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MXC: Der Weg in die vernetzte Welt

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

"Drahtlose IoT-Infrastruktur der Zukunft sollte allen Menschen gehören"

funkschau: MXC setzt zum Aufbau des IoT-Datennetzwerks auf das LPWAN. Welche Vorteile hat das?
Wagener: Das Internet of Things hat mit dem „normalen“ Internet nicht viel gemein. Die Datenübertragungen der Geräte sind zumeist kurz und wenig umfangreich, ganz anderes als im Internet verschickte Nachrichten. Hohe Bandbreiten sind also nicht erforderlich. Was die mobile Datenübertragung betrifft, so sind die meisten Menschen mit 4G- oder LTE-Netzen vertraut und wissen: Eine große Zahl von gleichzeitigen Nutzern macht diese Netzwerke extrem langsam – man denke hier nur an Großveranstaltungen wie Sportveranstaltungen oder Konzerte. Die Analysten von IHS Market prognostizieren, dass es im Jahr 2030 im IoT über 125 Milliarden angeschlossene Geräte geben wird. Selbst wenn diese nicht alle gleichzeitig Daten senden, wären die herkömmlichen Mobilfunktechnologien schnell am Ende. Sie wurden schlicht und ergreifend nicht für das Internet der Dinge entwickelt. Es ist klar, dass wir für das IoT ein Netzwerk benötigen, das optimal an die verwendeten Geräte angepasst ist. Und LPWAN hat sich als beste Technologie herauskristallisiert.

Dafür gibt es noch einen weiteren Grund. Beim Aufbau der IoT-Infrastruktur der Zukunft ist es auch wichtig, den ökologischen Fußabdruck zu berücksichtigen. Alle künftig verbundenen Geräte verbrauchen Strom. Aufgrund der zugrundeliegenden Technologie verbraucht ein Gerät, das über 4G oder LTE sendet, viel Strom. Auch notwendige Funktürme, die diesen Service anbieten, verbrauchen relativ viel Strom – etwa 2 bis 6 kW pro Turm bei einer maximalen Reichweite von 35 Kilometern. Im Gegensatz dazu verbrauchen auf LPWAN-Technologien basierende Geräte sehr wenig Strom. Ein einzelner LPWAN-Sensor kann Daten für zehn Jahre mit einer einzigen Batterieladung senden. LPWAN-Gateways verbrauchen je nach Hersteller lediglich etwa 5 bis 20 Watt pro Gerät. Und: Diese Geräte haben eine durchschnittliche Reichweite von 20 Kilometer auch ohne zusätzliche Funktürme.

Der Zahlungs- und Datenfluss innerhalb von MXProtocol. Bildquelle: © MXC Foundation

Der Zahlungs- und Datenfluss innerhalb von MXProtocol

funkschau: MXC will das IoT für die „Sharing Economy“ öffnen. Wie genau soll das funktionieren?
Wagener: Wir glauben, dass die drahtlose IoT-Infrastruktur der Zukunft allen Menschen gehören sollte. Mit LoRAWAN, einer LPWAN-Technologie, die unlizenzierte Frequenzen nutzt, kann jeder ein Netzwerk aufbauen und seine Sensoren daran anschließen. MXC ermöglicht es quasi jedem Menschen, diese Netzwerke für die Öffentlichkeit zu öffnen und anderen Personenoder Unternehmen die Nutzung von Netzwerkressourcen zu ermöglichen, die nicht bereits im Tausch gegen die Machine eXchange Coin verwendet werden. Hierzu können diese Personen Hardware – also ein „Gateway" – kaufen und ihr Heimnetzwerk daran anschließen. Auch andere Personen sind dann in der Lage, dieses Datennetzwerk zu nutzen, weil alles zu 100 Prozent End-to-End verschlüsselt und die Sicherheit und Konsistenz der Daten gewährleistet ist. Es entsteht eine neue Art der Dienstleistung im IoT, von der alle profitieren: Die Betreiber von Geräten, weil ihre Daten sicher und schnell übertragen werden und die Eigentümer der Hardware, weil sie für ihre Dienstleistungen ohne eigenes Eingreifen bezahlt werden.

funkschau: Welche Rolle spielt die Blockchain im Gesamtkonzept von MXC?
Wagener: Seit geraumer Zeit wird sehr viel über die Blockchain geredet, ohne dass die meisten der Diskutierenden überhaupt wissen, was sich dahinter verbirgt. Zumeist werden dann noch Blockchain und Bitcoin in einen Topf geworfen. Bevor ich erkläre, wie MXC die Blockchain verwendet, möchte ich daher vorausschicken, dass eine Blockchain im Prinzip eine Datenbank ist, die schwer zu hacken oder zu ändern ist.

Nehmen wir an, jemand verwendet eine Excel-Tabelle, um die in seinem Unternehmen an die Mitarbeiter gezahlten Gehälter zu verwalten. Theoretisch könnte sich jeder Zugriff zu dieser Tabelle besorgen und die Daten ändern, um entweder mehr Geld zu bekommen oder jemand anderen zu verletzen. Was wäre aber, wenn es nur möglich wäre, diese Tabelle zu verändern, wenn mehr als 90 Prozent aller Mitarbeiter zustimmen müssten, dass die Änderung korrekt ist?

Ganz ähnlich funktioniert das Prinzip einer Blockchain. Und da es sich bei dem Beispiel der Excel-Tabelle ja um etwas Buchhalterisches handelt, spricht man in Anlehnung an das „Hauptbuch“ auch von „Ledgern“. Alle Mitglieder einer Blockchain, die sich an der Bestätigung einer Transaktion (also beispielsweise der Änderung der Tabelle im Beispiel) beteiligt haben, werden entlohnt, indem ihnen eine Kryptowährung zur Verfügung gestellt wird.

Im Fall der von MXC genutzten Kyptowährung MXC wird Blockchain-Technologie genutzt, um die Transaktionen zu verwalten und sicherzustellen, dass Daten und die Quellen der Daten korrekt sind. Außerdem wird die Blockchain-Technologie verwendet, um bestimmte Daten zu markieren und sicherzustellen, dass es weniger Datenkollisionen im Prozess gibt.