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Digitalisierung, Diversity & Technologie: Über die Zukunft der Arbeit

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Lebenslanges Lernen für lebenslangen Erfolg

Wer rastet, der rostet. Dieses zeitlose Sprichwort wird vor allem in Zeiten der Digitalisierung und des permanenten Fortschritts seine Gültigkeit behalten. Immer wieder entstehen disruptive neue Technologien und erfordern von den Mitarbeitern, sich permanent neu anzupassen und immer schneller zu reagieren. In den letzten Jahren ist die Nachfrage nach digitalen Kompetenzen um 60 Prozent gestiegen. Die Fähigkeit komplexe Probleme zu lösen, zählt laut dem Future of Work Bericht des Weltwirtschaftsforums in jeder Branche zu den Kernkompetenzen. Routine ist in der Arbeitswelt passé, stattdessen werden vom Mitarbeiter Kreativität, kritisches Denken und digitale Weiterbildung gefordert. Die Analphabeten des 21. Jahrhunderts werden deshalb nicht diejenigen sein, die nicht lesen und schreiben können, sondern diejenigen, die nicht dazulernen und sich den neuen Bedingungen anpassen können. Die digitale Komponente der meisten Arbeitsplätze wird sich künftig noch beschleunigen, wobei der Schwerpunkt auf der digitalen Fingerfertigkeit der Arbeitskräfte liegt – also ihrer Fähigkeit und ihrer Bereitschaft, neue und vorhandene Technologien für bessere Geschäftsergebnisse zu nutzen. Fachleute, die kontinuierlich lernen und sich für die Verbesserung ihrer digitalen Fähigkeiten einsetzen, werden sich mehr hervorheben als Kollegen mit mehr Amtszeit oder Erfahrung. Hier ist es vor allem Aufgabe des CIOs, die digitalen Fingerfertigkeiten und Arbeitsplatzstrategien der Mitarbeiter zu fördern. Wenn Führungskräfte ihre Mitarbeiter mit den Fähigkeiten und Werkzeugen ausstatten, die sie für ein produktives Wachstum im digitalen Geschäft benötigen, können sie auch die Einsatzbereitschaft der Mitarbeiter verbessern.

Das Konzept „We Working“

Heute verstehen wir unter Teams zumeist lose zusammenhängende Personengruppen, die ad hoc oder durch eine Berichtsstruktur zusammengeführt werden. In dieser Situation wird Teaming eher als Verhaltenskompetenz (wie Teamgeist und Zusammenarbeit) denn als legitimes Organisationsprinzip anerkannt. Im Jahr 2028 wird die Komplexität und Tragweite der Unternehmensziele es allerdings erfordern, Brainpower und Expertise über Unternehmensgrenzen hinweg einzubeziehen und zu orchestrieren – und zwar in einer Weise, die komplizierter ist als heute. "We Working" wird das Konzept der Teamarbeit ablösen, die Lässigkeit beseitigen und in eine Quelle der Exzellenz verwandeln. Unter „We Working“ verstehen wir eine Arbeitsphilosophie, die auf Ensembles autonomer und leistungsstarker Teams aufbaut, die gemeinsam Ergebnisse erzielen. Die Arbeit dreht sich dabei um Portfolios mit unterschiedlichen Rollen und Fähigkeiten, die in Teams durchgeführt werden. Gebildet werden kleinere und extrem flexible Teams, die permanent auf schwankende Arbeitsbelastungen, schrumpfende Zeitfenster und intensiven Informationsaustausch reagieren können. CIOs und Führungskräfte müssen dabei voraussehen, wie sich Trends in Wirtschaft, Gesellschaft, Technologie und Information zusammen darauf auswirken werden, wo, wann, warum und mit wem wir in einem digitalen Unternehmen arbeiten. Zudem rückt auch die internationale Zusammenarbeit immer enger zusammen: Bis 2028 werden Mitarbeiter der meisten Unternehmen mit ihren Teammitgliedern über Sprachen, Grenzen und Kulturen hinweg arbeiten und sprechen. Mit Hilfe von Avataren, Sprachsoftware, Konversationsschnittstellen und Echtzeit-Dialektübersetzung wird man in der Lage sein, fast ohne Verlust von Kontext und Bedeutung zu übersetzen und zu dolmetschen. CIOs müssen dabei Technologie und Informationen nutzen, um einen hybriden Arbeitsplatz – physisch und virtuell – zu schaffen, der den Arbeitsstil all ihrer Mitarbeiter abbildet.

Groß angelegte, langfristige Veränderungen in Technologie und Kultur verändern nicht nur Arbeitsplätze. Sie verändern auch generell die Bedeutung und den Wert der Arbeit und die Gründe, warum wir arbeiten. Diese Trends treffen auf eine wichtige organisatorische Dynamik: sich ändernde Arbeitsumgebungen und flexible Arbeitsbedingungen. CIOs, die in den nächsten zehn Jahren die Dynamik von Führung, Kultur und Menschen beherrschen wollen, sollten mutig sein. In einer digitalen Welt sind Schnelligkeit und Agilität unerlässlich. Sind Ihre Mitarbeiter und Ihr Unternehmen bereit, die Vorteile dieser neuen Wellen der Automatisierung und Innovation voll auszuschöpfen?

Helen Poitevin ist Senior Director Analyst bei Gartner