändern. Obwohl die rasante technologische Entwicklung der Mobilgeräte im letzten Jahrzehnt unsere persönlichen und beruflichen Leben wesentlich verändert hat, ist das nur eine Vorschau der Möglichkeiten einer komplett verbundenen Welt. 4G hat das Smartphone-Erlebnis grunderneuert, 5G wird aber alle Arten der Kommunikation zwischen den Geräten verändern. In Deutschland haben München, Berlin und Frankfurt die ersten Schritte im Hinblick auf Smart Cities unternommen und eine Reihe von Initiativen gestartet, unter anderem intelligente Straßenlaternen und Energienetze, wobei die meisten sich noch in der Versuchsphase befinden. Mit einem verstärkten Fokus auf der Entwicklung von Smart Cities unter der Verwendung von IoT-Daten, werden diese Smart City-Lösungen die schnellen Mobilfunknetze der nächsten Generation nutzen, um beispielweise die Sicherheit von Bürgern und der Städten zu verbessern. Dieser Unterschied wird lebensrettende Entscheidungen in Sekundenbruchteilen ermöglichen und ist ein wesentlicher Faktor, um die Sicherheit autonomer Fahrzeuge (AV) zu erhöhen und einen umfassenderen Einsatz von ihnen zu ermöglichen. Die Öffentlichkeit kann dann auch mit intelligenteren Geräten und Sensoren auf neue Weise kommunizieren, wodurch Daten proaktiv und unverzüglich für weitere Planungen und Analysen bundesweit gesammelt werden können.