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Komplexität in der Cloud: Sicher navigieren im Multi-Cloud-Ozean

Viele Wolken galten Seeleuten als schlechtes Omen. Sie konnten ohne klaren Blick zum Himmel schlecht navigieren. Das Gleiche gilt für Unternehmens-Kapitäne in komplexen Multi-Cloud-Umgebungen. Wie können sie dennoch informiert entscheiden? Das erläutert Olf Jännsch von BMC.

Gemälde stürmische See Schiff Bildquelle: © marcovarro - 123rf

Laut den Prognosen von Gartner wird der globale Umsatz von Cloud-Diensten 2018 auf 305 Milliarden Dollar anwachsen. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das einen Anstieg um 17,5 Prozent. Für IT-Verantwortliche wird es immer wichtiger, über eine Cloud-Umgebung zu verfügen, die mit den Anforderungen der heutigen Zeit zurechtkommt und fit für die Zukunft ist.

Zusätzlich kommen immer neue Herausforderungen dazu, sei es in puncto Sicherheit, Automation, Kosten oder Performance. Doch wie soll man sich um diese Probleme kümmern, wenn überhaupt erst der Überblick über die gesamte Cloud-Umgebung fehlt, wenn gar nicht klar ist, wieviel sie kostet?

Application Mapping verschafft einen Überblick
Application Mapping zeigt, welche Geschäftsbereiche welche Anwendungen und Cloud-Dienste nutzen. So können Unternehmen Business Services leichter überwachen und dokumentieren. Einmal erstellt, hilft eine solche Map auch der IT, Auswirkungen von Änderungen in der Software-Infrastruktur auf bestimmte Geschäftsprozesse abzuschätzen.

Die Kartierung der Anwendungen muss man zum Glück nicht mit Zirkel und Bleistift vornehmen, dafür existieren eine Reihe hilfreicher Tools. Sie können automatisch Daten sammeln und Anwendungen erkennen – in Unternehmensnetzwerken wie in der Cloud. Anschließend erfassen sie die Abhängigkeiten zwischen den verschiedenen Apps. Daraus entsteht schließlich die Karte mit fundierten Informationen. Application Mapping fördert die Kooperation zwischen Application Ownern und Configuration Managern über alle Cloud-Dienste hinweg und stellt so sicher, dass die Cloud-Umgebung stets den Erfordernissen der Business-Anwender entspricht.

Entscheidet man sich dafür, eine solche Map anzulegen, stellt sich die Frage, wo man anfangen soll. Man könnte nach Wichtigkeit vorgehen und zuerst die businesskritischen Dienste mappen – oder mit den Anwendungen nach Geschäftsbereich gegliedert beginnen. Der Nachteil an diesen Ansätzen ist das Vorwissen, das vorausgesetzt wird: Es muss klar sein, welche Apps existieren und wie sie einzuordnen sind. Dies kann viele Anwender abschrecken und eine zu große Hürde darstellen.

Besser ist daher der „Start-Anywhere-Ansatz“, der wörtlich meint, was er beschreibt: Application Owner können einfach anfangen, wo sie wollen – beziehungsweise mit dem, was sie schon wissen. Auch von mehreren Punkten gleichzeitig lässt sich die Kartierung beginnen. Dadurch haben IT-Teams sogar den Vorteil, dass sie Informationen aus verschiedenen Quellen erhalten, für den Fall, dass die Beziehungen zwischen Anwendungen nicht direkt offensichtlich werden. Das lindert zudem die Probleme, die Standardtools mit modernen Multi-Cloud-Umgebungen haben.