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Strategie-Umsetzung: Mittelstand benötigt gezielte Unterstützung

Das Geschäft mit der Vernetzung boomt. Bereits seit 2016 gibt es mehr Dinge im Internet of Things als Menschen auf der Erde. Seitdem vergeht kaum eine Woche, ohne dass neue Rekorde gemeldet werden. Dennoch wird das volle Potenzial weiterhin nicht ausgeschöpft.

Internet of Things Bildquelle: © Roberto Rizzo - 123RF

Auf der Leitmesse der Vernetzung, der Embedded World in Nürnberg, konnten wieder die neuesten Entwicklungen rund um das Internet der Dinge, die Sicherheit elektronischer Systeme, verteilte Intelligenz, E-Mobility und Energieeffizienz begutachtet werden. Dabei offensichtlich: Ohne zuverlässige Vernetzungslösung geht es heutzutage nicht mehr. Die Aussteller zeigten neue Produkte und Lösungen wie IoT-Gateways, Sensoren für Industrieanlagen und Module zur Sprachsteuerung. Die Zahl der IoT-kompatiblen Geräte und Maschinen steigt mit den Innovationen weiter an – und mit ihr die Zahl der Dinge, die über das Internet verbunden sind. Das Problem vieler Unternehmen in Deutschland ist jedoch nicht, dass sie auf ein neues Gateway oder Modul warten, das ihren Anforderungen entspricht.

Der Schuh drückt eher an anderer Stelle: Der Druck gerade auf mittelständische Unternehmen wie Maschinenbauer, Verpackungsproduzenten oder Zulieferer von Automobilteilen wächst mit der Digitalisierung schon seit längerer Zeit. Viele dieser Unternehmen haben die Vorteile der Vernetzung von Entwicklung, Produktion und Wartung auch erkannt und schlüsselfertige IoT-Konzepte entwickelt. Die zu überwindende Hürde ist hier vielmehr, dass für die entsprechende Umsetzung kein passender Partner gefunden wird.

Kunden wie mittelständische Unternehmen fühlen sich häufig überfordert
Die Gründe für dieses Manko sind vielschichtig. Zum einen können die großen Telekommunikationskonzerne wie Telekom, Telefónica und Vodafone zwar die notwendige Hardware und SIM-Karten zur Verfügung stellen – und bei größeren Projekten auch bei der Implementierung einer Lösung mithelfen. Bei kleineren und mittelständischen Unternehmen müssen diese die Lösungen selbst betreiben – und fühlen sich damit zumeist überfordert.

Doch es gibt Grund zur Hoffnung. Denn letztlich ergibt sich durch den Mangel an adäquater Betreuung ein lukratives Geschäftsfeld, das zunehmend abgedeckt wird. Beispielsweise hat die Firma Siwaltec, die ihren Ursprung eigentlich in der Aufzugsbranche hat, den Mangel und die Not vieler Mittelständler erkannt und bietet ihre Lösungen und Leistungen deshalb nunmehr auch für andere Bereiche an. Schließlich sind die Anforderungen beim Service oder auch beim SIM-Karten-Management grundsätzlich dieselben, unabhängig davon, ob Aufzugsnotrufsysteme oder Industriemaschinen, IoT-Geräte, Sicherheits- und Gebäudetechnik oder Smart Citys betrieben und gewartet werden müssen.

„Mit unserem ganzheitlichen Ansatz können wir nunmehr den unterschiedlichsten Unternehmen bei der internen Prozessoptimierung und der Weiterentwicklung ihrer digitalisierten Produktion helfen“, sagt Peter Matthes, Geschäftsführer bei Siwaltec. „Die verwendete Technik wie etwa SIM-Karten, die Roaming unterstützen und somit für die vernetzte Komponente stets die beste Netzwerkverbindung nutzen, bilden aus unserer Sicht nur einen Teil, wenn auch einen wichtigen. Mindestens ebenso wichtig ist es allerdings, dass die Kunden umfassend und individuell betreut werden. Ansonsten hilft auch die beste Technik wenig“, betont Matthes. Mit Hardware allein oder auch Service-Lösungen von der Stange könne schließlich kaum ein mittelständisches Unternehmen etwas anfangen.

Innovative Produkte, wie sie nun wieder auf der Embedded World zu sehen waren, bringen das Internet of Things nur dann weiter, wenn diese Lösungen auch zielführend und kompetent eingesetzt werden. Anstatt also in erster Linie die Zahl der vernetzungsfähigen Produkte zu erhöhen, müsste es mehr gezielten Support für den Mittelstand geben. Erst dann wird das Internet of Things mit seinen Vorzügen wirklich flächendeckend die hiesige Wirtschaft ankurbeln.