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Internet der Dinge: Lang lebe die IoT-Plattform

Die "IoT-Plattform" wird kein magisches Stück Software sein. Sie wird eine vielschichtige Fusion sein, die von Systemintegratoren in Teamarbeit realisiert wird.

Internet of things Bildquelle: © Roberto Rizzo - 123RF

Der Traum ist immer der gleiche: Eine neue Technologie kommt auf, die eine neue Ära mit neuen Möglichkeiten und großen wirtschaftlichen Chancen verspricht. Und das Beste von allem: es wird einfach! Unvereinbare Standards und Integrationsprobleme werden auf einmal der Vergangenheit angehören! Man muss sich nur mit einer Thematik auseinandersetzen!

Beim Internet der Dinge (IoT) sind wir gerade genau an diesem Wendepunkt angelangt. Das IoT wird tiefgreifende Auswirkungen haben, insbesondere in der Fertigungsindustrie und anderen Schwerindustrien, wo eine Kosteneinsparung von 1 bis 2 Prozent mit Ersparnissen in Millionenhöhe und einer Reduktion von Tonnen an Emissionen einhergehen.

Aber das ist noch nicht die gelebte Realität. Laut Cisco scheitern fast 75 Prozent aller IoT-Projekte. Projekte, die mehr als zwei Jahre brauchen, fallen in eine “Gefahrenzone”, so Nathan Nuttall von Gartner.

Warum ist Komplexität unser Schicksal? Weil das IoT viel komplexer ist, als Sie sich vorstellen können. Von außen sehen Versorgungsunternehmen wie starre Organisationen aus. Wenn man jedoch tiefer blickt, wird man feststellen, dass es sich um Organisationen handelt, die Echtzeit-Netzwerke betreiben, welche sich über Tausende von Quadratkilometern erstrecken. Wenn Netflix ausfällt, murren die Leute. Wenn Strom und Wasser ausbleiben, kann dies in einer Krisenspirale resultieren.

Hier ist ein Beispiel. International Paper verfolgt 45.562 Datenströme, die im Rahmen des Projekts “Mill of the Future” mehr als 68 Millionen unterschiedliche Datenpunkte pro Tag produzieren. Andere Hersteller stehen vor ähnlichen Herausforderungen. Einen Datenpunkt für ein Jahr zu extrahieren, dauert nur wenige Minuten, aber das Organisieren von 10.000 Datenpunkten kann Tage dauern. Und das betrifft nur diese eine Fabrik – weltweit verfolgt das Unternehmen rund 1,9 Millionen Datenströme. Die Daten bilden das Fundament für die Senkung des Energieverbrauchs oder die Reduktion von Produktmängeln, aber deren Beherrschung ist eine gigantische Aufgabe.

Noch wichtiger: kein Unternehmen hat ein Monopol auf gute Ideen. Neue Märkte stimulieren Innovation und Wettbewerb. Das ist das “echte” Problem, wenn Sie es so nennen wollen. Die “IoT-Plattform” wird kein magisches Stück Software sein. Sie wird eine vielschichtige Fusion sein, die von Systemintegratoren in Teamarbeit realisiert wird.