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funkschau-Serie Digitalpioniere: Demokratisierungs-Katalysator Digitalisierung

Wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeitswelt? Drei Unternehmer und ihre Sichtweisen.

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Konrad Krafft ist Geschäftsführer des IT-Diensleisters und Software-Entwicklers doubleShlash

Wie verändert die Digitalisierung unsere Arbeitswelt?

Konrad Krafft: Die Digitalisierung sorgt dafür, dass wir immer mehr Anwendungen auf immer mehr Endgeräten nutzen – und das gleichzeitig in immer mehr Arbeits- und Lebensbereichen. Die Kommunikation mittels digitaler Medien wird einfacher und transparenter. Zeitraubende Meetings werden zunehmend ersetzt durch Absprachen im virtuellen Raum – sei es via konventioneller eMail, modernem Chat oder Audio- beziehungsweise Videokonferenz. Aufgrund größerer Transparenz werden Entscheidungen besser nachvollziehbar und fundierter, weil sie nicht mehr im sprichwörtlichen Elfenbeinturm gefällt werden. Die Arbeitswelt wird demokratischer, weil Mitarbeiter stärker eingebunden sind und willkürliche Entscheidungen der Vergangenheit angehören.

Thomas Denk: Die Digitalisierung birgt großes Substituierungspotenzial. Zwar wird sich kaum eine der heutigen Berufsgruppen komplett ersetzen lassen, aber der wachsende Anteil von AI/KI, Sprachportalen und Bots steigert das Substituierungspotenzial stetig. Jeder Berufstätige muss sich die Frage stellen, welche Tätigkeiten sich durch Digitalisierung ersetzen lassen und wie sich Berufsbilder dadurch verändern werden. Digitalisierung ermöglicht auch die Anpassung des eigenen Lebensstils an die Arbeit. Der Stellenwert der Arbeit wird neu definiert. Nicht nur über Leistung und Geld, sondern wie die Arbeit die Lebensqualität beeinflusst. Projektorientiertes Arbeiten gewinnt an Bedeutung, wie die steigende Zahl an Freelancern zeigt. Man geht davon aus, dass der durchschnittliche Berufstätige im Laufe seines Lebens den Arbeitsplatz bis zu zwölfmal wechselt, ähnlich wie in den USA. Der Trend zum Freiberufler wird stark zunehmen.

Florian Leibert: Die Digitalisierung schafft in erster Linie riesige Datenmengen – derzeit verdoppeln sich die Daten weltweit etwa alle zwei Jahre. Noch generieren Nutzer die Mehrheit davon, aber immer mehr Daten werden auch von intelligenten Endgeräten und Maschinen produziert– Stichwort IoT, also das Internet der Dinge. Das stellt vor allem Unternehmen und auch deren Mitarbeiter vor zwei riesige Herausforderungen. Erstens: Wie schaffen sie es, diese Informationen effizient und zuverlässig zu speichern, zu verwalten und zu sichern? Zweitens: Wie lässt sich echter Mehrwert aus diesem Datenberg ziehen? Sich kontinuierlich gerade mit diesem Aspekt auseinandersetzen zu müssen, ist wahrscheinlich die größte Veränderung. Aber vor allem auch eine große Chance.