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Print 4.0: Herausforderung oder Chance für die Druckbranche?

Vernetzte Prozesse von der Bestellung über die Produktion bis zur Lieferung, die am Ende vielleicht sogar per Drohne oder Roboter erfolgt: Was für viele Branchen gilt, betrifft auch die Druckindustrie. Wie sich die Druckbranche durch die Digitalisierung verändert.

Druckbranche Digitalisierung Bildquelle: © tiero-123rf / funkschau

Beim Thema Digitalisierung denken die meisten an vernetzte Autos, Kühlschränke, die selbstständig Produkte nachbestellen, oder Maschinen, die sich im Sinne der Predictive Maintenance selbst warten. Doch auch andere Branchen müssen sich den Herausforderungen der Digitalisierung stellen – so auch die Druckindustrie. Immer mehr Bestellungen werden online getätigt, da Kunden ihre Produkte verstärkt gleich auf der Seite der Druckerei designen wollen. Eine erste Antwort der Branche auf die steigende Digitalisierung war das Entstehen der Online-Druckereien, die sich im Gegensatz zu lokalen Druckereien vor Ort von Beginn an auf das Internet konzentriert haben und ihre Geschäfte ausschließlich darüber abwickeln. Doch auch sie müssen sich weiterentwickeln. Denn die Digitalisierung birgt viele Herausforderungen für die Print-Branche. Gleichzeitig bietet sie jedoch auch die Chance, neue Geschäftsmodelle zu erschließen und den Schritt in die Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Kurze Innovationszyklen verlangen agile Geschäftsmodelle

Dank der Digitalisierung können viele Unternehmen ihre Innovationszeiten stark verkürzen. Gleichzeitig verlangt dies von den Firmen jedoch eine hohe Agilität der Geschäftsmodelle. Sie müssen Kundenbedürfnisse schnell erkennen beziehungsweise im besten Fall schon antizipieren, um darauf innerhalb kürzester Zeit reagieren zu können. Für die Druckbranche bedeutet dies, die Produktpalette regelmäßig umzustellen, neue Services und Versandarten zu etablieren und erweiterte Tracking- und Lieferungsverfolgungen anzubieten. Druckereien, die sich vor diesen Neuerungen verschließen und ihr Business-Modell nicht anpassen, werden es langfristig schwer haben. Denn die Kunden, allen voran die junge Zielgruppe, agieren agil und wollen ständig neue Produkte, Services und Features geboten bekommen. Andere Branchen wie Versandhäuser oder Elektronikhändler leben diese ständige Entwicklung vor – und die Druckbranche muss nachziehen, will sie ihre Kunden behalten. Eine denkbare Zukunft ist die als Scan- und Informationsdienstleister, der Kunden berät und ihnen dabei hilft ihre Kommunikation effizient und passgenau zu gestalten.

Das Problem der letzten Meile angehen

Hohe Lieferkosten sind ein Problem, was gerade auch die Druckbranche betrifft. Immer mehr Einzel- und Kleinaufträge sowie der Kundenwunsch nach immer schnelleren Lieferzeiten führen dazu, dass die Kosten für den Versand für Druckereien enorm gestiegen sind. Den größten Anteil der Lieferkosten verursacht dabei die sogenannte letzte Meile – also die Lieferung vom Depot zum Kunden. Kleine Liefermargen und verteilte Anlieferungspunkte bieten zudem kaum eine Möglichkeit, die Lieferungen zu bündeln, um Kosten zu sparen. Die letzte Meile verursacht laut Untersuchungen mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten und ist somit der größte Kostenfaktor bei Paketlieferungen. Die zunehmende Vernetzung und Automatisierung kann jedoch dabei helfen, dieses Problem zu lösen. Mehrere Lösungsmodelle werden derzeit getestet: Zum einen eine Auslieferung der Pakete per Drohne und in Städten per Roboter. Zum anderen aber auch eine Vernetzung zwischen Autos und Drohnen. Dabei sollen Drohnen ein abgestelltes Auto finden, per Funksignal den Kofferraum öffnen, das Paket ablegen und den Kofferraum wieder schließen. Der Empfänger kann anschließend sein Paket bequem aus dem Kofferraum entnehmen. An diesen Lösungen arbeitet derzeit vor allem die Auto- und Logistikindustrie. Ihre Erkenntnisse und Lösungen sind auch für die Druckbranche wichtig und werden helfen, Lieferkosten einzudämmen. Gerade in Zeiten zunehmender Online-Bestellungen ist dies essenziell.