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Bitkom-Umfrage: Lehrer haben kein Problem mit Roboter-Kollegen

Nur ein schwindender Teil der befragten Lehrer und Lehrerinnen gehen davon aus, dass sie bis 2030 durch Künstliche Intelligenz (KI) ersetzt werden. Jeder vierte Lehrer betrachtet KI sogar als Mehrwert und sieht durch ihren Einsatz das Potenzial, Schüler besser fördern zu können.

Bis zum 26. Juni 2019 können KI-Projekte bei Microsoft eingereicht werden, um ein Azure-Guthaben zu gewinnen. Bildquelle: © Phonlamai Photo | Shutterstock

Übernimmt KI den Job des Lehrers?

Lehrer müssen wegen des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) im Klassenzimmer nicht um ihre Jobs bangen. Das sieht gemäß einer Umfrage auch die größte Mehrheit der Lehrer so. Lediglich 5 Prozent der Lehrer rechnen damit, dass KI bis zum Jahr 2030 einen großen Teil ihrer Aufgaben erledigen wird. 93 Prozent sind hier jedoch anderer Meinung. Dieser digitalen Schlüsseltechnologie wird im Unterreicht allgemein eher wenig zugetraut. Nur 4 Prozent der Lehrer vermuten, dass künftig KI für die Vermittlung von Fachwissen zuständig sein wird. Anders sehen das hingegen 93 Prozent der Lehrer. Jeder neunte Lehrer (11 Prozent) denkt, dass es KI dem Lehrer möglich macht, individuell auf Schüler eingehen zu können, 86 Prozent sind diesbezüglich anderer Meinung. Jeder Achte (12 Prozent) erwartet, dass KI fester Bestandteil des Unterrichts sein wird, 84 Prozent nicht. Jeder vierte Lehrer (23 Prozent) geht davon aus, dass der Einsatz von KI eine frühzeitige Erkennung der Stärken und Schwächen von Schülern möglich macht, wodurch diese besser gefördert werden können. Drei Viertel (73 Prozent) gehe hiervon nicht aus. das. Die Ergebnisse stammen aus einer repräsentativen Befragung von mehr als 500 Lehrerinnen und Lehrern, die im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt wurde. Gefragt wurde nach der Erwartung, ob die genannten Szenarien im Jahr 2030 jeweils verbreitet oder nicht verbreitet sein werden.

Künstliche Intelligenz greift Lehrern unter die Arme

„Künstliche Intelligenz ist die digitale Schlüsseltechnologie schlechthin und keine Modeerscheinung“, kommentiert Bitkom-Präsident Achim Berg. „In vielen Bereichen gehört KI bereits zum Alltag, sei es als Sprachassistent auf dem Smartphone oder im Smart Home. KI-Systeme werden künftig auch im Unterricht selbstverständlich sein – nicht etwa als Ersatz für den Lehrer, sondern als Unterstützer.“ KI wird bereits heute in Lernumgebungen eingesetzt, etwa bei Adaptive Learning. „Innovative Technologien passen das Lernangebot genau an den individuellen Wissensstand und Lernfortschritt des Nutzers an, wie ein virtueller persönlicher Tutor. Durch Künstliche Intelligenz werden die Systeme noch besser.“ Im Unterricht bleibe so mehr Zeit für die individuelle Förderung, sagt Berg. „Die Schülerschaft wird zunehmend heterogener, wodurch die Anforderungen an Lehrkräfte steigen. KI-basiertes individuelles Lehren und Lernen ist die Antwort auf die Fragen nach Integration und Inklusion, die unsere Schulen vor enorme Herausforderungen stellen.“

Bitkom setzt sich für den flächendeckenden Ausbau deutscher Schulen zu Smart Schools mit digitaler Infrastruktur, digitalen Curricula, entsprechend angepassten pädagogischen Konzepten und digitalkompetenten Lehrern ein. Derzeit gibt es bundesweit 41 Smart Schools.

Hinweis zur Methodik: Grundlage der Angaben ist eine Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 503 Lehrer der Sekundarstufe I an Hauptschulen, Schulen mit mehreren Bildungsgängen, Realschulen, Gymnasien, Gesamtschulen und Waldorfschulen telefonisch befragt. Die Befragung ist repräsentativ. Die Fragestellung lautete: „Werfen wir einen Blick in die Zukunft. Bitte beurteilen Sie, wie verbreitet die folgenden Szenarien im Jahr 2030 durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz sein werden.“ Die Antwortvorgaben waren „sehr weit verbreitet“, „eher verbreitet“, „eher wenig verbreitet“ und „überhaupt nicht verbreitet“.