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Autonomes Fahren: Stress fährt mit

In der Theorie heißt es entspannen und sich anderen Dingen widmen, sobald der Computer das Steuer übernimmt. Die Realität sieht allerdings (noch) anders aus: Das Sitzen hinter dem Lenkrad eines selbstfahrenden Autos bedeutet puren Stress. Das haben Forscher im Allgäu herausgefunden.

Autonomes Fahren Bildquelle: © RioPatuca Images / fotolia.com

Einparkassistenten, Regensensoren und Abstandswarner schon heute sind Autos mit allerlei technischen Helferlein vollgestopft. In Zukunft sollen die Wagen ganz allein fahren können. Etliche Unternehmen arbeiten an dieser Technik. Aber sind die Menschen schon bereit für automatisierte Fahrsysteme? Und reduziert die Technik den Stress am Steuer spürbar? Diesen Fragen gehen Wissenschaftler der Hochschule Kempten nach. “Wir wollen herausfinden, wie das Auto der Zukunft aussehen muss, damit die Menschen entspannt ihrem Auto vertrauen können”, erklärt Professor Bernhard Schick vom Forschungsbereich Fahrerassistenzsysteme. Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass die Menschen bisher nicht so entspannt sind, wenn sie sich auf den Computer-Chauffeur verlassen sollen.

Für die Untersuchungen müssen die Fahrassistenzsysteme zunächst eine Reihe von Tests am Computer bestehen. Dort werden Alltagssituationen auf der Straße simuliert, wie Schnee und Regen oder auf die Fahrbahn springende Tiere. Dann werden die neuen Technologien mit Testfahrern in einem Fahrsimulator getestet.

In einer Studie mit 50 Teilnehmern, 36 Männern und 14 Frauen im Alter von 18 bis 65 Jahren, wurde an der Allgäuer Hochschule der Spurhalteassistent genau unter die Lupe genommen. Dieses System erkennt die Fahrbahnmarkierungen und kann durch leichtes Gegenlenken eingreifen, wenn der Fahrer beispielsweise müde wird und von der Straße abzuweichen droht. Die Fahrer mussten bei dem Versuch mit bis zu Tempo 160 auf Bundesstraßen und Autobahnen fahren, jeweils mit und ohne Assistenzsystem. Dabei wurde das Stresslevel der Fahrer überprüft, indem Atmung und Puls aufgezeichnet wurden. Das Ergebnis ist für Laien überraschend: “Das Stresslevel stieg bei allen Probanden an, sobald der Spurhalteassistent eingeschaltet war”, sagt die Psychologin Corinna Seidler, die die Tests begleitete. Das äußerte sich durch feuchte Hände sowie Herzrasen und einen gesteigerten Puls. “Im Durchschnitt waren die Probanden deutlich weniger gestresst, wenn sie bei einer Geschwindigkeit von 160 Stundenkilometern ohne Spurhalteassistent fuhren, als bei 120 Stundenkilometern mit Spurhalteassistent.”