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Trends 2019: Im Digitalzeitalter

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Digital Signage, Fachkräftemangel und Cloud Computing

Digital Signage: Mitarbeiterkommunikation in Echtzeit
Als Privatpersonen profitieren wir jeden Tag von visuellen Informationen: Nachrichten lesen wir auf Displays am Bahnsteig, in der Fußgängerzone halten uns digitale Poster auf dem aktuellen Stand. Die Art und Weise, wie wir uns informieren, hat sich in den letzten Jahren komplett gewandelt. Während sich Digital Signage in unserem Alltag also schon längst etabliert hat, gleicht unser Arbeitsplatz dagegen oft eher noch einer Informationswüste. „Viele Arbeitgeber haben die Chance noch nicht erkannt, die Digital-Signage-Lösungen der internen Kommunikation eröffnen. Bisher ist diese oft sehr zeitaufwendig oder nicht zielgruppengerecht aufbereitet“, erklärt Thomas Walter, Section Manager Strategic Product Marketing bei NEC Display Solutions. „Newsletter gehen an eine breite Masse, obwohl sie nicht für alle Mitarbeiter relevant sind. Meetings werden für einzelne Abteilungen aufgesetzt und die Arbeit dafür unterbrochen.“ Der Vorteil von Displays sei dagegen, Mitarbeiter tagesaktuell und zielgruppengerecht zu informieren. Über eine Steuerungssoftware lassen sich Inhalte zentral verwalten und sekundenschnell aktualisieren. Zudem sind visuell aufbereitete Informationen ansprechender und sorgen für die nötige Aufmerksamkeit, so Walter. Er fasst zusammen: „Moderne Unternehmen sollten nicht länger zögern, zeitgemäß zu kommunizieren. Denn nicht zuletzt bietet eine zielgerichtete und offene interne Kommunikation einen weiteren Vorteil: Die Mitarbeiter sind zufriedener – und nehmen motiviert ihre Aufgaben in Angriff.“

Weiterbildung Digitalthemen Bildquelle: © Bitkom

Digitale Kompetenzen vermitteln und vertiefen: In vielen Unternehmen wird das bei der bestehenden Mitarbeiterschaft durch Weiterbildungen gefördert.

Fachkräftemangel: Neue Wege und neues Denken
Sämtliche Bereiche der Digitalen Transformation leben von den Menschen, die sie gestalten, umsetzen und voranbringen. Allerdings: Der Digitalverband Bitkom zählt 55.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. Der Fachkräftemangel ist und bleibt somit Thema. Ein Blick auf Angebote jenseits der etablierten Studiengänge zeigt, dass es mittlerweile etliche Programme von Weiterbildungsinstituten gibt. Die mehrmonatigen Kurse richten sich an Interessierte mit einer bereits abgeschlossenen Berufs- oder akademischen Ausbildung. So kann man sich beispielsweise zum Softwareentwickler, KI-Manager oder Cybersecurity-Spezialisten weiterbilden lassen. Wer eine solche Weiterbildung absolviert, dürfte jedoch einen mehr oder weniger großen Bruch im Lebenslauf aufweisen. Hier sind Unternehmen gefordert, das nicht als Manko zu sehen, sondern als Pluspunkt. Schließlich können solche Bewerber neue Perspektiven einbringen. Nichtsdestotrotz mag es Mut, zumindest aber Offenheit bei den suchenden Unternehmen erfordern, Bewerber und Bewerberinnen mit nicht ganz klassischer IT-Laufbahn einzustellen. Auch die Unternehmen selbst tun einiges, um die Digitalkompetenzen ihrer Mitarbeiter zu fördern. Laut den Zahlen einer aktuellen Studie des TÜV-Verbands und des Bitkom bieten 63 Prozent der befragten Unternehmen Fortbildungen hierzu an. Vor zwei Jahren waren es erst 36 Prozent. Zudem gerät der Frauen-Anteil in der ITK-Branche durch den Fachkräftemangel vermehrt ins Blickfeld – er wächst, jedoch nur langsam. Lag er im Jahr 2015 bei 24 Prozent, waren es im Jahr 2017 immerhin 28 Prozent. Bleibt zu hoffen, dass Frauen ermutigt werden von der Vorbildfunktion weiblicher Branchengrößen wie Sabine Bendiek, Vorsitzende der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, Annette Maier, Managing Director Google Cloud DACH oder Angelika Gifford, Geschäftsführerin bei Hewlett-Packard.

Cloud Computing: Das „ob“ ist Geschichte
Grundkonsens ist: Das „ob“ steht beim Thema Cloud nicht mehr zur Debatte – Cloud Computing ist in den Unternehmen angekommen. Das zeigen auch Zahlen vom Juni dieses Jahres des Branchenverbands Bitkom. Demnach nutzen zwei von drei Unternehmen Cloud Computing. Doch das „wie“ gestaltet sich ebenso komplex wie die Cloud selbst – und braucht Zeit. Eine von Rackspace beauftragte und von Forrester durchgeführte Studie spricht von zwei Jahren, die Unternehmen für ihren Weg in die Cloud benötigen. Als größte Hindernisse sehen demnach 77 Prozent der Befragten mangelhafte Nutzerschulungen, kulturelle Widerstände gegen die Cloud-Migration (44 Prozent) sowie unzureichende Change-Management-Programme (36 Prozent). Es zeigt sich also, dass die Einführung cloudbasierter Prozesse nicht nur eine technische Frage ist. In diese Richtung geht auch die Problematik eines einheitlichen Verständnisses von Begrifflichkeiten. So attestiert Matthias Zacher, Manager Research & Consulting und Projektleiter bei IDC: „Für den Erfolg von Multi-Cloud-Projekten ist ein deckungsgleiches Verständnis aller Beteiligter über die Multi-Cloud und die daraus abzuleitenden Aufgaben unerlässlich. Andernfalls sind unlösbare Konflikte beispielsweise beim Management und der Portabilität von Cloud-Services vorprogrammiert.“ Nichtsdestotrotz ist Cloud first immer öfter das Gebot der Stunde. Laut der IDC-Studie „Cloud-Trends in Deutschland 2018“ würden vor allem datengetriebene Anwendungen beziehungsweise Workloads, die skalierbare Ressourcen benötigen, in die Cloud wandern – also Big Data, Business Intelligence oder Enterprise-Anwendungen.