Sie sind hier: HomeTelekommunikation

Ransomware as a Service: Cyber-Erpressung auf Bestellung

Ransomware hat mit der Geiselnahme von Dateien in den letzten Jahren eine beachtliche und unrühmliche Karriere hingelegt. Und da sich Kriminelle auch bei Digitalisierungstrends nicht lumpen lassen, hat die Untergrundökonomie mit RaaS ein lukratives Geschäftsmodell für sich entdeckt.

Puppenspieler Bildquelle: © SVIATLANA ZYKAVA - 123RF

Das Prinzip ist denkbar einfach – wie in der legalen Wirtschaft sind die Dienstleistungen ganz auf die Bedürfnisse einer möglichst breiten Kundschaft zugeschnitten: Auf Ransomware-as-a-Service-Plattformen können nun auch technisch wenig versierte Kriminelle ins Cyber-Erpressergeschäft einsteigen und sich von Schadware-Entwicklern die entsprechende Service-Leistung gegen Abgabe einer festen Gebühr oder einer Provision basierend auf den Lösegeldeinnahmen besorgen.

Satan & Co.: Komfortable Ransomware-Abos mit Profi-Marketing

Ein Beispiel für eine Ransomware-as-a-Service-Operation, die an Bekanntheit gewonnen hat, ist die Satan RaaS-Plattform, die es Cyberkriminellen besonders benutzerfreundlich ermöglicht, in großem Umfang, einfach anpassbare Ransomware-Angriffe auszuführen. Interessierte Kriminelle mit minimalen technischen Fähigkeiten sind in der Lage, die Satan-Plattform zu abonnieren und eigene Angriffe zu starten. Dazu bietet die RaaS-Plattform praktische Tipps zur Malware-Verteilung sowie Auswertungsübersichten zu Infektionsraten und eingenommenen Lösegeldern. Alles für eine 30-prozentige Provision auf die Lösegeldeinnahmen an die Ransomware-Schöpfer.

Im Fall des RaaS-Angebots für die Cerber-Ransomware bewerben die Malware-Entwickler ihre Dienstleistung sogar über Bannerwerbung und Forenbeiträge im Darknet, ein Hinweis auf das Ausmaß solcher Kampagnen. Und die Macher der Philadelphia-Ransomware preisen ihr Crimeware-Package einfach gleich in einem schicken RaaS-Werbevideo an, in dem die Benutzerfreundlichkeit und umfangreichen Features ihres Produkts anschaulich dargestellt werden – von PDF-Reports, Angriffs-Tracking, Google-Maps-Unterstützung für die Suche nach neuen Angriffszielen sowie kostenlose Software-Updates bis hin zu einer sogenannten „Mercy“-Funktion für Opfer, die mit ihren Bitten eventuell doch das Herz des Angreifers erweichen. Mit dieser kann er Gnade walten lassen, indem er die verschlüsselten Daten tatsächlich auch wieder entschlüsselt.