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Neue Strategien gegen Cyberbetrug: Die Zukunft des Konsumentenschutzes im Internet

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Cyber Security und Online-Markenschutz wachsen zusammen

72 Prozent der Marketing-Entscheider sind der Meinung, dass Online-Markenschutz deshalb mehr Aufmerksamkeit gewinnt, weil Unternehmen mittlerweile generell stärker auf Cyber Security fokussieren. Das Bewusstsein für Bedrohungen aus dem Internet steigt. So listet das World Economic Forum Cyberattacken unter den Top-fünf-Risiken für globale Stabilität. Als größte Gefahr sehen Unternehmen derzeit Phishing. 86 Prozent der in der MarkMonitor-Studie Befragten gaben an, dass sie im vergangenen Jahr Opfer solcher Attacken geworden sind. Cyberkriminelle nutzen Phishing, um sich vertrauliche Informationen wie Zugangs- oder Kontodaten zu erschleichen. Für betroffene Marken kann dadurch ein hoher Schaden entstehen. So verzeichneten 2018 fast drei Viertel der Unternehmen Umsatzeinbußen als direkte Folge von Phishing-Attacken.

Phishing ist nur ein Beispiel dafür, wie die Grenzen zwischen Cyber Security und Online-Markenschutz zunehmend verschwimmen. Unternehmen müssen ihre Markenschutzstrategie deshalb künftig in ihre Security-Strategie integrieren. Das führt auch zu einer Veränderung in den Verantwortlichkeiten. So gehen 46 Prozent der Marketing-Entscheider davon aus, dass sich IT und IT-Security-Teams verstärkt am Online-Markenschutz beteiligen werden.

Eine Domain-Namen-Strategie wird wichtiger

Angesichts der wachsenden Cyberbedrohungen widmen 55 Prozent der Befragten ihrer Domain-Namen-Strategie mehr Aufmerksamkeit und managen ihre Domains aktiver. Eine Domain-Namen-Strategie ist der Kern eines effektiven Online-Markenschutzes. So registrieren Betrüger oft Domains, die denen der rechtmäßigen Marke ähneln oder die mit ihr in Verbindung gebracht werden können. Mithilfe von Analyse-Tools können Markeneigentümer solche betrügerischen Webadressen identifizieren. Gerade für global agierende Unternehmen ist es zudem wichtig, sich relevante Domain-Namen rechtzeitig zu sichern, bevor sie ein anderer missbrauchen kann. Dabei sollte man jedoch überflüssige Domain-Registrierungen vermeiden, da sie unnötige Kosten verursachen.

Der Kunde steht im Mittelpunkt

Als wichtigsten Grund für ihre Online-Markenschutz-Strategie nannten die befragten Unternehmen den Schutz ihrer Kunden. Auch im Markenschutz ist also der generelle Trend erkennbar, den Konsumenten in den Mittelpunkt zu rücken. Für 84 Prozent der Marketing-Entscheider spielt zudem das Verbraucherverhalten eine wichtige Rolle, um die strategische Ausrichtung des Markenschutzes zu priorisieren. Denn Schutzmaßnahmen greifen dort am besten, wo Kunden am häufigsten mit kriminellen Aktivitäten konfrontiert werden. Deshalb ist es wichtig zu analysieren, auf welchen Kanälen sich Verbraucher aufhalten und wie sie mit Produktpiraten in Kontakt kommen. Angesichts der riesigen potenziellen Angriffsfläche ist es für Unternehmen unverzichtbar, Schutzmaßnahmen effektiv zu steuern.

Fazit: Markenschutz im Internet wird zur Chefsache

Während das Bewusstsein für Online-Markenschutz wächst, verändern sich auch die Markenschutz-Strategien in Unternehmen. Sie setzen künstliche Intelligenz, Big Data Analytics und Dark Web Monitoring ein, um der wachsenden Bedrohungslage zu begegnen. Gleichzeitig wachsen Markenschutz und Cyber Security immer mehr zusammen. Entsprechend werden auch IT-Security-Abteilungen verstärkt mit einbezogen. Längst ist Markenschutz nicht mehr allein Aufgabe des Marketings oder der Rechtsabteilung, sondern zieht sich durch alle Unternehmensbereiche. Künftig wird auch die Geschäftsführung mehr beteiligt sein – davon gehen 46 Prozent der Marketing-Entscheider aus. Ins Zentrum ihrer Markenschutzstrategie stellen Unternehmen den Kunden. Denn wenn sie Cyberkriminellen aus der Konsumentenperspektive begegnen, können sie am erfolgreichsten sein.

Stefan Moritz ist Regional Director, Central Europe bei MarkMonitor