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Physische Zugangskontrolle: Voraussetzungen für den Einsatz biometrischer Daten

Biometrische Verfahren zur Nutzerauthentifizierung sind im Unternehmensbereich bisher noch eher die Ausnahme. Durch erhebliche Optimierungen bei Zuverlässigkeit und Sicherheit der Biometrielösungen steht aber einem künftigen stärkeren Einsatz nichts mehr im Wege.

Schmuckbild Biometrie Fingerprint Bildquelle: © patrick - Fotolia.com

Grundvoraussetzung für den Einsatz biometrischer Daten bei der physischen Zutrittskontrolle ist eine sichere, verlässliche Plattform, die den Anforderungen hinsichtlich einfacher Nutzung und hohem Datenschutz in einer vernetzten Umgebung entspricht. Die Plattform sollte eine Credential-Technologie mit Verschlüsselung nutzen, um vertrauenswürdige Identitäten in jedem Formfaktor für die physische Zutrittskontrolle, den Zugriff auf IT-Netzwerke und andere Ressourcen zu sichern. Kryptographie verhindert dabei Man-in-the-Middle-Angriffe und schützt zugleich die Biometrie-Datenbank. Zudem muss die Plattform ein Remote-Management aller Lesegeräte und Benutzer unterstützen, etwa mit dem Hochladen von Fingerabdruck-Templates für alle unterstützten Authentifizierungsmodi.

Obwohl sich die Authentifizierung per Fingerabdruck in zahlreichen Consumer-Anwendungen bereits bewährt hat, wird sie in Unternehmen noch eher zögerlich genutzt. Der Hauptgrund hierfür ist die Anfälligkeit der Lösungen für Spoofing und Hacking. Für Betrüger war es bislang zu einfach, einen Fingerabdruck zu fälschen und die Lesegeräte damit zu überlisten. Moderne Biometrielösungen bieten aber eine deutlich höhere Sicherheit, vor allem durch Verbesserungen bei der Erfassung der Fingerabdruckbilder und die Implementierung der Lebenderkennung.

Ohne Sensoren keine Fingerabdruckerkennung
Die sichere Nutzung des Fingerabdrucks hängt entscheidend von der Qualität der Erkennung ab. Marktführend sind dabei Sensoren, die auf einer multispektralen Bildgebungstechnologie basieren. Sie verwendet verschiedene Lichtspektren, um Informationen sowohl von der Hautoberfläche als auch von tieferen Hautschichten zu erfassen. Ein solcher Sensor scannt auch dann Daten, wenn der Hautkontakt aufgrund von schwierigen Umgebungsbedingungen wie Wasser oder Schmutz auf dem Finger beeinträchtigt ist. Die Multispektral-Sensoren eignen sich für Menschen mit normalen, feuchten, trockenen oder verletzten Fingern und können auch bei Sonnenlicht, Nässe und Kälte problemlos genutzt werden.

Markus Baba HID Global Bildquelle: © HID Global

Markus Baba ist Area Sales Manager DACH bei HID Global in Walluf.

Die multispektrale Technologie ist auch die Grundlage für die Lebenderkennung, also die Fähigkeit zu bestimmen, dass die biometrischen Daten, die der Fingerabdruckleser erfasst, von einer echten, lebenden Person stammen und nicht von einer Plastik-Fälschung oder anderen künstlichen Kopien. Für den stärkeren kommerziellen Einsatz biometrischer Lösungen ist die Lebenderkennung von entscheidender Bedeutung, um das Vertrauen in die Integrität der biometrischen Authentifizierung zu erhöhen.

Die zuverlässigsten Fingerabdrucksensoren für die multispektrale Bildgebung mit Lebenderkennung auf dem Markt stellen in Echtzeit bereits beim ersten Versuch fest, dass die biometrischen Daten authentisch sind und vom legitimen Benutzer stammen und nicht von jemandem, der sich dafür ausgibt. Zusätzlich zu solchen optischen Systemen nutzen innovative biometrische Sensoren fortschrittliche Techniken des Machine Learning und selbstlernende Algorithmen. Damit wird sichergestellt, dass die Lösungen mit neuen Bedrohungen Schritt halten und auf sie reagieren können.

Durch die hohe Zuverlässigkeit und Sicherheit, die moderne biometrische Authentifizierungslösungen bieten, wird der Einsatz im Unternehmensumfeld und bei Systemen zur physischen Zutrittskontrolle deutlich steigen. Die Kombination von Karte oder Smartphone mit einer Fingerabdruckerkennung ist bereits eine der am schnellsten wachsenden Zwei-Faktor-Authentifizierungsanwendungen, um den Zugang zu physischen Umgebungen zu sichern.