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Fachkräfte-Ausbildung: Digital-Schule für Flüchtlinge und Migranten in München eröffnet

Nach Berlin hat nun auch München eine Redi-School of Digital Integration, in der Flüchtlingen und Migranten IT-Kenntnisse vermittelt werden. Josef Schmid, Zweiter Bürgermeister der Landeshauptstadt, hat die Schule am 20. Februar eröffnet.

Gruppenfoto bei Eröffnung der Redi-Schule in München Bildquelle: © Cisco, Christian Krinninger

Umringt von Schülern, Absolventen, Lehrern und Partnern der Redi-School: Bürgermeister Josef Schmid, CEO der Redi-School Anne Kjaer Riechert und Cisco-Geschäftsführer Oliver Tuszik

Ein Artikel über die Redi-Schule in Berlin sei es gewesen, durch den Bürgermeister Josef Schmid auf die Digitalisierungsschule aufmerksam wurde. Er erzählt, dass er die Schulleiterin Anne Kjaer Riechert daraufhin anrief und fragte, ob sie sich ein solches Projekt auch in München vorstellen könne. Riechert bejahte und so war der Planungsgrundstein gelegt für die zweite Redi-Schule in Deutschland. Das städtische Referat für Arbeit und Wirtschaft der Stadt, das Schmid leitet, holte im vergangenen Jahr die Digital-Schule mit dem Projekt Refit nach München. Es wird durch das Münchner Beschäftigungs- und Qualifizierungsprogramm (MBQ) unterstützt und läuft voraussichtlich bis Ende November 2019. Eine Reihe von Partnerunternehmen unterstützen die Redi-Schule, darunter auch das Technologieunternehmen Cisco, in dessen Garchinger Räumen die Eröffnung stattfand.

„Redi“ steht für Readiness sowie Digitale Integration
In der Berliner Schule haben seit 2016 mehr als 300 Zuwanderer IT-bezogene Kurse absolviert. Diese umfassen ein Spektrum von der grundlegenden Computer-Anleitung über die fortgeschrittene Programmierung bis hin zu Kenntnissen zum digitalen Unternehmertum. Nach Angaben der Schule haben mittlerweile rund die Hälfte der ehemaligen Teilnehmer einen bezahlten Job oder einen Praktikumsplatz gefunden, knapp 30 Prozent studieren an einer deutschen Universität, acht Prozent gründeten selbst ein IT-Unternehmen. Manche machten auch „alles zusammen“, so Riechert.

Die Dynamik und Begeisterung für die Schule ist am Eröffnungstag bei allen Beteiligten zu spüren. Die 75 Münchner Teilnehmer aus rund 20 Ländern erwarten nun Kurse beispielsweise in Html, Css, Java oder Python. Die Lernmodule des dreimonatigen Semesters finden ein bis zwei Mal pro Woche statt – oft direkt in den Partnerunternehmen. Die Teilnehmer erhalten so eine markt- und praxisnahe Ausbildung und können wichtige Kontakte knüpfen. Die rund 30 ehrenamtlichen Lehrkräfte sind Mitarbeiter der Partnerunternehmen. Aus den Erfahrungen aus Berlin weiß man zudem, dass die Ehemaligen etwas zurückgeben möchten und als Mentoren an die Schule zurückkehren. In dem Fall können sie mit künftigen Teilnehmern auch in der Muttersprache kommunizieren, häufig ist dies das Arabische. Unterrichtet wird auf Deutsch, mitunter auch auf Englisch – das liege aber daran, dass die Lehrenden selbst nicht zwangsläufig deutsche Muttersprachler seien, erläutert Anne Riechert mit dänischem Akzent.

Und auch die Partnerunternehmen profitieren, indem sie auf diese Weise motivierte Talente kennenlernen – ein wichtiger Punkt in Zeiten des IT-Fachkräftemangels. Oliver Tuszik, Geschäftsführer bei Cisco Deutschland, sieht in der IT-Ausbildung generell eine der „wichtigsten Säulen der Digitalisierungsstrategie für Deutschland.“ Aus diesem Grund sei Cisco einer der Partner geworden, der die Schule finanziell und personell unterstütze.