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Trends 2019: Im Digitalzeitalter

Die ITK-Branche strotzt vor großen Trendthemen, die alle ihren Teil zur Digitalen Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft beitragen. Derzeit ist aber nicht jede Technologien auf gleicher Fläche in der Unternehmenspraxis angekommen, viele Entwicklungen werden sich wohl noch über Jahre ziehen.

Technologie Trends Bildquelle: © fs

Digital Workplace: Die Zukunft braucht Zeit
„Mit einigen bemerkenswerten Ausnahmen war die überwiegende Mehrheit der Arbeitsplätze in den letzten 30 Jahren langweilig, demotivierend und ungeeignet, die kollaborative oder konzentrierte Wissensarbeit effektiv zu fördern“, schreiben die Autoren der Studie „Fast Forward 2030“. Der Versuch, ein One size fits all zu erreichen, führte demnach am Ende zu „One size fits nobody“. Eine prominente Meinung, aktuell wird kaum ein gutes Haar am klassischen Büroarbeitsplatz sowie am 9-to-5-Modell gelassen. Sie gelten als überholt, ineffizient und sollen im schlimmsten Fall die Suche nach geeigneten Fachkräften entscheidend ausbremsen. Daher sind neue Konzepte gefragt: flexible, digital gestützte Arbeitsumgebungen – der Arbeitsplatz der Zukunft. Zahlreiche ITK-Anbieter treiben diese Entwicklung voran, Leuchtturmprojekte wie beispielsweise die Microsoft-Zentrale im Norden Münchens zeigen auf beeindruckende Art und Weise, was technisch und organisatorisch bereits möglich ist. Doch gerade kleinere Unternehmen tun sich mit der eigenen Umsetzung oft noch schwer. Es herrscht in vielen Fällen ein Wildwuchs an IT-Lösungen, Modernisierungen finden eher punktuell als übergreifend statt. Hinzu kommt, dass längst nicht jeder Mitarbeiter von der neu gewonnenen Freiheit überzeugt ist. Wie eine Studie des Personaldienstleisters SThree kürzlich aufgezeigt hat, befürchten viele Mitarbeiter vor allem Mehrarbeit durch fallende Grenzen zwischen beruflichem und privatem Leben. Eine entsprechende Entwicklung der Unternehmenskultur muss daher der obligatorische erste Schritt sein. Aber: „Veränderung braucht Zeit und nichts bewegt sich in einem Unternehmen langsamer als die Kultur“, erklärte Tanja Loos von Adlon kürzlich im Interview mit funkschau. Trotz aller Hürden gibt es aber kaum einen Zweifel daran, dass sich die Arbeitswelt in den kommenden Jahren stark wandeln wird. Nur benötigt diese Entwicklung viel Zeit, da der Arbeitsplatz der Zukunft vor allem eines ist: nicht von der Stange und individuell auf die Anforderungen jedes Unternehmens zugeschnitten.

Nick Jones, Research Vice President bei Gartner Bildquelle: © Gartner

Nick Jones, Research Vice President bei Gartner, betont, dass das IoT auch in den nächsten Jahren neue Möglichkeiten für Innovationen bieten wird, von denen viele durch neue oder verbesserte Technologien ermöglicht werden.

IoT: Innovationen im Blick
Die zunehmende Vernetzung zwischen „intelligenten“, mit Sensoren ausgestatteten Dingen sowohl untereinander als auch nach außen hin mit dem Internet ist eines der großen Zukunftsthemen derzeit.  Marktanalyst Gartner hat nun zehn strategisch wichtige Technologien und Trends identifiziert, die das Internet of Things in den nächsten Jahren bis 2023 noch weiter voranbringen werden und daher auf der Agenda jedes aufmerksamen CIOs nicht fehlen sollten:

  1. KI am Edge
  2. Innovative Sensoren
  3. „Infonomics“ und Datenhandel
  4. Vertrauenswürdige Hardware und sichere Betriebssysteme
  5. Für das IoT spezialisierte Halbleiterchips
  6. Neue drahtlose Netzwerktechnologien
  7. Vom intelligenten Edge zum intelligenten Mesh
  8. Neuartige IoT-Anwendererfahrungen
  9. Governance-Regeln für das IoT
  10. Soziales, rechtliches und ethisches IoT

Im Kontext „Infonomics“ und Broking beispielsweise wird der Kauf und Verkauf von IoT-Daten zu einem wichtigen Bestandteil vieler IoT-Systeme, so die Analysten. Bereits die Gartner-Umfrage zu IoT-Projekten 2017 hat ergeben, dass 35 Prozent der Befragten gesammelte Daten schon verkaufen oder dies in Zukunft vorhaben. Der „Infonomics“-Ansatz erweitert nun diese Monetarisierung, indem er die Daten als strategischen Geschäftswert betrachtet, der auch in der Unternehmensrechnung auftaucht. CIOs kommt laut Gartner in diesem Zusammenhang die Aufgabe zu, ihre Unternehmen über die Chancen und Risiken im Umgang mit Data Broking aufzuklären.

Security DSGVO Bildquelle: © Tatyana Merkusheva-123rf

Security: Mut zur Lücke
Kaum ein Thema hat Unternehmen in den letzten Monaten so sehr beschäftigt wie die EU-DSGVO. Schließlich droht das europaweite Datenschutzgesetz mit empfindlichen Strafen und zwingt Unternehmen dazu, Geld und Zeit in Überprüfungen, Dokumentation und Überarbeitung der Datenverarbeitungsprozesse zu investieren. Viele Anforderungen sind dabei nicht eindeutig formuliert und sorgen gerade im Mittelstand für Kopfzerbrechen. Noch wartet jeder gespannt auf die ersten Urteile und erhofft sich dadurch mehr Transparenz – und das alles, während sich mit der ePrivacy-Verordnung schon die nächste Datenschutz-Herausforderung am Horizont abzeichnet. Klar ist: Viele Unternehmen werden es nicht oder zumindest nicht rechtzeitig schaffen, compliant zu sein. Das Gute ist allerdings, dass genauso vielen langsam bewusst wird, dass das nicht zwangsweise nötig ist. Resignation ist natürlich die denkbar schlechteste Lösung, aber wer vorweisen kann, dass eine Sicherheitsstrategie vorhanden ist und dass Anstrengungen für besseren Datenschutz unternommen wurde, wird kaum von den Behörden aufs Schafott geführt werden. Eine Erkenntnis, die sich branchenweit abzeichnet. Hundertprozentige Sicherheit existiert nicht, wird auch niemals möglich sein und kaum ein Unternehmen wird das hochqualifizierte Hackerteam abhalten können. Was aber für Firmen jeder Größe möglich sein sollte – und in 99 Prozent der Fälle auch ausreichend ist: Widerstandsfähig genug und damit kein einfaches Ziel zu sein, denn kriminelle Organisationen denken heutzutage wirtschaftlich und gewinnoptimiert. Die neue Security-Devise könnte also lauten: Beweise Mut zur Lücke. Wer seine Kronjuwelen kennt, die eigenen Prozesse optimiert und für Awareness bei den eigenen Mitarbeitern sorgt, ist auch in Zeiten der Vernetzung und Digitalisierung ausreichend geschützt – und das ohne Unsummen in die aktuellsten Technologien zu investieren.