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Studie "War for Talents": Was Google-Suchanfragen über den IT-Arbeitsmarkt verraten

Daten können viel erzählen, wenn sie entsprechend analysiert werden. Das gilt auch für die monatlichen Suchanfragen bei Google. Für eine Studie zu aktuellen Jobentwicklungen und gewünschten Mitarbeiter-Benefits wurden rund 800.000 Datensätze zu über 500 Keywords ausgewertet.

Fachkräftemangel Bildquelle: © fabrikacrimea / 123rf

Im funkschau-Interview auf der CEBIT 2018 gab Otto Schell, Mitglied des Vorstands der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe, in puncto Fachkräftemangel zu bedenken: „Wir haben Mangel, aber wir wissen noch nicht wo.“ Die Studie „War of talents“ kommt diesem „wo“ ein bisschen auf die Schliche.

So wurden im Auftrag des Unternehmens Semrush, einem Anbieter eines Analyse-Tools für Google-Daten, 892.526 Datensätze analysiert. 865.899 Datensätze zu 526 Keywords und 26.627 Datensätze zu 104 Jobportalen. Die Peak Ace AG hat die Studienergebnisse im Anschluss ausgewertet.

IT-nahe Jobs im Aufwind
Unter den Studienergebnissen sind auch einige, die die IT-Branche betreffen: Allein der Begriff „IT” wurde im Jahr 2018 durchschnittlich 45.250 Mal pro Monat eingegeben, was laut Studienautoren eine Steigerung von 67 Prozent im Vergleich zum Jahr 2014 ausmache. Der Begriff „Softwareentwickler“ kann im selben Zeitraum einen Anstieg von 53 Prozent verzeichnen.

Auch die Bedeutung von neuen Berufsbezeichnungen lässt sich an den Anfragen ablesen. Wurde der „Data Scientist“ im Oktober 2014 von rund 200 Personen pro Monat gesucht, waren es im August 2018 über 2.000. Das ist ein Zuwachs von 677 Prozent. Zu den Trendberufen gehört auch der Drohnenpilot. Hier handelt es sich laut Studie in der Regel „um Maschinenbauingenieure, die Drohnen steuern und verantworten.“ Das Suchvolumen habe sich zwar in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt, ist aber mit 80 Anfragen pro Monat noch relativ gering.

Das Drumherum ändert sich
Das Suchvolumen des Begriffs „Mitarbeiter Benefits“ hat sich laut Studie im Untersuchungszeitraum um 345 Prozent erhöht. Dabei nimmt die Gehaltserhöhung den Spitzenplatz ein – das monatliche Suchvolumen liegt bei 5.888, gefolgt von Urlaubsgeld (5.650) und Erholungsbeihilfe (5.263). Auch Sachleistungen würden vermehrt abgefragt. So sind die monatlichen Suchanfragen zum Thema Dienstfahrrad in den letzten vier Jahren von 430 auf 1.688 gestiegen.

Weiterhin wichtig: die Work-Life-Balance. So sei das Suchvolumen für „Home Office“ in den letzten vier Jahren um 69 Prozent gestiegen. Satte Zuwächse haben auch das Suchvolumen für „Flexible Arbeitszeit“ (plus 57 Prozent) und „Vertrauensarbeitszeit“ (plus 67 Prozent).

Über die Studie:
Für die „War-of-Talents“-SEO-Studie wurden über 500 Keywords auf Suchvolumen, Besucherzahlen und Regionalität hin untersucht. Insgesamt wurden 800.000 Datensätze ausgewertet. Zeitraum der erhobenen Daten: 2014 bis August 2018.