Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Vmware-Studie: Künstliche Intelligenz noch unbeliebt im OP-Saal

Die im Herbst 2018 unter 2.000 deutschen Verbrauchern durchgeführte Studie von Vmware geht der Frage auf den Grund, inwieweit die deutschen Verbraucher den neuen Technologien wie Künstliche Intelligenz, Internet der Dinge (IoT) oder Blockchain vertrauen würden, wenn es um ihre Gesundheit geht.

VMware Studie Umfrage Ärzte Tablet KI im Gesundheitswesen Bildquelle: © VMware

Die kürzlich veröffentlichte Studie von Vmware kommt zu dem Ergebnis, dass 61 Prozent der Deutschen eine OP durch einen menschlichen Chirurgen vorziehen würden anstatt sich von einem Roboter operieren zu lassen, selbst wenn es den anschließenden Heilungsprozess beschleunigen würde.

Die Verbraucher würden das Potenzial der KI im Gesundheitswesen erkennen und das Misstrauen gegenüber operierende Roboter würde laut der aktuellen Umfrage von Vmware an dem möglichen Kontrollverlust ihrer Daten liegen. Die Deutschen wären also eigentlich nicht abgeneigt von der Nutzung neuer Technologien im Gesundheitssektor, so würden 65 Prozent der Befragten gegenüber der Beobachtung von Vitalwerten von Krankenhauspatienten durch digitale Armbänder positiv stehen. Die Umfrage ergab zudem, dass 86 Prozent der Befragten auch den Einsatz von neuen Technologien befürwortet, um älteren Familienangehörigen die Möglichkeit zu geben, so lange wie möglich in ihrem Zuhause zu bleiben.

Trotz Erkennung des Potenzials gegen den Kontrollverlust

Vmware berichtet, dass deutsche Verbraucher noch vorsichtig sind, wenn es darum geht, die Kontrolle über gewisse Lebensbereiche aus Vorsorgegründen abzugeben. Zwar würde bereits etwa jeder dritte Deutsche (32 Prozent) glauben, dass KI zu einer Verbesserung von medizinischer Versorgung und Behandlungen beitragen und somit die Lebenszeit der Menschen verlängern könne. Laut Umfrage wollen aber nur 20 Prozent die Kontrolle über die eigene Ernährung abgeben, auch wenn sie dadurch einen gesundheitlichen Vorteil erlangen oder schneller abnehmen könnten. Hier wäre auch ein großer Unterschied in den Altersgruppen zu erkennen: Junge Befragte zwischen 18 und 24 sind mit 40 Prozent deutlich eher bereit, die Kontrolle über ihre Ernährung abzugeben, wenn sie daraus einen Nutzen ziehen können, als Menschen über 55 Jahren (14 Prozent).

VMware Studie Umfrage Arzt Tablet Bildquelle: © VMware

„Neue Technologien wie IoT oder Künstliche Intelligenz bieten großes Potenzial für den Gesundheitssektor und werden in den nächsten Jahren stärker Einzug halten“, so Carsten Kramschneider, Teamleiter Healthcare & Education bei Vmware.

Die Studie erklärt, dass die Abneigung der Kontrollabgabe auch von einem generellen Gefühl des Kontrollverlusts durch Technologie stammen könnte. So hätten 39 Prozent der befragten Verbraucher angegeben, dass sie das Gefühl haben, zunehmend die Kontrolle zu verlieren, je mehr die neuen Technologien ihr Leben durchdringen.

Zurückhaltung persönlicher Daten beim Arzt

Bei dem Thema Datenweitergabe würde es sich ähnlich verhalten. Laut Umfrage fühlen sich 42 Prozent aller Befragten nicht wohl dabei, exakte Daten über ihre alltäglichen Verhaltensweisen in Bezug auf Ernährung, Sport und Lifestyle an ihren Arzt zu übermitteln, damit dieser präziser beraten und behandeln kann. Diese Ablehnung soll möglicherweise in Zusammenhang mit der Tatsache stehen, dass 63 Prozent der Verbraucher angeben, immer noch nicht zu wissen, wer Zugriff auf ihre persönlichen Daten hat und wozu sie genutzt werden, so VMware.

Mehr Aufklärung über die neuen Technologien nötig

Laut Meinung von Vmware bestehe in Deutschland nach wie vor ein großer Aufklärungsbedarf im Bereich der neuen Technologien: So würden 45 Prozent der deutschen Verbraucher KI für “einen Roboter” halten – anstatt eines intelligenten Supercomputers, der eigenständige Entscheidungen treffen sowie lernen und dadurch neue Dienstleistungen und Erfahrungen schaffen kann. Das Missverständnis wäre damit zu erklären, dass 42 Prozent der Befragten zugaben, zu wenig über Technologien wie KI, IoT und Blockchain zu wissen. Im Bereich der Wearables würde sich dies auch bemerkbar machen: 11 Prozent der Befragten gaben an, bereits Wearables, wie beispielsweise Fitbit-Armbänder zu nutzen, die dabei helfen auf einen gesunden Lebensstil zu achten. Jedoch herrsche über die Funktionsweise  Unsicherheit: Nicht einmal die Hälfte der Verbraucher (42 Prozent) sei sich darüber im Klaren, dass Wearables Technologien wie KI oder IoT nutzen.

Carsten Kramschneider, Teamleiter Healthcare & Education bei Vmware, kommentiert: „Gerade KI ist hier auf dem Vormarsch: In den USA gibt es bereits innovative Projekte, in deren Rahmen Künstliche Intelligenz Chirurgen per Sprachsteuerung während der Operationen unterstützt. So können die Ärzte nicht nur von ihrem eigenen Erfahrungsschatz profitieren, sondern auch von der stetig lernenden KI. Diese analysiert Verletzungen und Krankheiten und gibt anschließend Hinweise, auf was bei dem entsprechenden Krankheitsbild noch geachtet werden muss. Um diese Möglichkeiten voll auszuschöpfen, müssen Gesundheitseinrichtungen die Verbraucher mit einbeziehen und für Vertrauen und Transparenz sorgen. Jeder sollte wissen, wie und wo Technologien eingesetzt und Daten gespeichert und genutzt werden.“