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Cloud-Telefonie: Die jungen Wilden aus der Cloud

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

SIP-Telefonanlagen

SIP Telefonanlagen Bildquelle: © SIP-Telefonanlagen

Torsten Becker, Mitglied der Geschäftsführung bei der Deutschen Gesellschaft für Kommunikation und Service

Es heißt: Alles beginnt mit einer Idee. Im Fall von Torsten Becker waren es hingegen nicht erfüllte Anforderungen. Bei der Gründung der Deutschen Gesellschaft für Kommunikation und Service (DGKS) im Jahr 2005 lag der Fokus des jungen Unternehmens gänzlich auf der Vermittlung von weltweiten Waren und Personentransporten an Kunden wie Taxizentralen, Krankentransport- sowie Transportunternehmen. Darüber hinaus vermieteten die Frankfurter die erforderliche IT und boten die dazugehörige Beratung – das Angebot einer eigenen TK-Anlage stand zu diesem Zeitpunkt hingegen nicht auf der Agenda. Durch seine jahrelange Arbeit unter anderem mit Taxizentralen, für „die die Telefonie existenziell ist“, habe Becker, Mitarbeiter der Geschäftsleitung der DGKS, jedoch „schnell die Grenzen von herkömmlichen Telefonanlagen kennengelernt“. Aus dieser Erfahrung entstand anschließend die Idee, „professionelle, skalierbare, ausfallsichere und vor allem einfache Telefonie-Lösungen für Unternehmen bereitzustellen“ und sich somit vom Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen selbst zu einem Hersteller zu entwickeln.

Seit nunmehr 2016 bietet die DGKS unter der Marke „SIP-Telefonanlagen“ die eigene Cloud PBX „vTK“, einen SIP-Trunk sowie dazu passende Business-Internetzugänge auf Basis verschiedener Kooperationen an. Damit wagt sich der ehemalige Dienstleister in einen schwierigen Markt vor, immerhin sind hierzulande bereits zahlreiche etablierte Hersteller mit On-Premise- und Cloud-Produkten aktiv. Becker sieht aber trotz aller Widrigkeiten viel Potenzial: „Schaut man genauer hin, ist der Markt eher überschaubar.“ Zwar gebe es viele On-Premise-Anbieter, deren Geschäftsmodell würde sich jedoch stark ähneln. „Der Kunde kauft eine Telefonanlage und zahlt für Lizenzen und Erweiterungen jeweils extra.“ Hier soll ein Kommunikationssystem aus der Cloud seine Vorteile ausspielen: unter anderem Standortunabhängigkeit, permanente Updates sowie Wartung durch den Anbieter.

Alleinstellungsmerkmal Sicherheit

Aber auch von der wachsenden Riege der Cloud-Telefonie-Angebote will sich SIP-Telefonanlagen abheben. Laut Becker bietet das eigene Produkt vTK über 170 Funktionen, Alleinstellungsmerkmal seien aber allem voran die Sicherheits-Features. Anwenderunternehmen können unter anderem ein Kostenlimit für Telefonate festlegen. „So lässt sich beispielsweise hinterlegen, dass maximal zwei Telefonate am Tag teurer sein dürfen als 20 Cent, falls der Chef hin und wieder nach China telefonieren muss.“ Damit will der Anbieter gewährleisten, dass die Mitarbeiter keine Telefonate zu teuren Servicerufnummern führen können, was besonders für große Unternehmen mit mehreren Standorten relevant sei. Zusätzlich setzt SIP-Telefonanlagen auf ein Multi-Carrier-Konzept. Kommt es zu einem Ausfall der Anbindung, greift ein automatisierter Failover auf einen anderen Betreiber. „In Summe arbeiten wir mit vier großen Carrieren zusammen. Somit tendiert ein Ausfall der Telefonie gegen Null“, so Becker. Sollte es aber doch einmal zu einem Servicefall kommen, verspricht der Anbieter, dass die eigenen Experten innerhalb von vier Stunden reagieren und den Kunden „proaktiv“ informieren: „Bei uns ist kein Ticket älter als vier Tage“.

Damit der Support immer die nötigen Kapazitäten vorhalten kann, hat die DGKS das Team jüngst um einen Mitarbeiter erweitertet. Zusammen mit einem ebenfalls neu hinzugestoßenen Entwickler zählt das Unternehmen mittlerweile insgesamt acht Mitarbeiter. Und die kommenden Jahre könnten für den Kommunikationsanbieter weiteres Wachstum mit sich bringen, immerhin ist Becker davon überzeugt, dass der aktuell noch kleine Anteil der Cloud-Lösungen am Gesamtmarkt zukünftig zunimmt – „wenn auch etwas langsamer als gedacht. Es ist vermutlich ein Mentalitätsthema. Wir treffen täglich auf ‚Früher war alles besser‘ und ‚Das haben wir schon immer so gemacht‘.“ Cloud-Lösungen würden aber zusehends an Bedeutung gewinnen.  „Der Kunde möchte sich nach unserer Erfahrung nicht mit Themen befassen, die ihn nur Zeit und somit auch Geld kosten. Dafür gibt es Experten wie uns“, so Becker gegenüber funkschau. „Managed Service ist unser Argument.“

Das Produkt

SIP-Telefonanlagen bietet seine Cloud-PBX „vTK“ ab 4,90 Euro monatliche Gebühr pro Nebenstelle und mit aktuell mehr als 170 Funktionen an. Darunter fällt ein CTI-Client, mögliche Anbindungen zu verschiedenen Datenbanken, Call-Center-Funktionen, T.38-Unterstützung, verschiedene Sicherheits-Features wie Daten- und Gesprächsverschlüsselung sowie Telefonkonferenzen mit bis zu fünf Teilnehmern über einen optionalen Server. Der Anbieter hostet die virtuelle Telefonanlage in deutschen Rechenzentren und verspricht aufgrund einer verteilten Infrastruktur eine hohe Ausfallsicherheit.