Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Managed Services Trends 2019: Vom Dienstleister zum Co-Innovator

Für Anbieter von Managed Services und ihre Kunden steht in diesem Jahr ein Paradigmenwechsel ins Haus: Von der traditionellen Kunden-Dienstleister-Beziehung wandelt sich das Verhältnis immer mehr zu einer Partnerschaft auf Augenhöhe.

Austausch von Ideen Bildquelle: © lightwise - 123RF

Dieser Trend ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich die Kunden besser messbare Ergebnisse wünschen. Für Anbieter von Managed Services bedeutet dies, dass sie gegenüber ihren Kunden noch transparenter machen müssen, warum sich die Investition in ein Service-Angebot für sie lohnt. Auf Kundenseite werden folglich ergebnisorientierte Bezahlmodelle zunehmend beliebter. Für 2019 gilt damit: Der Erfolg eines Managed-Service-Anbieters wird verstärkt (auch) am Geschäftsergebnis des Kunden gemessen.

Gemeinsam zum Erfolg

Für die Anbieter bedeutet das auf der einen Seite, dass sie ein höheres Risiko tragen. Es müssen Verluste einkalkuliert werden, sollte sich der erwartete Erfolg des Kunden nicht einstellen. Gleichzeitig sehen sie sich gestiegenen Ansprüchen gegenüber, da sie häufiger innovative Services anbieten, auf den einzelnen Kunden zuschneiden und noch stärker beratend tätig sein müssen. Doch aus diesen Herausforderungen ergibt sich gleichzeitig die große Chance, inhaltlich näher an den Kunden heranzurücken und ihn dadurch noch intensiver unterstützen zu können.

Daraus folgt, dass Anbieter von Services – ursprünglich rein technologisch orientiert – nun auch Berater in ihren Reihen brauchen. Diese müssen in der Lage sein, die Geschäftsziele der Kunden und die technologischen Möglichkeiten zusammen zu denken. Im Optimalfall erhält der Kunde dann nicht nur das bestmögliche Angebot für Managed Services, der Service-Provider wird zudem zum Co-Innovator, der partnerschaftlich mit ihm zusammenarbeitet.

Dabei kann die Zusammenarbeit sogar über die eigentliche Kunden-Dienstleister-Beziehung hinausgehen. Das Stichwort lautet hier: Co-Creation. Denn durch die Kombination der Fachkompetenzen und Perspektiven der Kunden mit der Technologie der Anbieter können ganz neue Ideen, Lösungen und Produkte sowie, darauf aufbauend, Geschäftsmodelle entstehen, die für beide Seiten Mehrwert bringen.

Grundvoraussetzung Agilität

Um digitale Innovationen zu monetarisieren, müssen Unternehmen – und ihre IT – agil sein, damit das innovative Produkt schnell Marktreife erlangt. Eines ist dabei jedoch zu beachten: Eine solche IT lässt sich jedoch nicht über Nacht aufsetzen. Denn die hybriden IT-Systeme von heute sind komplex und es kann leicht zu Verzögerungen aufgrund fehlender Kompatibilität einzelner Komponenten kommen.

Abhilfe ist jedoch in Form von plattformbasierten Services in Sicht. Sie versprechen schneller, zuverlässiger, kostengünstiger und einfacher in der Handhabung, Wartung und Pflege zu sein als bisher genutzte Lösungen. Plattformbasierte Services sind zumeist stärker standardisiert, beispielsweise im Hinblick auf Dateiformate und Schnittstellen, und können deshalb stärker automatisiert arbeiten und prognostizierbare Ergebnisse liefern.

Plattformen ebnen den Weg für XaaS-Lösungen

Wer auf plattformbasierte Services setzt, schafft beste Voraussetzungen für eine Strategie, die sich als Trend schon jetzt deutlich abzeichnet: Everything as a Service (XaaS) wird Unternehmen von hohen Kosten und fast allen Aufwänden entlasten, die ein eigenes IT-System mit sich bringt. Die Service-Provider, die so weitsichtig waren, sich in der Zwischenzeit als Berater und Partner ihrer Kunden aufzustellen, werden davon keine Nachteile haben. Denn: Managed Services sind selbst dann noch wichtig, wenn alle Services von einer Plattform kommen und im Pay-per-Use-Verfahren bezahlt werden.

Wichtig ist, dass sich Anbieter von Managed Services auf diesen Paradigmenwechsel vorbereiten und den Weg mit ihren Kunden gemeinsam gehen. Dann wird 2019 für die Service-Provider ebenso wie für ihre Kunden zu einem vollen Erfolg.

Christian Postel ist General Manager Sales bei Dimension Data in Deutschland