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Desktop-Telefone: Ein Schreibtisch ohne Telefon?

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

„Business-Telefone müssen noch intelligenter werden“

Jens Brauer, Vice President Central & Eastern Europe, Middle East & Africa bei Polycom Bildquelle: © Polycom

Jens Brauer, Vice President Central & Eastern Europe, Middle East & Africa bei Polycom

Ein relativ junger Mobilfunk-Player im Wettbewerb um die Gunst der Nutzer ist darüber hinaus die Telefonie über die Datenleitung. So erlauben es mittlerweile Endnutzer-Anwendungen wie Whatsapp und Facebook, aber auch zahlreiche Business-Collaboration-Lösungen wie Skype for Business, über WLAN, LTE und Co. zu kommunizieren. In Sachen Sprachqualität haben diese Anwendungen dabei einen großen Vorteil: sobald die nötige Bandbreite vorhanden ist, übertragen sie Sprache in bestmöglicher Audioqualität.

Die Zahl der Möglichkeiten, über das Smartphone zu kommunizieren, nimmt stetig zu und die Hersteller arbeiten zusehends an besseren Mikrofonen und Lautsprechern. Die Sprachqualität ist daher zukünftig kein Alleinstellungsmerkmal der Desktop-Telefone  mehr. Der Druck wird weiter wachsen, der Wettbewerb zunehmen – und die „Beständigkeit“ der Nutzer dürfte langfristig nicht mehr ausreichen, um das Telefon auch am Arbeitsplatz der Zukunft zum festen Bestandteil zu machen. „Business-Telefone müssen noch intelligenter werden, mehr maßgeschneiderte Komfort-Funktionen liefern und sich noch nahtloser in die gesamte ITK-Kommunikationslandschaft einfügen, um sich als Wertschöpfungsfaktor in Unternehmen weiterhin zu behaupten“, sagt Cantzler. Brauer von Polycom ergänzt: „Aber auch das Thema Benutzerfreundlichkeit spielt eine wichtige Rolle für die Akzeptanz der Technik. Moderne Mitarbeiter wollen nahezu ausschließlich Geräte nutzen, die für sie intuitiv bedienbar sind. Wer darauf nicht achtet, verliert zunehmend seine Zielgruppe.“

Ein nicht zu vernachlässigender Aspekt ist darüber hinaus die Sicherheit. Tischtelefone lassen sich heutzutage deutlich leichter in die ITK-Landschaft integrieren und managen als dies bei Smartphones der Fall ist. Die Mobilgeräte erfordern hingegen umfassende Mobile-Device-Management-Lösungen und Reglementierungen im Unternehmen. Noch komplexer wird es, wenn die Nutzer private Endgeräte einbringen (BYOD). Viele Unternehmen dürften sich daher noch vor dem umfassenden Einsatz von Smartphones, gerade in kritischen Bereichen, versperren. Gleichzeitig sind die Nutzer aber maßgebend und umgehen im schlimmsten Fall die IT-Abteilung gänzlich.

Wettkampf um den Arbeitsplatz der Zukunft

Technologisch schließen die Konkurrenten Telefon sowie Smartphone in vielen Bereichen zueinander auf. So konnten die Mobilgeräte besonders bei der Sprachqualität aufholen, der Ausbau der Mobilfunknetze schreitet voran, die Verfügbarkeit steigt. Gleichzeitig haben sich aber auch die Telefone entwickelt, sind heutzutage oft deutlich leichter an individuelle Anforderungen anpassbar und für die IT-Abteilung zu managen. „Die Verwaltung kann zentral über das Netzwerk erfolgen und Features lassen sich remote aufspielen, Änderungen können in kürzester Zeit vorgenommen werden“, so Cantzler.  

Sollte sich das technische Gleichgewicht daher nicht plötzlich in die eine oder andere Richtung verschieben, wird es für lange Zeit eine Frage der Unternehmensstruktur und -prozesse bleiben, welches Endgerät zum Einsatz kommt. Vieles spricht dafür, dass die meisten Mitarbeiter auch über die kommenden Jahre hinweg sowohl ein Telefon als auch ein Smartphone nutzen wollen und werden, die jeweils in unterschiedlichen Bereichen ihre individuellen Stärken ausspielen können. Nicht zuletzt auch, da sich aktuell viele Unternehmen noch schwer damit tun, mobile Endgeräte vollumfänglich im Firmennetzwerk zuzulassen beziehungsweise diese datenschutzkonform zu integrieren.