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Digitalisierung: Führen im Zeitalter der Vernetzung

Fortsetzung des Artikels von Teil 1.

Ohne Vertrauen geht es nicht

Fallschirm Bildquelle: © Canmas

Daraus ergibt sich die Frage, wie eine Führungsperson Vertrauen fördern kann, wie sie am besten ein Verständnis für Zusammenhänge und Entwicklungen erreicht, wie sie aktive Beiträge und Engagement motiviert und wie sie Rahmenbedingungen schafft, in denen dieses realisierbar ist. Was ist sinnvollerweise zu tun? Im Kern geht es zuallererst darum, den Menschen zu ermöglichen, das große Ganze zu sehen und die Ursachen zu verstehen, welche die verschiedenen Entwicklungen treiben. Wie kann dieses Erkennen gefördert werden? Der Vorgang ist dem Lernen sehr ähnlich. Und Lernen funktioniert am einfachsten, wenn man Dinge nicht nur hört, sondern selbst erlebt – und das noch am besten zusammen mit anderen.

Eine Herangehensweise dazu sind alle Formate, die Austausch und Partizipation fördern und fordern. Das können interaktive Online-Angebote sein, ebenso wie Präsenzformate, in denen spielerisch im Rahmen von Business-Simulationen, sogenannten Serious Games, Gesamtbild und Zusammenhänge erlebbar werden. Ohne Vertrauen der Führungspersonen in ihre Mitarbeiter geht es nicht; dazu gehört, dass sie sich deren Vertrauen umgekehrt ebenfalls erwerben und es immer wieder bestätigen. Grundlegend ist die offene Kommunikation und Information. Sind alle Menschen in einem Unternehmen über die Ziele, Strategien und Taktiken informiert, können sie wesentlich besser zum Erfolg ihrer Firma beitragen. Gibt man den Mitarbeitern die Möglichkeit, selbst mitzuentscheiden, steigert dies ihre Motivation für die anstehenden Aufgaben, da sie mehr Kontrolle über ihr Tun haben.

Auch Altbewährtes kann wirken

Bedeutet das eine komplette Abkehr von bisherigen, klassischem, Führungsverhalten, passender als Management beschrieben? Ja und nein. Es ist eher eine dringende Aufforderung an Führungskräfte, sich neuen Verhaltensweisen, die für die Herausforderungen besser geeignet sind, durch eine andere innere Haltung zu öffnen.

Es mag durchaus Situationen und Phasen geben, die besser durch erprobtes Agieren wirkungsvoll zu bewältigen sind. Nur sind diese nun eingebettet in die neue Sichtweise. Der Einsatz bewährter Methodiken basiert auf einer anderen Führungshaltung. Dies macht einen großen Unterschied, weil die Führungsperson das Unternehmen, sich und die Gemeinschaft der Menschen darin als dynamisches System begreift. Diese Haltung trägt zum Überleben der Organisation in einer dynamischen und unvorhersagbaren Welt bei.

Wolfgang Karrlein ist Geschäftsführer von Canmas Business Learning und Consulting