Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Sensorik-Markt: Die große Vielfalt

Sensorik und Messtechnik gewinnen weiter an Bedeutung und waren auch im Jahr 2018 ein wichtiger Schlüssel für innovative technische Produkte – beispielsweise in den Feldern Smart City, Smart Grid und Smart Factory. Ein Blick auf den Sensorik-Markt und die zu erwartenden Technologietrends.

Muster Fraktal Bildquelle: © Zdenek Precechtel-123rf

Vielfalt und Sensorik, diese zwei Begriffe sind eng miteinander verwoben. So liegt in der Sensorik eine extrem große Vielfalt – begründet unter anderem in den Messgrößen, Sensortechnologien, Schnittstellen, in der Verpackung, den Anwendungen oder den Sensorpreisen und den eingesetzten Stückzahlen.

Die internationale Konkurrenzfähigkeit im Maschinenbau, in der Prozesstechnik, im Fahrzeugbau oder bei Hausgeräten hängt von dem Einsatz moderner Sensoren ab. Die deutsche Sensorindustrie hat sich daher als eine Schlüsseltechnologie für das Industrieland Deutschland erwiesen; sie beliefert etwa 20 Prozent des weltweiten Sensormarktes.

2010 wurde dieser auf circa 100 Milliarden US-Dollar geschätzt, mit Wachstumsraten zwischen fünf und über zehn Prozent pro Jahr. Damit wird der Weltmarkt bis 2020 auf über 200 Milliarden US-Dollar steigen (siehe auch Grafik anbei). Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Sensor Technologien 2022“ des AMA Verbands für Sensorik und Messtechnik. Die im Folgenden getätigten Aussagen zum Sensorik-Markt und den damit einhergehenden Entwicklungen stützen sich überwiegend auf diese Studie. Da Sensoren in vielen unterschiedlichen Märkten eingesetzt werden, ist ihr Absatz relativ stabil. Die Technik findet in Automobilelektronik, Maschinenbau, Fahrzeugbau (LKW, Schienenfahrzeuge, Schiffe, Flugzeuge), Fertigungsautomatisierung, Umwelt- und Labormesstechnik, Energietechnik, Haushaltsgeräten, Elektrogeräten, Sicherheitstechnik, Medizintechnik und Prozesstechnik, Gebäudetechnik, Konsumgütern (Smartphones, Tablets, TV, Haushaltsgeräte) und noch vielen weiteren Feldern Verwendung.

Zwar ist der Markt stabil, doch es gibt auch Bedrohungen und Herausforderungen durch neue technische Entwicklungen, insbesondere durch internetbasierte Technologien, etwa für Konsumanwendungen. Aus der Analyse der Marktanteile lässt sich erkennen, dass die umsatzmäßig größten Märkte Fahrzeugbau, Informationstechnik und Gebäudetechnik sind. Dort werden große Stückzahlen zu niedrigen Preisen verlangt, es herrscht große, internationale Konkurrenz. Diesen Markt beliefern überwiegend Großunternehmen. Daneben gibt es noch viele andere Bereiche, in denen angepasste höherwertige Sensorik verlangt wird, in mittleren bis kleinen Stückzahlen, mit hoher Präzision und höheren Preisen. Diese Märkte sind die Domäne der eher kleinen und mittelgroßen Firmen, wie sie  auch überwiegend im AMA Verband zu finden sind. Dies unterstreichen auch die Umfrageresultate bei den Mitgliedern des Verbands nach ihren Absatzmärkten. Hier dominieren der Maschinenbau und die Prozesstechnik, die Messtechnik, die Automobilindustrie – insbesondere für die hochwertigen Fahrzeuge – oder die Medizintechnik.
Gerade in diesen Märkten können kleine und mittlere Unternehmen (KMU) extrem viele unterschiedliche Lösungen für die Messaufgaben ihrer Kunden zur Verfügung stellen. Falls sich neue Aufgaben oder Anforderungen ergeben, können sie schnell darauf reagieren. Dies ist auch ein Feld, in dem Firmenneugründungen mit Erfolg getätigt werden können. Diese hochspezialisierten Sensorhersteller bieten ihre Produkte oftmals weltweit in ihren Marktsegmenten an. Damit ist die Sensorindustrie ein wesentlicher Faktor für die Beschäftigung von hochqualifizierten Experten in Deutschland. Der Markt für Sensorik ist sehr inhomogen und stark segmentiert. Es gibt mehr als 100 Messgrößen, für die entsprechende Produkte angeboten werden. Hier finden sich Sensoren, die den diversen Anwendungsfeldern angepasst sind. Auch diese Vielfalt von angepassten Technologien ist eine Stärke der kleineren innovativen Firmen.

Die Sensorik- und Messtechnikbranche hierzulande zeichnet sich besonders durch mittelständische Unternehmen aus. Über 400 dieser Firmen sind im AMA Verband für Sensorik und Messtechnik organisiert. Sie repräsentieren rund 100.000 Arbeitsplätze, erwirtschaften einen direkten Umsatz von mehreren zehn Milliarden Euro und weisen ein starkes Wachstum in Umsatz und bei Mitarbeiterzahlen auf.

Ein aktiver Markt im ständigen Wandel
Auf technologischer Seite ist die deutsche Sensorindustrie sehr aktiv. Es werden neue Firmen gegründet, neue Materialien erforscht oder neue Technologien eingesetzt, Sensoren modifiziert und neue Anwendungen gefunden. Gerade die Internationalisierung von Märkten und von neuen Technologien erfordert sorgfältige Beobachtungen. Denn diese Trends können zu Chancen oder zu Bedrohungen führen, wie man etwa an den internetbasierten Entwicklungen gut erkennen kann. Denn auf einmal ändern sich die technischen Möglichkeiten durch diese einfache Art der Datenübertragung. Durch die Vielzahl der ermittelten Daten können sich darüber hinaus neue Geschäftsmöglichkeiten eröffnen. Die Studie „Sensor Technologie 2022“ hat es sich daher zum Ziel gesetzt, Trends, Chancen und Bedrohungen aufzuzeigen und darzustellen, wie durch die Zusammenarbeit von Industrie und Forschung Neues geschaffen und Altes modernisiert werden kann.

Begriffsklärung: Sensorik
Sensorik bezeichnet in der Technik die Wissenschaft und die Anwendung von Sensoren zur Messung und Kontrolle von Veränderungen von umweltbezogenen, biologischen oder technischen Systemen. Der Einzugsbereich wird dabei unterschiedlich abgegrenzt: Teilweise werden ausschließlich Sensorelemente der Messtechnik betrachtet, an anderer Stelle ausschließlich binäre, also schaltende Systeme (zum Beispiel Lichtschranken). Wieder andere beziehen auch Labor- und Industrie-Messsysteme zur Automatisierung mit ein. Gemeinsam ist der technischen Sensorik, dass sie technische Produkte behandelt, die in der Regel nichtelektrische Messgrößen in elektrische Signale umwandeln. Aktoren, oder auch Antriebselemente, setzen in diesem Zusammenhang elektrische Signale (zum Besipiel vom Steuerungscomputer ausgehende Befehle) in mechanische Bewegung oder andere physikalische Größen wie Druck oder Temperatur um und greifen damit aktiv in den Prozess ein.