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Digital Labs: Das Ende digitaler Einzelaktionen

Digitale Geschäftsmodelle erfordern eine neue Art der Software-Entwicklung. Nur so können IT- und Fachabteilungen die Digitale Transformation vorantreiben und Unternehmen innovative Produkte und Services schnell auf den Markt bringen. Konzipiert und entwickelt werden diese in Digital Labs.

Puzzelteile zusammenfügen Bildquelle: © Rido - Fotolia

Unternehmen, die auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, müssen die eigene Digitale Transformation noch schneller als bislang vorantreiben. Damit geht einher, dass die Zeitspanne des Produktentwicklungszyklus  merklich verkürzt wird. Viele der bisher verfolgten Ansätze reichen dazu aber nicht aus.

Die Mehrzahl großer Unternehmen hat daher in den letzten Jahren ein Digital Lab gegründet und dafür viel Zeit, Geld und Engagement investiert. Klar getrennt von langjährig gewachsenen und als starr empfundenen Strukturen, sollen diese einen Raum für den kreativen, interdisziplinären Austausch und die Initiierung und Umsetzung neuer Produktideen eröffnen. Aber gerade durch die Trennung vom Konzern-Mutterschiff konnten die Innovationsschnellboote die Erwartungen nicht immer erfüllen. “Im Großen und Ganzen ist die Bilanz der getrennten Einheiten ein Desaster”, stellt John Kotter, Professor an der Harvard Business School, ernüchternd fest. Die separierten Welten haben nur in den wenigsten Fällen den Austausch und die gegenseitige Inspiration gefördert. Statt einer zielgerichteten Digitalen Transformation blieb es bei digitalen Einzelaktionen – nur wenige Einrichtungen wurden der Erwartung gerecht, Innovationsschmiede und treibende Kraft der Digitalen Transformation zu sein.

Die Kritik umfasst gleich mehrere Punkte: Die wirtschaftliche Relevanz für das Unternehmen sei zu gering, die entwickelten Lösungen in Form eines Minimal Viable Products (MVP) konnten nur selten in serienreife Produkte überführt werden und ließen sich zudem oft schwer in die vorhandene Unternehmenslandschaft integrieren. Sie verfehlen damit zentrale Anforderungen an Innovationsprojekte.

Minimum Viable Product versus Proof of Concept
Ein Minimal Viable Product (MVP) ist ein leistungsstarkes Konzept, um eine Produkt- oder Service-Idee in der Praxis zu testen. Das MVP ist funktionsfähig und enthält exakt so viele Features, damit es produktiv genutzt werden kann. Der Kerngedanke dabei: Möglichst schnell ein Ergebnis auszuliefern und Feedback von Nutzern einzuholen. Damit wird das Produkt dann in den nächsten Iterationen weiterentwickelt.

Typischerweise gehen Start-ups so vor und verfeinern Schritt für Schritt ihr Angebot. Aber auch Digital Labs arbeiten nach dem MVP-Konzept. Dabei entsteht durch die Zusammenarbeit von Fach- und IT-Abteilungen nach einer kurzen Zeitspanne das MVP, das mit Cloud-Technologien umgesetzt wird. Im Gegensatz dazu wird in einem Proof of Concept (PoC) die generelle Umsetzbarkeit einer Idee demonstriert. Dabei entstehen keine nutzbaren Produkte oder Services, sondern die Entscheidungsbasis für den weiteren Projektverlauf.