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Digitale Arbeitswelt: Big-Data-Analyse soll künftige Anforderungen ermitteln

Digitale Kompetenzen bei Mitarbeitern werden immer wichtiger und stehen mitunter gleichrangig neben fachlichen Qualifikationen auf der Wunschliste von Arbeitgebern. Antwort darauf, welche Anforderungen aktuell und künftig gefragt sind, will ein neuer Dienst mittels Big-Data-Analyse geben.

Big Data Bildquelle: © Fotolia, Edelweiss

Die Anforderungen in der Arbeitswelt wachsen und damit auch die Ansprüche an Bewerber und Fachkräfte. Sie sollen digitale und fachliche Kompetenzen gleichermaßen mitbringen. Welche digitalen Kompetenzen derzeit gefragt sind und wie sich die Nachfrage entwickelt, darauf möchte der neue Dienst DQ-Index.de Auskunft geben – DQ steht dabei für “Digitalquotient”.

Der Dienst greift dabei auf eine Big-Data-Sammlung von deutschlandweiten Stellenanzeigen zurück. Die Datenbasis liefert das Schwesterportal cesar.de, eine Job-Metasuchmaschine. Diese erfasst seit 1996 mit einer proprietären Spider-Technologie alle Quellen im deutschen Job-Markt – mit über zwei Millionen aktuellen Stellenangeboten von Firmenwebseiten, Jobbörsen, Fachzeitschriften, Verbänden, öffentlichen Institutionen und Headhuntern bis hin zu den Angeboten der Bundesagentur für Arbeit.

Analysen können laut Angaben des Dienstanbieters individuelle Kunden-Anforderungen berücksichtigen; die Ergebnisse lassen sich anhand verschiedener Aspekte wie Berufstyp, Branche, Unternehmensgröße, Region, Stadt, Studium, Ausbildungsvoraussetzungen und Software-Skills aufschlüsseln.

Schaubild Bildquelle: © Cesar Internetdienste

Das Schaubild zeigt, welche digitalen Qualifikationen seit 2012 bei den DAX-30-Unternehmen nachgefragt wurden.

Die Unternehmen des DAX 30 als Blaupause
Eine erste Analyse der DAX-30-Unternehmen zeige laut Dienstanbieter unter anderem, dass die Digitalisierung die Branchen mit unterschiedlicher Geschwindigkeit erfasst. So finde sich beispielsweise im Bereich der Chemie-Unternehmen bislang noch kein signifikanter Anstieg der digitalen Kompetenzen. Ein anderes Bild zeige sich in der Automobilindustrie: Hier lasse die Häufigkeit an Meldungen zu Elektromobilität und autonomem Fahren fast die Parallele zum Anstieg der Anzahl an ausgeschriebenen Stellen mit digitalen Kompetenzen ziehen. So lag 2012 der Anteil an DQ-Stellen bezogen auf alle Stellenangebote eines Automobilherstellers noch bei zwei Prozent, während dieser Wert im Jahr 2017 auf 17 Prozent anstieg. Die Analyse habe auch nachgewiesen, dass diejenigen Anbieter, die anfangs nicht auf den Trend reagierten, in den Jahren 2016 und 2017 aufgeholt haben.

Laut Dienstanbieter zeige sich in den Stellenanzeigen einerseits, dass vermehrt Experten mit Führungsqualifikationen gesucht sind, die Mitarbeiter anleiten sollen. Andererseits werden verstärkt Experten im Bereich Weiterbildung nachgefragt, welche die Beschäftigten für den digitalen Wandel vorbereiten und qualifizieren sollen. Viele der nötigen Qualifikationen haben bislang keinen Eingang in die regulären Ausbildungen und Lehrpläne gefunden, erst seit Kurzem passen sich Schulen und Einrichtungen für Aus- und Weiterbildung an die neuen Anforderungen an.