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Rückblick: funkschau schrieb Zukunft

Roboter, autonomes Fahren oder künstliche Intelligenz – alles neue Technologien, die gerade unseren Alltag verändern. Doch weit gefehlt: Bereits vor mehreren Jahrzehnten war von entsprechender Technik die Rede, wie ein Blick in alte funkschau-Ausgaben zeigt.

Vorhersage Bildquelle: © Sergiy Tryapitsyn - 123RF

„Wir schreiben Zukunft!“ – unter diesem Motto steht die Jubililäumsausgabe zum
90. Geburtstag der funkschau. Dabei lässt sich der Grundsatz nicht nur auf die aktuellen Ausgaben der Fachzeitschrift anwenden: Beiträge und Titel alter Ausgaben beschreiben immer wieder Technologien, die heutzutage bereits im Einsatz sind, zum Zeitpunkt der Berichterstattung jedoch noch wie aus einem Sience-Fiction-Roman wirkten. Die richtige Zeit, um sich vergangene Ausgaben nochmals anzuschauen.

Ausgabe Nr. 1 aus dem jahr 1931 Bildquelle: © funkschau

„Es ist möglich, ja sogar sehr wahrscheinlich, daß deren Hauptkunden [der Nachrichtenagenturen] im Jahre 2000 nicht mehr die Zeitungsredaktionen, sondern die Großsender der Erde sein werden.“ (Nr. 1/1931, S.2)

Der Funkturm im Jahre 2000
„Das Jahr 2000, der Beginn des dritten Jahrtausends nach Christi, der Zeitpunkt, den sich schon der Amerikaner Bellamy für seine Prognosen wählte!“, beginnt es bereits auf dem Titel der funkschau vom 4. Januar 1931, und weiter heißt es: „Viele die heute als Kinder unter uns weilen, haben Aussicht, dieses Jahr zu erleben und einst einmal die technischen Wunder jener Zeit zu schauen.“ Doch von welchen technischen Wundern spricht Autor Hans Dominik? Ihm geht es vor allem um die Entwicklung des Rundfunks. „Neue Klänge und neue Bilder aus allen Teilen der Welt“ sollen zu sehen beziehungsweise zu hören sein und das „störungs- und flimmerfrei“. Damit einhergeht auch eine Verbesserung der Empfänger und der Empfangsapparate: Größere Sendeenergien und Empfangsgeräte, die eine so große Selektivität haben, „daß auch die starken Felder engbenachbarter Wellenlängen nicht zu stören vermögen“. Darüber hinaus macht sich der Autor Gedanken über die Sendeanstalten. Für ihn ist klar, dass ortsfeste Großsender nicht ausreichen werden, um Nachrichten aus aller Welt zu empfangen: „Die Erfüllung dieses Wunsches setzt eine die ganze Erde umspannende Funkagentur voraus“, erklärt er. Die brauche dann auch Tausende Agenten, die ausgerüstet mit den leistungsfähigsten Kurzwellensendern für Klang und Bild überall dort stecken, wo gerade etwas Aktuelles passiert.

Von den Kurzwellen ist man längst abgekommen. Bereits seit 1960 sendet der damals gegründete Deutschlandfunk auf Lang- und Mittelwelle. Der Empfang der Fernsehprogramme an den mittlerweile nicht mehr mechanischen, sondern digitalen Empfangsgeräten, läuft über Satellit oder Kabel.