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Virtual Reality: Jetzt wird’s persönlich

Trotz technisch immer ausgereifterer Systeme wartet die Virtual Reality noch auf ihren breiten Durchbruch. Das Potenzial dafür bietet eine personalisierte VR mit fotorealistischen 3D-Avataren von Menschen. Sie ermöglicht zahlreiche Anwendungen für den Massenmarkt.

Timo Boll Staramba 3D-Avatar Bildquelle: © Staramba

In einem sozialen VR-Netzwerk können Fans ihren Idolen wie Tischtennis-Ass Timo Boll hautnah begegnen.

Die Rahmenbedingungen für Virtual Reality werden praktisch täglich besser: Betriebssystem-Anbieter integrieren immer mehr VR-Features tief in ihre Systeme; entsprechende Brillen werden immer leistungsfähiger, leichter und billiger; und die Performance von PCs und mobilen Devices wächst ohnehin rapide, sodass sie die hohen Leistungsanforderungen von VR-Anwendungen immer besser erfüllen können. Dennoch wartet die Virtual Reality nach wie vor auf ihren endgültigen Durchbruch. Das liegt vor allem daran, dass es bislang an überzeugendem Content für die breite Masse fehlt. Es existieren bereits zahlreiche nützliche Anwendungsfälle in der Wirtschaft, in Forschung und Lehre genauso wie in der Medizin. Und auch im Privatleben spielen immer mehr Menschen VR-Games oder sehen sich 360-Grad-Filme mit 3D-Effekt an. Aber Content, der Virtual Reality genauso wie das Internet oder Smartphones zur Alltagstechnologie von jedermann macht, steht bis dato noch aus.

Stars im virtuellen Raum persönlich treffen
Eine entscheidende Rolle für die Entwicklung eines solchen VR-Contents spielen fotorealistische 3D-Avatare von Menschen. Sie ermöglichen eine personalisierte VR – also eine virtuelle Realität, in die lebensechte Abbilder von realen Menschen eingebunden sind – und können damit den Weg zu zahlreichen Anwendungen für den Massenmarkt ebnen. So haben diese Avatare etwa das Potenzial, die Social-Media-Kommunikation zu revolutionieren und Virtual Reality damit in das Alltagsleben vieler Menschen zu integrieren. Soziale VR-Netzwerke können es Fans ermöglichen, mit fotorealistischen 3D-Abbildern ihrer Lieblingsstars aus Sport, Film oder Entertainment zu interagieren. Gesteuert von Künstlicher Intelligenz können die Avatare dann Unterhaltungen mit ihren Fans führen und auf deren Aktionen reagieren. Vom Small Talk mit dem Papst über ein Gesangs- und Tanzduett mit Helene Fischer bis hin zum Torwarttraining mit Manuel Neuer ist alles vorstellbar. Dass neben den Fans auch die Wirtschaft von solchen sozialen VR-Netzwerken profitieren kann, verleiht ihrer Verbreitung einen weiteren Schub. So bieten sie etwa den Agenturen der Stars die Möglichkeit, ihre Klienten in einem neuen Umfeld zu platzieren, sie noch breiter zu vermarkten und ihnen neue Merchandising-Potenziale zu erschließen. Aber auch Herstellern von Produkten aller Art eröffnen sich große Chancen. Sie können in sozialen VR-Netzwerken ihre Erzeugnisse von den Stars präsentieren, erklären oder benutzen lassen.

Staramba 3D-Scanner Bildquelle: © Staramba

Spezielle Scanner ermöglichen es, einen fotorealistischen 3D-Avatar von sich zu erzeugen – beispielsweise im Einkaufszentrum.

3D-Scanner-Syteme für den Massenbetrieb
Aber nicht nur fotorealistische 3D-Avatare von Stars und Prominenten, sondern auch von ganz normalen Privatpersonen können zur weiteren Verbreitung von Virtual Reality beitragen. Die Voraussetzungen für die Erzeugung solcher Jedermann-Avatare sind bereits vorhanden, es existieren am Markt 3D-Ganzkörperscanner, die gezielt für den Massenbetrieb konzipiert sind. Diese Geräte setzen im Gegensatz zu herkömmlichen 3D-Scanning-Systemen nicht auf die Technik der Fotogrammetrie, bei der zweidimensionale Fotos nachträglich in einem zeitaufwändigen Verfahren in 3D-Modelle umgewandelt werden. Stattdessen sind sie mit Kamera- und Tiefensensoren ausgestattet, die das Tiefenbild im Moment der Aufnahme wiedergeben können. Dadurch sind sie in der Lage, die 3D-Modelle der gescannten Person schneller zu erzeugen. Wenige Minuten nach dem Scan steht ein animierbarer 3D-Avatar zur Verfügung. Zudem sind diese Geräte so konstruiert, dass sie sich ohne Fachpersonal bedienen lassen. Ihre Kameras und Sensoren beispielsweise befinden sich hinter Glas, sodass die zu scannende Person im Inneren des Gerätes keine Möglichkeit hat, die Technik zu verstellen.