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Internet of Things: Warum IoT von Open Source profitiert

IoT Use Cases wie Predictive Maintenance, Connected Vehicles oder Smart Cities stehen auf der Liste vieler IoT-Projekte. Open-Source-Lösungen können hier entscheidend beitragen, wie Michael Kienle von It-Novum ausführt.

Open Source Bildquelle: © Fotolia / Marek

Im IoT-Report von Vision Mobile gaben über 90 Prozent aller Entwickler von IoT-Lösungen an, Open-Source-Software einzusetzen. Warum das so ist? Offene Technologien erfüllen die Anforderungen moderner IoT-Plattformen in Bezug auf Schnittstellen, Sicherheit und Transparenz, Entwicklerfreundlichkeit, Skalierung und auch in Hinblick auf die Anschaffungs- und operativen Kosten.

Open Source ist für alle IoT-Bereiche verfügbar
Mit Open-Source-Lösungen kann das gesamte Spektrum abgedeckt werden: Es gibt offene Lösungen nicht nur für Betriebssysteme (beispielsweise Raspbian, UbuntuCore 16, Android Things oder Zephyr), sondern auch für Entwickler-Frameworks und -Bibliotheken (Apache Camel, ActiveMQ und Drools) und Hardware (wie Arduino, Rasperry Pi). Diese Lösungen stehen einsatzbereit zur Verfügung und werden bereits weltweit eingesetzt, wie die IoT-Suite von Bosch oder die Praxisbeispiele von Data Art beweisen.

Open Source fördert Innovationen
Im IoT-Bereich können Open-Source-Lösungen ihre Vorteile optimal zur Geltung bringen, denn ihre Flexibilität hilft den Anbietern, die in hoher Geschwindigkeit Innovationen hervorbringen und dafür erprobte und schnell verfügbare Software-Komponenten benötigen. Diese Geschwindigkeit ist im IoT-Umfeld von Bedeutung, da hier Änderungen schneller als in jedem anderen IT-Bereich Normalität sind. Unvorstellbar, dass bei solcher Dynamik Systeme nur von einem Hersteller entwickelt und betreut werden. Der Open Source-Ansatz kann mit seinen Entwickler-Communities bei den dramatisch schnellen Entwicklungen Schritt halten.

Open Source unterstützt den Informationsaustausch zwischen Systemen
Der Einsatz von Open Source spart Zeit und Geld. Ein Beispiel sind Schnittstellen, die die Integration verschiedener Systeme einfach ermöglichen. Die offenen Quellcodes erlauben zudem rasche Anpassungen an individuelle Anforderungen oder an veränderte Marktbedingungen, wenn etwa neue Funktionen hinzugefügt werden sollen. IoT-Systeme sind von hoher Komplexität und Heterogenität geprägt. Sensoren und Devices tauschen Informationen miteinander in den unterschiedlichsten Formaten. Interoperabilität ist deshalb ein Muss für IoT-Systeme – und kein Problem von offenen Technologien, die von Grund auf auf offenen Schnittstellen aufbauen. Gleichzeitig bietet diese Offenheit aber auch maximale Transparenz, was wiederum das Vertrauen der Anwender erhöht.

Open Source ist sicher
Open-Source-IoT-Lösungen decken auch Sicherheitsaspekte genügend ab. Die Quellcodes liegen offen und stehen jedem zur Verfügung. Damit werden sie automatisch von sehr vielen Augen geprüft. So werden Fehler oder Sicherheitslücken in der Regel schnell entdeckt und können rasch behoben werden. Und nicht zuletzt sprechen die Kostenvorteile für sich – aufgrund der Datenvolumina sind proprietäre Lösungen für viele Unternehmen budgetär letztlich nicht denkbar.

Open Source hilft Zeit zu sparen
Die Anbieter von IoT-Plattformen sparen durch den Einsatz etablierter Open-Source-Lösungen nicht nur am meistens knapp bemessenen Entwicklungsbudget, sondern vor allem an wertvoller Zeit. Diese können sie an anderer Stelle besser einsetzen, etwa für die optimale Ausrichtung des Angebots auf die Anwenderanforderungen und -wünsche. Die Communities rund um IoT-orientierte Open-Source-Technologien spielen eine tragende Rolle bei der Weiterentwicklung und der Verbreitung von IoT-Plattformen, wovon der Anwender am Ende profitiert.

Michael Kienle ist Geschäftsführer von It-Novum