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Internet der Dinge: Im Dschungel der IoT-Plattformen

Für die erfolgreiche Umsetzung von IoT-Projekten benötigen Unternehmen skalierbare Plattformen, die Geräte und Sensoren vernetzen sowie Informationen erfassen und analysieren. Dabei sind jedoch die richtigen technologischen Bausteine der IoT-Plattform essenziell für den Unternehmenserfolg.

IoT Bildquelle: © funkschau

Neben Security-Technologien und Cloud-Computing gelten IoT-Plattformen als unverzichtbar für Unternehmen, die im Internet der Dinge (IoT) erfolgreich sein wollen. 57 Prozent der Unternehmen, so die Studie „Internet of Things 2018“ von IDG, sehen in den Plattformen sogar die wichtigste Technologie. „Eigentlich jeder, der eine IoT-Lösung schaffen möchte – egal ob im Hinblick auf smarte Produkte, Services und Geschäftsmodelle oder zur Vernetzung der eigenen Wertschöpfungskette – ist gut beraten eine IoT-Plattform einzusetzen“, bestätigt Jan Rodig, CEO bei Tresmo, die Studienergebnisse. Als Brücke zwischen der virtuellen und der realen Welt ermöglichen es eben solche Lösungen, die Datenflut zu erfassen, zu analysieren und die gewonnenen Erkenntnisse zu visualisieren.

In der Realität zeichnet sich jedoch ein ernüchterndes Bild ab: Lediglich in 22 Prozent der Firmen kommen entsprechende Produkte bereits zum Einsatz. Ein Grund dafür könnte in der Vielfalt des Angebots liegen: Rund 400 Anbieter werden zurzeit auf dem Markt gezählt. Doch Bernd Groß, SVP IoT & Cloud Business bei Software AG, warnt: „Ein Großteil der Produkte, die sich unter dem Label ‚IoT-Plattform‘ auf dem Markt finden, bieten nicht wirklich die volle Funktionalität eines ausgereiften Produkts, sondern häufig nur Teilaspekte.“ Sogenannte Konnektivitäts-/M2M-Plattformen beispielsweise konzentrieren sich vor allem auf die Verknüpfung vernetzter IoT-Geräte über Kommunikationsnetze – die Datenanalyse ist dabei zweitrangig. Diese Einzelelemente von „richtigen“ IoT-Plattformen – den sogenannten IoT Application Enablement Platforms (IoT AEP) – zu unterscheiden, ist für Laien jedoch nicht so leicht. Welche technologischen Merkmale sind also ausschlaggebend?

Application-Enablement-Plattformen erkennen
Zeitgemäße IoT AEPs setzen sich aus acht Bausteinen zusammen:

  1. Integration: Ermöglicht die Anbindung von internen Systemen eines Drittanbieters (zum Beispiel CRM, ERP) über integrierte Anwendungsprogrammschnittstellen (APIs), Software Development Kits (SDK) und Gateways.
  2. Basic Data Tools: Analyse-Tools, um den maximalen Nutzen aus den Daten zu ziehen. Dies geschieht beispielsweise durch das Einteilen der Basisdaten in Cluster oder den Einsatz von KI, um mit Ansätzen wie Maschinellem Lernen für den Menschen nicht erkennbare Zusammenhänge zu finden.
  3. App Enablement: Weitere Entwicklungstools, zum Beispiel App-Prototyping, Reporting und Zugriffsmanagement    
  4. Security & Administration: Trends, Muster und Ergebnisse werden für den Nutzer übersichtlich dargestellt. Die Lösung veranschaulicht die Daten unter anderem mithilfe von Linien-, Säulen- oder Kreisdiagrammen. Sicherheitsfeatures können hier verwaltet werden.
  5. Data Infrastructure: Schnittstelle zum Teilen von Daten
  6. Device Management: Stellt die korrekte Funktion der vernetzten IoT-Geräte sicher, indem Patches und Updates konsequent auf Software und Applikationen angewendet werden, die auf dem Gerät beziehungsweise auf Edge Gateways ausgeführt werden.
  7. Connectvity: Führt verschiedene Protokolle und Datenformate in einer gemeinsamen Softwareschnittstelle zusammen und ermöglicht so einen exakten Datenfluss und eine reibungslose Interaktion mit allen Geräten.
  8. Edge Functionalities: Ermöglicht die Analyse der erhobenen Daten vor Ort, was besonders in Hinblick auf Anwendungen wie das autonome Fahren wichtig ist.