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Smarte Logistik: Wie die Digitalisierung die Logistik revolutioniert

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Industrie, sondern auch den kompletten Logistikprozess. In ersten Testphasen liefern vernetzte Drohnen und Roboter bereits Pakete und Essensbestellungen aus. Doch bis diese Art der Lieferung Alltag ist, sind noch einige Herausforderungen zu meistern.

Drohne Logistik, Laird Bildquelle: © Laird

Paketlieferung per Drohne oder Roboter: Was vor einigen Jahren noch eine reine Zukunftsvision war, ist bald schon Realität.

Die Digitalisierung und Vernetzung bietet für Firmen in der Logistikbranche große Chancen; in einem Markt, der vor allem hierzulande boomt. Die Logistik ist in Deutschland der größte Wirtschaftsbereich nach der Automobilindustrie und dem Handel. Der europäische Logistikmarkt beläuft sich auf ungefähr eine Billion Euro – wozu Deutschland mit einem Viertel beiträgt. Der Lkw bleibt dabei unverzichtbar, sowohl im Nah- als auch Fernverkehr: Der Lastkraftwagen-Transportmarkt in Europa hat ein jährliches Umsatzvolumen von 250 Milliarden Dollar. In Deutschland lag der Anteil von Lkw am Güterverkehr in den letzten Jahren stabil bei 70 Prozent. Bis zu 500.000 Lkw-Touren gibt es täglich. Im Logistikbereich sind in Deutschland rund 60.000, überwiegend mittelständisch geprägte, Unternehmen tätig.

Ein großer Wachstumsmarkt ist für diese Branche vor allem der Onlinehandel, der seit 2010 seinen Umsatz fast verdoppelt hat. Für Logistikunternehmen birgt das aber auch neue Herausforderungen. Besonders was die sogenannte „letzte Meile“, also den Transport vom Lager bis zur Haustür des Kunden, betrifft. Aufgrund der kleinen Liefermengen und unzähligen Adressen können die Logistikunternehmen die Warenlieferungen kaum bündeln. Ein weiteres Problem ist, dass die Empfänger oft nicht zuhause sind, wenn der Lieferant vor der Tür steht. Dann muss umständlich ein zweites Mal geliefert werden – was für die Unternehmen sehr kostspielig ist. Laut Untersuchungen verursacht die letzte Meile mehr als 50 Prozent der Gesamtkosten für Logistikunternehmen und ist somit der größte Kostenfaktor bei der Paketzustellung. Ein Kostenpunkt, der durch zahlreiche wachsende Lieferangebote wie „Same-Day-Delivery“, noch weiter zunehmen wird. Vor allem bei den Lebensmittellieferungen beispielsweise von Amazon Fresh, Freshfoods oder Rewe gehört diese Lieferart mittlerweile zum Standard-Service. So sollen neue, urbane Zielgruppen erreicht werden. Um diese komplexen Prozesse dennoch wirtschaftlich zu lösen und weiterhin zu optimieren, suchen Logistikunternehmen nach Lösungen: Großes Potenzial liegt in der Vernetzung und Digitalisierung.

Eine Möglichkeit besteht in der Zustellung per Drohne. Dies ist aber nur dann sinnvoll, wenn eine dezidierte Anlieferungsfläche verfügbar ist. So könnte eine Drohne zum Beispiel ein Postfach anfliegen, dieses dann mithilfe eines Codes öffnen und das Paket ablegen. Eine andere Zustellungsart, die einzelne Logistikunternehmen bereits erproben, ist die Lieferung per Roboter. Diese sollen vor allem in Innenstädten eingesetzt werden, wo die Lieferung schwierig und zeitintensiv ist. Eine weitere Möglichkeit wäre die Warenlieferung in den Pkw-Kofferraum der Kunden. Dabei müssen aber zuerst zwei Hürden genommen werden: Erstens muss der zu beliefernde Kofferraum genau lokalisiert werden, um beispielsweise die Paketlieferung auch während der Arbeitszeit auf dem Firmenparkplatz abzuwickeln. Zweitens müssen die Sicherheitskonzepte so ausgeklügelt sein, dass kein Missbrauch durch das Öffnen des Fahrzeugs entsteht. All diese Projekte können aber nur dann realisiert werden, wenn alle wichtigen Akteure miteinander vernetzt sind: das Warenlager, der Transporter, die Drohne oder der Roboter.

Offene Plattformen gefordert
Mit der Kommunikation über offene Plattformen können Logistikunternehmen bereits sowohl vorhandene Kommunikationslösungen als auch Neuanschaffungen miteinander kompatibel vereinen. Wichtig dabei ist, dass die Plattform für Kunden beziehungsweise Partner offene und flexible Software- und Hardware-Komponenten zur Verfügung stellt. So können sich Applikationsentwickler voll und ganz auf die Anforderungen komplexer Use Cases konzentrieren, während sich die Plattform um die Integration ins Fahrzeug kümmert. Besonders in der Logistik ist dies wichtig, um die unterschiedlichen Anforderungen der verschiedenen Akteure miteinander zu verknüpfen: Lagermitarbeiter, die Waren effizient liefern müssen; Transportfahrer, die umweltfreundlich und schnell Kundenwünsche erfüllen sollen und Kunden, die ihre Waren innerhalb eines Tages zugestellt bekommen möchten.