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Smart City: Smarte Rattenbekämpfung schützt Mensch und Natur

Bei Smart Cities denkt man zuerst an Verkehrsmanagement. Dabei lassen sich mit Hilfe smarter Technologien wichtigere Probleme lösen: Trotz verschärfter Gesetze gelangen Unmengen an Rattengift in den Wasserkreislauf. Dabei gibt es bereits Lösungen, die Mensch und Umwelt vor Vergiftungen schützen.

Rattengruppe Bildquelle: © Ball-b

Laut einer Umfrage des Instituts für angewandte Bautechnik (IAB) aus Weimar werden allein in Deutschland jährlich rund 870 Tonnen Giftköder durch kommunale Betriebe gegen Ratten ausgelegt. Bei der professionellen Rattenbekämpfung werden dabei zumeist sogenannte antikoagulante Rodentizide genutzt, die bei hohen Wasserständen in der Kanalisation und in überflutungsgefährdeten Bereichen immer wieder in Kontakt mit Wasser kommen und häufig sogar weggeschwemmt werden. Bis zu 70 Prozent dieser Giftstoffe im Abwasser  lassen sich selbst in Klärwerken nicht filtern, werden in Flüsse und die Umwelt eingetragen und in aquatischen Bereichen nachgewiesen. Auf die Rodentizide zu verzichten, ist jedoch nicht möglich, da sich die rapide Vermehrung der Ratten und mit ihr die Verbreitung von Krankheiten wie Tuberkulose, Salmonellen, Wurmeier oder auch die Weil-Krankheit mit herkömmlichen Ködern nicht verhindern lassen. Städte und Kommunen sowie Betreiber von abwassertechnischen Anlagen, die gesetzlich verpflichtet sind, Ratten zu bekämpfen, standen somit jahrelang vor einem großen Problem. Umso mehr dürfte es sie freuen, dass es seit Kurzem eine Lösung für das komplexe Problem gibt. Und die ist technischer Natur. Unter anderem mit Hilfe des Ultra-Low-Energy-Funkstandards (ULE), GSM und WiFi, eines Cloud-Services sowie eines Monitoring-Systems hat das Nürnberger Unternehmen ball-b eine Green-Technology-Lösung entwickelt, die den Begriff Smart City um einen ganz wichtigen Themenbereich erweitert: Umwelt und Naturschutz.  

Patentierte Technologie verhindert Kontakt zwischen Giftköder und Wasser
Während die zur Rattenbekämpfung eingesetzten Giftköder in Deutschland derzeit noch weitgehend ungeschützt in rund 750.000 Schächten der insgesamt 15 Millionen Schachtanlagen im öffentlichen Bereich ausgelegt sind, setzen erste Städte und Kommunen wie Dortmund, Dresden, Düsseldorf, Lörrach und Görlitz bereits die smarten Köderschutzboxen aus Nürnberg ein. Wie an anderen Stellen auch kommen dabei mit Antikoagulanzien die einzigen langfristig wirkungsvollen Giftköder zum Einsatz. Allerdings verhindert die patentierte Köderschutzbox, im Gegensatz zu bisherigen Methoden, dass die Gifte in Kontakt mit Wasser kommen und somit eine Gefahr für Mensch und Natur darstellen. Unter anderem, weil die Giftköder mit Hilfe der High-Tech-Box nur dann eingesetzt werden, wenn sie auch einen Effekt erzielen und zudem nicht weggeschwemmt werden können, lassen sich die eingesetzten Gifte mit einer Köderschutzbox um bis zu 70 Prozent reduzieren. Neben dem Aspekt des Umweltschutzes rentiert sich die Lösung aufgrund der Kostenersparnis beim Gift somit innerhalb kürzester Zeit.  

Die Köderschutzbox ToxProtect ist durch eine Rückstauklappe gegen eindringendes Wasser geschützt. Steigt der Wasserpegel im Kanal oder an einem anderen Standort wie beispielsweise in Flussnähe, schließt sich die Klappe der Köderschutzbox und dichtet diese ab. Sobald der Wasserpegel zurückgegangen ist, öffnet sich der Eingang zur Box wieder, sodass der Köder für die Ratten wieder erreichbar ist. Doch das ist nicht das einzige Smarte an der neuen Box, für die bereits weltweites Interesse besteht.