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Digitale Transformation: Mitarbeiter im Sog

Viele Unternehmen befinden sich mitten im digitalen Wandel – doch wie geht es den Angestellten dabei? Sie fühlen sich oft überfordert und allein gelassen, wie eine Studie von Opentext 2017 ergab. Unternehmen müssen ihre Beschäftigten in Zeiten der Transformation folglich besser begleiten.

Schmuckbild Lawine Bildquelle: © Lysogor Roman - shutterstock.com

Mobile Mehrwertdienste, Big Data, Business Intelligence – digitale Technologien verändern den geschäftlichen Alltag nachhaltig. Das zieht enorme Herausforderungen nach sich, für die Unternehmensführung gleichermaßen wie für Beschäftigte. Viele von ihnen fühlen sich nicht ausreichend darauf vorbereitet und wünschen sich mehr Unterstützung von ihren Arbeitgebern. Das ergab eine Erhebung von Opentext zum Thema Digitale Transformation im Arbeitsumfeld. Befragt wurden 300 Deutsche im Alter von 18 bis 67.

Besonders auffällig ist die hohe Zahl der Arbeitnehmer, die sich mit den neuen Technologien allein gelassen fühlen. Mit 45 Prozent ist fast die Hälfte der Befragten der Meinung, dass Arbeitgeber ihre Ausbildungspflichten im Hinblick auf die Digitalisierung vernachlässigen. Vor allem Männer (49 Prozent) finden, dass Unternehmen mehr dafür tun sollten, um Angestellte auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Bei den weiblichen Befragten ist die Zahl mit 36 Prozent etwas geringer.

Mitarbeiter in neue Technologien einarbeiten
Mitarbeiter fit für die digitale Zukunft zu machen, sollte nicht zuletzt auch im Interesse der Unternehmer selbst liegen: Nur wenn alle relevanten Personen in den Abteilungen die Vorteile und Anwendung der neuen Technologien verstehen, werden diese auch korrekt verwendet und können ihr ganzes Potenzial entfalten. Werden Mitarbeiter nicht ausreichend ins Boot geholt, steigt die Fehlerquote oder sie umgehen die neuen Kommunikations- und Datenerfassungswege aus Unsicherheit.

Mehr als ein Viertel (28 Prozent) der Interviewten beklagt, dass Arbeitgeber von ihnen erwarten, neue Technologien ohne angemessene Einarbeitung zu nutzen. Daraus entsteht nicht nur Frustration, sondern auch Angst um den eigenen Arbeitsplatz. 22 Prozent aller Befragten befürchten den steigenden Ansprüchen aufgrund technischer Neuerungen nicht gewachsen zu sein. Manager und HR-Verantwortliche sollten an diesem kritischen Punkt ansetzen und entsprechende Maßnahmen treffen, um diese Ängste zu entkräften und ihre Mitarbeiter sicher im Umgang mit moderner Software zu machen.

Die Sorgen rund um die Digitale Transformation sind jedoch nicht in allen Altersgruppen gleich stark ausgeprägt. Vor allem Millennials (18 bis 34 Jahre) blicken positiv in die Zukunft. Die Angst um einen Jobverlust ist in dieser Gruppe am geringsten. 61 Prozent der Millennials stehen der Digitalen Transformation völlig unbekümmert gegenüber. Befürchtungen und Sorgen rund um digitale Prozesse betreffen demnach eher ältere Mitarbeiter. Sie sind es auch, die sich verstärkt Weiterbildung und Hilfe im Zusammenhang mit der Digitalisierung wünschen. Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie möglichst zeitnah reagieren und in die Aus- und Weiterbildung digitaler Kompetenzen investieren müssen, gerade bei der Generation 40 plus. Ältere Mitarbeiter verfügen oft über eine umfassende Branchenexpertise, von dem Unternehmen und jüngere Arbeitskräfte
profitieren. Wenn sie in neue digitale Prozesse besser eingebunden werden, können sie ihr Know-how gewinnbringend übertragen.

Den digitalen Wandel leben
Neben einer angemessenen Einführung in neue Software und Prozesse wünschen sich viele Mitarbeiter jedoch noch mehr: Sie wollen Teil der digitalen Transformation sein. 40 Prozent aller Befragten möchten stärker in technologische Entscheidungen einbezogen werden. Sie wollen mitentscheiden und über Neuerungen in digitalen Prozessen besser informiert werden.

Trotz der momentanen Unsicherheit bei Einzelnen: Die Digitale Transformation eröffnet Unternehmen und Angestellten viele Chancen. Mit den richtigen Software-Anwendungen wird die Zusammenarbeit in den Teams effizienter. Mitglieder können von jedem End-
gerät aus Informationen sammeln und teilen sowie Prozesse und Projekte gemeinschaftlich bearbeiten. Dies ist besonders dann von Vorteil, wenn Teams über mehrere Standorte verteilt arbeiten. Software-Anwendungen vereinfachen somit den Weg in die Digitale Transformation und realisieren Wachstumspotenziale in der digitalen Welt – wenn alle Mitarbeiter mit ihnen umgehen können.

Roger Illing ist Senior Vice President Enterprise Sales Europe bei Opentext