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Performance: Der Cloud-Komplex

Die Cloud bietet eine unübersichtlich hohe Anzahl an Möglichkeiten – eine steigende Komplexität ist die Folge. Hier liegt die Frage nahe: Kann das alles überhaupt noch funktionieren?

Bild Bildquelle: © funkschau

Das Thema Cloud wird immer heterogener. Wer auf der Suche nach der maßgeschneiderten Cloud-Lösung für sein Unternehmen ist, hat viele Wahlmöglichkeiten: Er kann sich entweder für die Private- oder die Public-Variante entscheiden, für die hybride Mischform bis hin zur Multi-Cloud mit Diensten von verschiedenen Anbietern. Und mit „Elastic Hybrid Multi Cloud“ taucht bereits das nächste Schlagwort am Horizont auf, das noch größere Flexibilität im Hinblick auf skalierbare Rechenkapazitäten verspricht. Bei der Vielzahl an Möglichkeiten und Lösungen stellt sich die Frage, ob das alles noch funktionieren kann und beherrschbar ist. Wie sollen Entscheidungen für die Zukunft getroffen werden, wenn die gerade noch neue Lösung von einer noch aktuelleren überholt wird. Von fehlenden Langzeiterfahrungen ganz zu schweigen. Und so scheinen die Entwicklungen an uns vorbeizurasen und eigentlich Zukünftiges lässt sich mitunter nur im Rückspiegel betrachten.

Dieses Unbehagen ist im Hinblick darauf, was technologisch und technisch gerade passiert, ein eher weiches Thema. Andererseits: Wer jeden Tag mit diesen Neuerungen arbeitet, der möchte, dass sie funktionieren. Denn wenn Mitarbeiter am Arbeitsplatz mit IT-Problemen zu kämpfen haben oder gar nicht erst arbeiten können, drückt das auf die Stimmung. Und statt sich um die Kunden zu kümmern oder strategische Themen anzugehen, müssen sich die Mitarbeiter mit nicht funktionierenden Systemen beschäftigen. Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht sollte „die IT“ laufen, ob nun aus der Cloud oder On-premise. Schließlich verursachen Performance-Probleme signifikante Kosten – Gartner geht von 5.600 Euro pro Minute aus, in der ein Netzwerk ungeplant ausfällt.

Ende Januar gab Dynatrace, Anbieter von Performance-Management-Lösungen, Ergebnisse einer weltweiten Umfrage unter 800 CIOs bekannt. Laut der Studie „Lost in the Cloud?“ glauben 67 Prozent der deutschen CIOs, dass es die steigende IT-Komplexität bald unmöglich machen wird, die digitale Performance effektiv zu kontrollieren. So könne eine einzelne cloudnative Applikation Hunderte an Microservices und Tausende an Abhängigkeiten enthalten. Aktuell seien 35 Systeme oder Komponenten nötig für eine einzelne Transaktion, vor fünf Jahren waren es noch 22. Der Titel „Lost in the Cloud?“ wird durch das Fragezeichen zwar relativiert. Aber die Ergebnisse lesen sich mitunter so, als könnte das Fragezeichen auch weggelassen werden: Lost in the Cloud. Punkt. So verbringen IT-Teams der Studie zufolge 29 Prozent ihrer Arbeitszeit damit, sich mit digitalen Performance-Problemen zu beschäftigen.