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Tanja Loos/Adlon im funkschau Interview: "Nichts bewegt sich in einem Unternehmen langsamer als Kultur"

Digital-Workplace-Konzepte müssen individuell auf Unternehmen und ihre Kultur abgestimmt sein. Im funkschau-Interview erklärt Tanja Loos von Adlon, wo in der Praxis die größten Stolpersteine lauern und was die entscheidenden Faktoren für eine erfolgreiche Umsetzung sind.

Tanja Loos Adlon Bildquelle: © Adlon

Tanja Loos, Business Relationship Manager bei Adlon, spricht im funkschau Interview über die Chancen und Herausforderungen des digitalen Arbeitsplatzes.

funkschau: Wie ist aktuell das Interesse Ihrer Kunden am Thema Digital Workplace bzw. Arbeitsplatz der Zukunft? Kommen mehr Anfragen aus dem Markt oder müssen Sie das Thema aktiv bewerben?

Tanja Loos: Viele unserer Kunden haben das Potenzial für sich erkannt. Der „War on Talents“, das heißt Fachkräftemangel und die Digitale Transformation sind auch im Mittelstand zu essenziellen Themen geworden. Was der Digital Workplace für die Firmen bedeutet, wird jedoch oft nicht ganzheitlich betrachtet, sondern je nach Fachbereich oder Treiber fragmentiert. So ist es bei der einen Firma der höhenverstellbare Tisch, die Einführung von Handys oder die Nutzung von Office 365 Apps. Bei anderen sind es flexible Arbeitszeiten oder mobi-le Arbeitsplätze. Wieder andere begreifen das Thema digital ganzheitlich und bearbeiten Prozesse, Strukturen, Technologien und Kultur. Hier unterstützen wir unsere Kunden dabei, das Ganze zu sehen.

funkschau: Wo beginnen die Unternehmen zumeist mit der Modernisierung ihrer Infrastruktur? Was steht am Anfang Ihrer Projekte im Fokus?

Loos: Infrastruktur ist ein Begriff der von der IT anders verstanden wird, als beispielsweise von der Produktion oder Verwaltung. Was aber alle vereint: sie starten dort, wo es weh tut. In der IT-Abteilung sind das die Themen Sicherheit oder auch die End-of-Life-Zyklen der Softwarehersteller.

Mitarbeiter legen zudem immer mehr Wert auf flexibles Arbeiten, wofür Unternehmen eine solide und zugleich dynamische Grundlage schaffen müssen, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Diese Investitionen betreffen dann wiederum natürlich auch die Finanzabteilung und nicht zuletzt natürlich die Geschäftsleitung, die das Ganze tragen, unterstützen und mit einer adäquaten Strategie steuern muss.

funkschau: Was raten Sie, wie Unternehmen das Thema idealerweise angehen sollten? Gibt es einen allgemeingültigen Fahrplan oder geht stets eine individuelle Analyse der Abteilungen und Prozesse voraus?

Loos: Wir raten zu einem Partner, der das Ganze begreift und eine Kombination aus methodischem und individuellem Vorgehen umsetzt. Die Grundlage ist eine logische Vorgehensweise nach bekannten Mustern: Analyse der Ist-Situation, Ideengenerierung, eine Strategie und davon abgeleitet ein Konzept, das dann Schritt für Schritt aber auch konsequent umgesetzt wird. Die Analyse passiert beispielsweise mittels allgemeingültiger Methoden und Abläufe, hat aber natürlich ein individuelles Ergebnis. Je weiter man in diesem Prozess voran-schreitet, desto höher wird die Individualität in der Beratung. So sind Strategie und Konzept sehr individuell abgestimmt und berücksichtigen einige quantitative, hauptsächlich aber qualitative Aspekte. Da es nicht die eine Infrastruktur gibt und kein Team dem anderen gleicht, ist auch die Umsetzung maßgeschneidert. Wichtig ist dabei auch, dass zwischen den einzelnen Schritten nicht zu viel Zeit vergeht. Ein Gesamtfahrplan mit Meilensteinen und einer durchgängigen Kommunikation um den Mitarbeitern den Fortschritt und die Wichtigkeit zu vermitteln, ist unerlässlich.Gut ist deshalb ein Wegbegleiter, der nicht nur berät, sondern den ganzen Weg gemeinsam mit dem Unternehmen geht. Wichtig ist