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Business Talk VR/AR: Die Ruhe nach dem Sturm

Fortsetzung des Artikels von Teil 2.

Big Data oder die Frage nach dem Content

Die Anwendungen von Virtual Reality sind außerordentlich vielfältig. Gleichwohl ist die Produktion von Inhalten in der Regel noch aufwändig und lohnt sich für die Produzenten und Entwickler erst ab einer entsprechenden Gerätebasis. „Wie kriege ich hoch qualitativen Content zu einem vertretbaren Preis? Das ist eines der Schlüsselprobleme“, sagt auch Tobias Fandrich, Vertriebsleiter von Ureality. Oft müsste die Qualität von Inhalten reduziert und strukturiert werden. Den Input, den Kunden in diesem Zusammenhang liefern würden, sei oft nicht schön und unvollständig. „Das ist viel Handarbeit“, so Fandrich.

Tobias Fandrich, Ureality Bildquelle: © funkschau

Tobias Fandrich, Vertriebsleiter, Ureality

Tobias Fandrich, Ureality: “Wie kriege ich hoch qualitativen Content zu einem vertretbaren Preis? Das ist eines der Schlüsselprobleme.”

Für die Endverbraucher gilt im Gegenzug, dass größere Hardware-Investitionen erst bei einem größeren Inhaltsangebot unternommen werden. Hier zeigt sich bisweilen, so die Consumer-Technology-Studie von Deloitte, wie wichtig niedrigschwellige Angebote im VR-Bereich sein können. Das gilt sowohl für viele kostenlose Inhalte als auch für die vergleichsweise geringen Einstiegshürden für Hardware. Bei einem „Google Cardboard“ beispielsweise wird ein Smartphone in einer Brillenhalterung aus Pappe befestigt. Die Inhalte werden über spezielle Apps oder per Youtube abgespielt. Ebenfalls Smartphone-basiert sind sogenannte Mobile-VR-Brillen, die zusätzlich über eigene Sensoren verfügen. Der Ureality-Vertriebsleiter sieht in den Karton-Halterungen einen „netten Marketing-Gag“, der vielleicht Lust auf weitere Erfahrungen mit VR machen kann – allerdings auch nicht mehr. Sie seien ein super Einstieg, aber speziell für einen professionelleren Einsatz fehle einfach die Immersion.

Wenn es um das Thema Content bezie-hungsweise Daten geht, führt über kurz oder lang kein Weg am Schutz dieser vorbei. „Wir neigen hierzulande dazu, unseren deutschen Datenschutz immer als Maßstab herzunehmen. Viele unserer Kunden sind Mittelständler, die auch weltweit exportieren“, sagt Jörg Sitte, Director Business Development bei Zühlke Engineering. „Denen empfehle ich immer: Schaut zuerst auf den Nutzen und betrachtet den Datenschutz als nachgelagertes Thema.“ Das könne unter Umständen zwar dazu führen, dass die Lösung in Deutschland vielleicht noch nicht eingesetzt werde, allerdings sehen eventuell andere Regionen in der Welt einen Nutzen darin und ziehen nach.

Datensicherheit hingegen sei ein absolutes Muss, so der Zühlke-Director. In einer Zeit, in der angesichts IoT immer mehr Systeme miteinander vernetzt sind, spiele diese eine entscheidende Rolle. „Und wenn Sie da im Gesamtsystem Schwachstellen schaffen, kompromittieren Sie das ganze System. Sie verlieren sofort Vertrauen und es wird ganz schwierig, sich davon wieder zu erholen. Für die Sicherheit eines Gesamtsystems, um eine sicherere, stabile Lösung zu schaffen, würde ich viel Geld investieren“, rät Sitte.