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Internet der Dinge: Geschäftsmodelle mit IoT-Individuallösungen

Wie können Unternehmen mit individuellen IoT-Lösungen das Potenzial des Internet of Things für sich ausschöpfen? Ausschlaggebende Faktoren für die Entwicklung erfolgreicher Lösungen, Geschäftsmodelle auf dem Vormarsch und das systematische Bewältigen solcher Projekte.

Blaue Haare Bildquelle: © olly - fotolia

Das Internet of Things (IoT) ist längst keine reine Zukunftsvision mehr, sondern bereits in fast allen Branchen Realität, wenngleich oft nur wenige innovative Unternehmen den Ton angeben. Zwischen den häufig zitierten IoT-Leuchtturmprojekten und der Masse der Unternehmen klafft noch eine große Lücke. Das verwundert kaum, denn das IoT bietet zwar große Chancen, jedoch gibt es auch enorme Herausforderungen – sowohl technischer als auch kaufmännischer Natur – in der praktischen Umsetzung entsprechender Vorhaben.

IoT-Standard- oder Individuallösung
Wenn der Einsatz von IoT beziehungsweise Industrie 4.0 in Unternehmen diskutiert wird, gibt es zwei grundsätzliche strategische Stoßrichtungen: “Smart Value Chain” sowie “Smart Products & Services”. Im – aus Geschäftsmodellperspektive eher nachrangigen – Bereich Smart Value Chain geht es vornehmlich um die Steigerung der Effizienz und Transparenz im Leistungserstellungsprozess eines Unternehmens, insbesondere in der Produktion und Logistik. Hier ist ein starker Trend zur Standardisierung zu beobachten – ein stetig wachsendes Angebot an Nachrüstsets von Industrieautomationsanbietern, Maschinenherstellern und spezialisierten IoT-Plattformen hilft bei der Umsetzung.

Strategische Stoßrichtungen im IoT Bildquelle: © Tresmo

Bevor Unternehmen eine individuelle IoT-Lösung ins Auge fassen, sollten sie zunächst die strategische Stoßrichtung ihres Geschäftsmodelles festlegen.

Auf der anderen Seite stehen IoT-Vorhaben im Bereich Smart Products & Services, also die Vernetzung der eigenen Produkte und das Angebot ergänzender digitaler Lösungen, um sich Wettbewerbsvorteile zu verschaffen und neue Erlösquellen zu erschließen. Wesentliche Treiber sind unter anderem veränderte Kundenerwartungen und steigender Wettbewerbsdruck aufgrund von Branchenkonvergenzen. Zudem bieten digitale Services rund um das Kernprodukt für Kunden häufig einen  deutlich höheren Mehrwert aus Kosten-Nutzen-Gesichtspunkten als weitere physische Produktoptimierungen. So kann beispielsweise die Produktionsgeschwindigkeit einer langjährig optimierten Werkzeugmaschine mit hohem Aufwand um wenige Millisekunden beschleunigt werden. Für den Kunden ist der Mehrwert jedoch gering. Stattdessen kann die Effizienz der Werkzeugmaschine durch Vernetzung mit weiteren Produktionsmaschinen und der werksinternen Logistik des Anwenders gesteigert werden. In vielen    Industrieunternehmen findet daher aktuell ein Umdenken statt: Produkte werden stärker standardisiert, wesentliche Funktionalitäten zunehmend durch – teilweise monetarisierbare – komplementäre digitale Anwendungen, Plattformen und Ökosysteme bereit gestellt.

Im Bereich Smart Products & Services überwiegen in den allermeisten Branchen IoT-Individuallösungen. Denn wenn die zukünftigen Wettbewerbsvorteile von Herstellern – insbesondere OEMs – in ergänzenden digitalen Angeboten liegen und „Daten das neue Öl” sind, ist es eine strategische Notwendigkeit, individuelle Differenzierungsansätze zu entwickeln. Weiterhin sind die IoT-Anwendungsfälle, die zu vernetzenden Produkte und Datenmodelle schlicht zu vielfältig sowie die Anforderungen der meisten Hersteller und ihrer Kunden zu individuell für “One-size-fits-all”-Lösungen.

Doch wie individuell ist eine solche Lösung tatsächlich, wie entstehen erfolgreiche IoT-Individuallösungen und welche Geschäftsmodell-innovationen sind damit möglich?