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Drucker: Tinte versus Laser

Geht es an die Beschaffung neuer Drucker, stehen Unternehmen vor der entscheidenden Frage: Soll es ein Laser- oder doch ein Tintenstrahldrucker werden? Vor allem gegenüber den Tintenstrahl-Geräten gibt es immer noch einige Vorurteile. Grund genug, sich beide Technologien einmal genauer anzuschauen.

Bunte Tinte Bildquelle: © Grafner - 123rf

Da das papierlose Büro in den meisten Unternehmen auch weiterhin eine Zukunftsvision ist, gehören Drucker zur Grundausstattung. Vor einer Neuanschaffung stehen die Entscheider daher vor der Gretchenfrage: Tinte oder Laser? Vor einigen Jahren noch wäre diese Wahl schnell entschieden gewesen: Wer Wert auf Schnelligkeit legte, griff zum Laser-, wer hingegen Fotos und farbige Dokumente drucken wollte, zum Tintendrucker. Doch inzwischen sind die Grenzen verwischt, denn Tintendrucker haben an Geschwindigkeit zugelegt, Laserdrucker an der Qualität ihrer Farbdrucke – auch wenn in vielen Köpfen auch heute noch die Vorurteile festverankert sind.

Die Techniken im Vergleich
Tintenstrahldrucker gehören zu den Matrixdruckern und erzeugen ihre Ausdrucke durch die gestreute Verteilung von Tinte auf der Oberfläche. Dafür bewegt sich der Druckkopf, der die Tintendüsen enthält, entlang einer Führungsschiene über das automatisch über eine Walze in das Gerät eingezogene Papier hinweg. „Für die Ausgabe der Tinte unterscheidet man zwei Klassen von Druckern“, erklärt Hartmut Rottstedt, Geschäftsführer bei Lexmark Deutschland. „Diejenigen, die Tinte kontinuierlich ausgeben, und jene, die nur bei Bedarf einen Tintentropfen freigeben.“ Das erste Verfahren ist das sogenannte „Continuous Ink Jet“ (CIJ), das zweite das „Drop on Demand“ (DOD). CIJ-Drucker kommen dabei überwiegend in der Industrie – zum Drucken von EAN-Codes, Adressen oder dem Haltbarkeitsdatum – zum Einsatz. Dabei wird im Druckkopf ein kontinuierlicher Tintenstrahl in einzelne Tropfen zerlegt. Ein Teil dieser wird dann elektrostatisch aufgeladen. Eine Ablenkungselektrode lenkt die Tröpfchen dann ihrer Aufladung entsprechend ab – nicht aufgeladene werden über das Fängerrohr in den Tintenkreislauf zurückgeführt, aufgeladene auf das Papier gebracht.

Bei DOD-Druckern hingegen verlassen nur diejenigen Tintentropfen die Düse, die tatsächlich gebraucht werden. Sie kommen sowohl in der Industrie als auch im Büro- und Heimbereich zum Einsatz. Je nach Typ wird die Tinte hier auf unterschiedliche Weise aus der Düse getrieben: Die üblichen Verfahren sind „Piezo“ und „BubbleJet“. Der Name der Piezo-Technologie rührt von den sogenannten Piezokristallen her. „Diese verformen sich entsprechend einer angelegten elektrischen Spannung, wodurch elektrische Schwingungen erzeugt werden, die sich als Schallwellen auf die Tinte übertragen“, erklärt Jörn von Ahlen, Leiter Marketing bei Epson Deutschland. Dadurch entstünde am Ende der Düse ein Tintentropfen, dessen Größe sich präzise steuern lässt. Mit der Schallwelle wird zudem ein spezifischer Impuls übertragen, weswegen eine Veränderung der Tropfengröße auch eine Änderung der Fluggeschwindigkeit bedeutet. Dadurch sind Piezodrucker in der Lage, mehrere Tropfen der gleichen Farbe übereinander zu drucken. Beim BubbleJet-Verfahren werden hingegen die einzelnen Tropfen mithilfe von Hitze erzeugt. Durch einen kurzen Heizimpuls verdampft das Wasser oder Lösungsmittel in der Tinte. Die so entstandene Blase übt einen hohen Druck auf die Tinte aus. Ist die Blase und damit der Druck groß genug, wird ein Tropfen aus der Düse herausgedrückt. Die Dampfblase kondensiert anschließend. Durch den so entstandenen Unterdruck fließt nun Tinte aus dem Vorratsbehälter nach.