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Digital Signage am PoS: Lokale Werbung wird digital

Das Kaufverhalten von Kunden hat sich stark verändert. Der Kunde ist informiert, wenn er das Geschäft betritt und sucht nach Produkten, die er bereits im Vorfeld recherchiert hat. Verkäufer haben es somit schwer, Kunden von Alternativen zu überzeugen. Digitale Medien können dabei helfen.

Digital Signage Bildquelle: © Norbert Preiß - warrengoldswan - 123RF

Betritt ein Kunde heutzutage das Ladenlokal eines Händlers, ist er bereits informiert und sucht gezielt nach Produkten, über die er sich zuvor im Internet schlaugemacht hat. Eine Herausforderung für den Fachhandel, wenn er dem Kunden aus verschiedenen Gründen dazu Alternativen nahebringen will. Nun können digitale Lösungen helfen, sie unterstützen den Fachhandel aktiv bei der Aufmerksamkeitssteuerung des Kunden auf diese alternativen Produkte. Begriffe wie Omnichannel oder Multichannel sind in aller Munde, doch nur wenige Händler wissen um ihre Bedeutung und was es heißt, mit solchen Lösungen zu arbeiten.

Das Internet ist zum ständigen Begleiter des Kunden geworden. Doch sind die Retouren der Internethändler im Vergleich zu den Rückgaben im stationären Handel viel höher. Warum ist das so? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  • Die Ware kann online nicht angefasst, ausprobiert oder gerochen werden
  • Die Ware kommt in einem lieblosen Pappkarton
  • Farbe, Größe oder Geschmack stimmen nicht mit den Ansprüchen an das Produkt und/oder den persönlichen Wünschen überein
  • Im Laden vor Ort hingegen ist das wahre Kauferlebnis noch vorhanden. Persönlicher Kontakt, fachkundige Beratung und weitere Services rund um das Produkt sind die Alleinstellungsmerkmale des stationären Handels gegenüber dem Internet

Fehlende Umsätze und rückläufige Margen erschweren dem stationären Handel aber das Geschäft. Der Händler vor Ort muss Wege und Lösungen finden, wie er die Attraktivität seines Ladengeschäfts halten und verbessern kann. Hier setzt die digitale Kommunikation mit Anwendungen wie Digital Signage an und kann die Vorteile des Online-Shoppings für den stationären Handel nutzbar machen.

Digitales Marketing mit Digital Signage

Digitales Marketing ist heute in aller Munde: Google, Microsoft oder Apple betreiben es intensiv. Wer sich im Internet Produkte anschaut, bekommt häufig genau diese auch auf anderen Seiten als Werbebanner angezeigt. Banner, Anzeigen oder Popups sind ein fester Bestandteil der Onlinewelt geworden. Ganz anders im lokalen Handel: Digitale Plakate und Videosequenzen auf großen Screens sind nicht neu und nennen sich Simple Signage. Dabei werden auf einem Screen vorab erstellte, statische Playlists mit diversen Inhalten wie Bild- oder Videodateien abgespielt. Dabei fehlt häufig der Mehrwert für den Kunden. Umfangreichere digitale Lösungen haben dagegen in Fachhandelskreisen oftmals einen schlechten Ruf, da Anschaffung und Betrieb finanziell für kleinere Händler vermeintlich nicht zu realisieren sind. Dabei machen es uns andere Länder bereits vor: In den Niederlanden, den USA oder der Schweiz werden Ladengeschäfte zunehmend digitalisiert. Der Kunde kann sich vor Ort informieren, kann erklärende Produktvideos abspielen oder an einem Kiosk Waren bestellen. Auch das Benutzen des Smartphones in Läden ist keine Seltenheit mehr und das Bezahlen per App funktioniert reibungslos.

Ängste und Bedenken nehmen
Bevor all diese Dinge auch hier in Deutschland vom Handel umgesetzt werden, gilt es, den Kunden mit einfachen Lösungen zu animieren und zu einem Kauferlebnis zu bringen. Dabei ist der Mehrwert für den Kunden einer der wichtigsten Aspekte bei der Digitalisierung im Ladengeschäft. Zentrale Fragen sind: Was will ich erreichen, wen will erreichen, was ist meine Botschaft? Wo platziere ich den Mehrwert für meinen Kunden? Fachkundige IT- und TK-Distributoren, die Digital Signage im Portfolio haben, zeigen beispielhafte Anwendungen mit Mehrwerten für den Fachhandel auf. Dabei gibt es inzwischen auch professionelle DS-Lösungen für überschaubare Budgets. Von der Beratung bis zur Installation sind Profis am Werk und begleiten den Kunden in die digitale Welt und nehmen Ängste und Bedenken.

Durch Digital Signage ergeben sich immer mehr interessante Möglichkeiten. Dabei wird der DS-Markt aktuell vor allem an große Unternehmen herangetragen, wohingegen der stationäre Einzelhandel häufig übergangen wird. Dieser hat in der Regel wenig bis keinen Einfluss auf die Erstellung von DS-Inhalten und kann nur (vor-)gegebenen Content verwenden. Es gibt allerdings bereits erste Unternehmen, die den Bedarf an DS auch beim lokalen Fachhandel erkannt haben, diesen stärken und ihm neue Wege in der DS-Nutzung aufzeigen wollen. Denn nur wer versteht, was Digital Signage wirklich ist und was es kann, wird sich ein entsprechendes System anschaffen und in der Lage sein, es effektiv und gewinnbringend zu nutzen.

Heutzutage reicht ein softwaregesteuerter Bildschirm nicht mehr aus, vielmehr sollte geklärt werden, welchen Mehrwert dieser Bildschirm dem Kunden bieten soll. Von der einfachen Produktpräsen-tation über die Interaktion zwischen Kunde und Geschäft bis hin zum direkten Kaufabschluss oder zur Informationsweitergabe ist vieles möglich. Entscheidend ist dabei in jedem Fall die Qualität der Inhalte. Denn nur, wenn der Kunde die transportierten Inhalte versteht, erkennt er darin auch seinen individuellen Mehrwert. Daraus folgt, dass Bilder, Videos und Slogans alleine nicht ausreichen, sondern in ein schlüssiges Konzept gegossen werden müssen.

Andreas Schulz ist Business Developer bei Michael Telecom